Neuried Flächenverbrauch sorgt für Unmut bei den Landwirten

Altenheim (jle). Zahlreiche Landwirte haben sich auf den Weg zur jüngsten Ortschaftsratssitzung in Altenheim gemacht. Insbesondere der Tagesordnungspunkt zum Austausch hinsichtlich des Flächenverbrauchs weckte das Interesse der Landwirte.

Mehr als 20 Landwirte waren gekommen, um ihren Unmut über die Situation zu verdeutlichen. Vielerorts steht der Flächenverbrauch in der Kritik und die Landwirte sehen die zu bewirtschaftenden Flächen schwinden. Insbesondere auf Altenheimer Gemarkung sei der Verbrauch immens. Als Sprecher für die Landwirte hatte sich Klaus Rinkel bereit erklärt, der zunächst den massiven Flächenverbrauch kritisierte. Etwa 50 Hektar seien zusammengekommen, die verschiedenen Projekten in den vergangenen fünf Jahren zum Opfer fielen. Von der Erweiterung des Gewerbegebiets "Basic" über das neue Kieswerk bis hin zum Parkplatz im Bereich Fohlengarten und letztlich auch die Erweiterung der Erdaushubdeponie.

Bereits in der Sitzung zur Entscheidung über die Deponieerweiterung wurde Kritik seitens der Landwirte laut. Deutlich kritisierte Rinklef: "Ihr habt in fünf Jahren so viel Fläche verbraucht wie andere in 15 bis 20 Jahren." Seine Forderung war, dass die Ortschafts- und Gemeinderäte den Bau des Parkplatzes im Bereich Fohlengarten nochmals überdenken und Alternativen suchen.

Arbeit der Landwirte werde durchaus geschätzt

Ortsvorsteher Jochen Strosack betonte, dass die Arbeit der Landwirte von den Gemeindegremien durchaus geschätzt wird und dass auch die Interessen der Landwirte immer wieder im Fokus stehen. Die Landwirte hätten auch immer wieder die Möglichkeit, Ihre Bedenken bei Vorhaben zu äußern. Beispielsweise beim Bau des Kieswerks – hier hätte so mancher Landwirt die Widerspruchsfrist verpasst. Grundsätzlich seien einige Vorhaben jedoch von langer Hand geplant. Die Grundlagen für die Erweiterung des Gewerbegebiets "Basic" wurden bereits vor 20 Jahren gelegt. Auch der Kiesabbau sei über Jahre hinweg diskutiert worden, ebenso wie die Deponieerweiterung, die nun einen Ausnahmefall darstellt.

Auch im Bereich der Innenentwicklung stoße man in Altenheim immer wieder an seine Grenzen. Insbesondere da Privateigentum einige Vorhaben und Entwicklungen verhindere. Derzeit beschäftige sich die Gemeinde mit der Fortschreibung des Flächennutzungsplans.

Momentan fehle der Landwirtschaft die Perspektive für die Zukunft. Insgesamt gibt es in Altenheim noch 13 Vollerwerbslandwirte. Hinzu kämen 17 Nebenerwerbslandwirte. Alle Höfe hätten einen Hofnachfolger oder seien selbst noch junge Landwirte, die ihre Zukunft gefährdet sehen, wie Klaus Rinkel betonte. Zusammenfassend baten die Landwirte darum, bei künftigen Entscheidungen näher hinzusehen und sich andere Optionen zu überlegen.

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