Neuried Nutzer soll im Mittelpunkt stehen

 Foto: Lahrer Zeitung

Mit der Einführung des Lastenpedelecs Muly hat es in Puncto Innovation nicht geklappt. Doch nun möchte sich Neuried weiter für die Zukunft rüsten und hat aus dem Wettbewerb "Digitale Zukunftskommune @bw" Fördergelder für die Digitalisierung bekommen.

Neuried. In mehreren Schritten möchte sich die Gemeinde Neuried auf den Weg zur digitalen Zukunftskommune machen. Der erste Meilenstein wurde bereits erarbeitet, nämlich der Projektzeitplan, die Projektziele und die Ist-Analyse. Der Gemeinderatssitzung vorangegangen ist ein Workshop, bei der die Digitalisierung im Fokus stand. Christopher Heck und Franz-Reinhard Habbel von der GT-Service, die bei der Bearbeitung des Projekts behilflich sein wird, gaben einen Überblick über das Vorgehen. Die Gemeinde Neuried hat vor einigen Wochen als eine von 50 Gemeinden aus dem Wettbewerb "Digitale Zukunftskommune" eine Förderung von 35 000 Euro erhalten.

Die Digitalisierung ist in vielen Bereichen mit Lebensqualität verbunden, so sollte im Fokus stehen, was dem Bürgern nutzt. Zudem sollen diese in das Projekt miteinbezogen werden, sagte Habbel. So soll nicht die Digitalisierung, sondern der Mensch im Mittelpunkt stehen, die Betrachtung aus Sicht der Nutzer berücksichtigt werden und auch bei allen Maßnahmen ein Digital-Check erfolgen.

Dabei gilt es auch zu analysieren, wo die Gemeinde in Sachen Digitalisierung aktuell steht. Denn laut Habbel ist die Digitalisierung auch ein politisches Thema, für desen Umsetzung auch seitens des Gemeinde- und Ortschaftsrats Akzeptanz notwendig ist. "Die Gemeinde hat Mut und Potenzial, diesen Weg zu gehen", bekräftigte Habbel, schließlich hätte Neuried mit der digitalen Gremienarbeit und den Tablets einen Schritt in Richtung Digitalisierung gewagt.

Auf Nachfrage von Jochen Strosack wurden die Kosten mit 40 000 bis 45 000 Euro beziffert, hierfür hat es den Zuschuss von 35 000 Euro aus dem Wettbewerb gegeben. In einer zweiten Phase können weitere Fördermittel für weitere Projekte angefordert werden.

Weiterhin steht die Frage im Raum, wie die Digitalisierung umgesetzt werden kann. Bürgermeister Jochen Fischer regte beispielsweise an, dass Bauhofleistungen digitalisiert werden könnten. So wäre denkbar, dass Einwohner in Zukunft mobil Hinweise auf Mängel geben oder selbst die Wasseruhr ablesen und Zählerstände übermitteln.

Für Bernd Uebel steht der Mensch dann nicht mehr im Mittelpunkt der Vorhaben, wo die direkte Kommunikation verloren gehe. Insbesondere für ältere Bürger sehe er Probleme. Auch was die Arbeitsplätze angeht, sieht er die Digitalisierung als Gefahr an. Habbel betonte jedoch, dass die Digitalisierung ältere Bürger nicht ausschließen darf, "aber wir müssen uns damit beschäftigen, sonst tun das andere". Für Bürgermeister Fischer ist klar: Die Gemeinde hat sich für eine Förderung beworben, da die Digitalisierung ohnehin komme. So wolle die Gemeinde strategisch an die Sache herangehen und nicht hinterherrennen.

Aus jeder Fraktion sollen nun Vertreter in einen Ausschuss gewählt werden, der sich des Themas annimmt. Weitere Workshops sollen den Weg zur Digitalisierung ebnen. Bereits im Dezember 2018 oder Januar 2019 könnte die Strategie beschlossen werden.

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