Neuried Kandidat überzeugt mit Offenheit

Peter Schlechtendahl möchte Pfarrer in Altenheim werden. Foto: Bühler

Altenheim - Zum zweiten Teil des "Pfarrer-Castings" hat sich am Sonntag Peter Schlechtendahl in der Friedenskirche vorgestellt. Er ist der zweite Anwärter auf die vakante Pfarrstelle. Nach der Messe beantwortete er Fragen der rund 170 Kirchgänger. Am kommenden Freitag entscheidet der Kirchengemeinderat.

"Heute wird es richtig spannend", erklärte Claudia Kaiser, Vorsitzende der Gemeindeversammlung. Am vorvergangenen Sonntag hatte sich mit Gerald Koch der erste Kandidat für das Pfarreramt vorgestellt. Nun warteten die Kirchgänger auf die Vorstellung des zweiten Kandidaten. Betont und gestikulierend ging Schlechtendahl in seiner Predigt auf die Themen guter Hirte und Macht ein. Dabei kritisierte der gebürtige Karlsruher den jüngsten Angriff auf Syrien.

Schlechtendahl wurde 1964 geboren. Bevor er seine Priesterlaufbahn begann, absolvierte er eine Ausbildung als Elektriker. Er betonte: "Eigentlich wollte ich nicht zur Bundeswehr". Schließlich sei er aber dann Unteroffizier und Offizier geworden. Weiter arbeitete der Pfarrkandidat als Kundendiensttechniker. Schließlich begann der heute 53-Jährige 1990 in Heidelberg sein Theologie-Studium. Sein Examen absolvierte er in den Jahren 2000 und 2001.

Nach einigen Pfarrstellen in der Region arbeitete er zudem als Kriegsseelsorger mit Einsätzen in Afghanistan und dem Irak. Wie er offen erklärte, sei er geschieden und lebe jetzt mit seiner Lebensgefährtin zusammen. Peter Heuken, Bürgermeisterstellvertreter, fragte zum Thema Gemeindehaus nach. Dazu erklärte Schlechtendahl: "Ich habe Erfahrungen mit so etwas. Ich war schon in einer Gemeinde, wo solche Sanierungen angestanden sind. Mir ist es nicht entgangen, dass es in Altenheim hierbei Handlungsbedarf gibt." Für diese Antwort erhielt er Applaus. Offen hob er hervor: "Ich werde nie ein Blatt vor den Mund nehmen."

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