Neuried Maisernte ist so schlecht wie 2018

Bei Landwirt Stefan Nußbaum verlief die Maisernste enttäuschend – in einem guten Jahr hätte er doppelt so viel geerntet. Foto: Heitz Foto: Lahrer Zeitung

Die Erntesaison neigt sich langsam dem Ende zu. Besonders das Ergebnis der Maisernte sieht nicht gut aus. Landwirte aus der Region klagen aufgrund der anhaltenden Dürre erneut über Ernteausfälle.

Neuried/Schwanau/Meißenheim. Nach der außerordentlichen Trockenheit im Dürrejahr 2018 verlief auch 2019 zum Bedauern der meisten Landwirte sehr trocken. So auch bei Landwirt Stefan Nußbaum aus Allmannsweier. "Leider war die Maisernte überhaupt nicht gut, sie war identisch mit dem Dürrejahr 2018", erklärt Nußbaum unserer Zeitung. In einem guten Jahr habe er um die 120 bis 130 Dezitonnen, in diesem Jahr seien es gerade mal 50 bis 70. Eine Dezitonne entspricht dabei 100 Kilogramm. "Wir haben also gerade mal die Hälfte geschafft", bedauert der Landwirt. Immerhin: "Die Getreideernte war sehr gut, da haben wir unser Ziel erreicht", so Nußbaum.

Auch bei Landwirt Reinhard Frenk aus Nonnenweier hätte die Ernte deutlich besser laufen können: "Vom Getreide war ich positiv überrascht, der Mais war allerdings ein Totalausfall", fasst Frenk die Lage zusammen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sei dieses Jahr schlimmer gewesen. Die Böden hatten zu wenig Wasser, was die durchschnittliche Ernte negativ beeinflusst hat. "Leider habe ich keinen Brunnen, das wäre ein hoher Aufwand und ziemlich teuer", beklagt der Landwirt aus Nonnenweier. "So war es mir nicht möglich die Böden zu bewässern. Unsere Maisernte betrug lediglich 82 Dezitonnen, obwohl es deutlich mehr hätte sein können."

Ralf Wollenbär, Landwirt vom Naturland Hof in Ichenheim, war in diesem Jahr mit seiner Getreideernte ganz zufrieden: "Die Getreide- und Sojaernte fiel dieses Jahr durchschnittlich aus. Zu der Maisernte kann ich noch nichts sagen, wir haben erst kürzlich mit der Ernte begonnen, das wird voraussichtlich auch noch vier bis sechs Wochen andauern."

Getreideernte verlief bei vielen Landwirten gut

"Die Getreideernte war sehr gut, da diese immer im Frühjahr durchgeführt wird, da haben wir hauptsächlich Dinkel", freute sich Landwirt Wolfgang Santo aus Meißenheim im Gespräch mit unserer Zeitung. Mais baue er nicht mehr an. "Allerdings war die Apfelernte eine Katastrophe, durch die permanente Trockenheit, schlimmer als letztes Jahr", klagt Santo. "Wir haben im zweiten Jahr infolge bewässert, da wir einen Tiefbrunnen haben, sonst wäre die Ernte sicherlich noch schlechter ausgefallen."

Obwohl alle Landwirte sich wünschen, dass die Ernte in diesem Jahr besser als im vergangen Jahr ausfällt, glauben sie nicht, dass sie 2020 einen größeren Ertrag als in den vergangenen Jahren verzeichnen können, so der Tenor.

Sowohl der Juni als auch der Juli brachen Rekorde. Weltweit waren es die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Sommer 2018 war allgemein der zweitheißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnung.

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