Neuried Ichenheimer sind stolz auf Täuferwald

Mit bei der munteren Diskussion dabei waren: Christine Karakurt (von links), Nadine Goltz, Dieter Fink, Daniela Nußbaum-Jacob, Karin Geiser, Ernst Bieger und Monika Linser. Foto: Braun Foto: Lahrer Zeitung

Zahlreiche spannende Themen sind im Rahmen der Leseraktion "LZ lädt ein" in Ichenheim auf den Tisch gekommen. Diskutiert wurde im Gasthaus "Schwanen" über Verkehrssünder, Kinderbetreuung und den Bestattungswald der Gemeinde.

Ichenheim. In munterer Runde haben die Ichenheimer, die der Einladung der LZ gefolgt waren, gemeinsam mit Redaktionsleiter Jörg Braun und Redakteurin Nadine Goltz über Dinge gesprochen, die ihnen auf den Nägel brannten. Verkehr: Wie in vielen anderen Orten auch, spielt der immer dichter werdende Verkehr in Ichenheim ebenfalls eine Rolle. Herrscht auf der A 5 Stau, weichen die Autofahrer auf die L 75 aus, die in die Hauptstraße der Neurieder Gemeinde mündet, wussten die Diskussionsteilnehmer. Was die Anwohnerin der Hauptstraße, Monika Linser, jedoch noch mehr verärgert, ist das Tempo, mit dem in die Ortschaft herein- und heraus "gerast" werde. "Samstags deute ich manchmal auf das 30-er-Schild hin, das direkt vor meinem Grundstück steht, und versuche so, darauf aufmerksam zu machen. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele ausgestreckte Mittelfinger gesehen", tut die Ichenheimerin ihren Ärger kund. Dass bislang immer noch kein Blitzer aufgestellt wurde, sei für sie unerklärbar. Keiner fühle sich dafür verantwortlich: "Es ist eine Schande." Eine weitere Lösung, den Verkehr zu entschärfen, könnte den Ausbau des ÖPNV sein. "Ich könnte mir vorstellen, dass viele Pendler den Nahverkehr nutzen würden. Dafür müssten Busse deutlich öfter fahren", sagte Daniela Nußbaum-Jacob. "Ohne Auto geht es hier nicht", war der Tenor aller.

  Kinderbetreuung: "Wir haben zahlreiche Neubaugebiete, aber keine Kindergartenplätze für die Kinder", brachte sich Karin Geiser ein. Insgesamt 50 Plätze würden derzeit fehlen. Es sei an der Zeit, die Tagesmütter "ins Boot zu holen" und zu unterstützen. Geiser, die selbst Tagesmutter ist, weiß um die große Unzufriedenheit bei jungen Familien. Es könne nicht sein, dass eine Familie in Altenheim ihr Kind nach Schutterzell in den Kindergarten fahren müsse – "der Weg ist einfach zu weit." Ihr Blick fiel dabei auch auf die Migrationsfamilien, die viele Kinder, aber oftmals kein Auto haben.

Integration: Die Männer und Kinder der Flüchtlingsfamilien sind in Sportvereinen aktiv, für Frauen gibt es regelmäßige Treffen. "Die Integration läuft hier wunderbar", sagte Geiser, die sich im Netzwerk Gastfreundschaft Neuried engagiert und so die rund 200 Flüchtlinge im Blick hat.   Regionalität: Besonders zum Ausdruck kam in der Gesprächsrunde, dass die Ichenheimer sehr viel Wert auf regionale Produkte legen. So stehen den Discountern und Supermärkten in der Gemeinde zahlreiche Hofläden gegenüber.   Bürgermeister: Dass die Gemeinde und damit auch Ichenheim eine hohe Lebensqualität biete, sei auch Bürgermeister Jochen Fischer zu verdanken. Er habe es nicht nur geschafft, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, sondern zeige sich auch immer offen für Neues – entgegen der Einstellung, "wir machen es, wie wir es immer gemacht haben". So habe er unter anderem dazu beigetragen, dass Neuried als "Fairtrade-Gemeinde" ausgezeichnet wurde. "Immer wieder experimentieren wir – und es klappt", freute sich Ernst Biegert. So auch im Bereich der Bestattung. Mit dem Bestattungswald und den Rasengräbern auf dem Friedhof würde die Gemeinde mit der sich veränderten "Bestattungskultur" gehen. "Der Täuferwald wird sehr gut angenommen. Bei jeder Führung sind zahlreiche Interessierte dabei", wusste Dieter Fink. Alle Ichenheimer am Tisch äußerten sich voller Stolz über den "wunderschönen Wald" in ihrer Gemeinde.   Leserwunsch: Einige Diskussionsteilnehmer sprachen den Wunsch an, in Zukunft mehr über Neuried in der Lahrer Zeitung lesen zu können. Diesen Wunsch hat die Redaktion mitgenommen und wird versuchen, dies zu ermöglichen.

Im Rahmen der Leserakton "LZ lädt ein" gibt es jeden Monat einen Termin in einem anderen Ort des großen LZ-Verbreitungsgebiets. Im Juni wird die LZ in eine Lokalität im Schuttertal einladen.

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