Neuried Feuerwehr weist auf Engpässe hin

Über den kurz- und langfristigen Bedarf der Feuerwehr diskutierte der Gemeinderat in Neuried. Archivfoto: Fink Foto: Lahrer Zeitung

Das zentrale Thema der Sitzung des Gemeinderats Neuried am Mittwoch ist der Feuerwehrbedarfsplan für die kommenden Jahre gewesen. Insbesondere im Hinblick auf die Tagesverfügbarkeit gebe es Handlungsbedarf, hieß es in Schutterzell.

Neuried. Bereits 2017 hat man mit der Erstellung des Feuerwehrbedarfsplans begonnen. Das Büro "Ingenieure Vier" war damit beauftragt worden. In einem gemeinsamen Workshop mit Bürgermeister, mit Gemeinderäten und mit Führungskräften der Feuerwehr wurde der Bedarf der Wehrleute diskutiert und beraten.

Die Anforderungen an die Feuerwehr in Neuried sind groß: Christian Emrich vom Ingenieurbüro gab im Rahmen der Gemeinderatssitzung einen Überblick über die aktuelle Lage, die Bedürfnisse, und über den zukünftigen Bedarf. Bezeichnend ist die Situation rund um die Gewässer mitsamt dem Rhein und dem Polder in Altenheim. Diese stellen besondere Risikoschwerpunkte dar, ebenso wie die historische und enge Bebauung in den Ortskernen. Auch Tourismus, Landwirtschaft und Aussiedlerhöfe seien eine Herausforderung für die Feuerwehr, hieß es.

Personell stehe die Feuerwehr gut da, allerdings gebe es Nachholbedarf bei der Tagesverfügbarkeit. Die Ampel zeige zwar noch nicht rot, leuchte aber bereits gelb, so Emrich. Sein Vorschlag lautet, das gemeindeeigene Personal einzubeziehen und für die Feuerwehr zu begeistern.

Weiter könnten die Firmen in der Gemeinde angesprochen werden, um zu prüfen, ob deren Mitarbeiter sich der Feuerwehr anschließen möchten. Auch könnte bereits im Kinder- und Jugendbereich durch Brandschutzerziehung eine Bindung zur Feuerwehr geschaffen werden. Und es sei wichtig, die Ehrenamtlichen in der Gemeinde zu unterstützen. Emrich schlug vor, die Verwaltung stärker einzubinden und eine vereinfachte Verwaltungssoftware zur Verfügung zu stellen.

Technisch ist die Wehr gut gerüstet

Ein gezielter Ansprechpartner für die Feuerwehr wäre ein erster Schritt, so Emrich. Die aktive Einbindung der Verwaltung in die Feuerwehrverwaltung würde die ehrenamtlichen Mitarbeiter entlasten und den rechtlichen Anforderungen besser gerecht werden.

Technisch sei die Feuerwehr Neuried auf einem guten Stand, wurde mitgeteilt. Häufig müsse man auf die Abteilung Schutterzell setzen, die aber einen weiten Weg in die anderen Ortsteile habe. Das Löschfahrzeug in Ichenheim, das bereits 34 Jahre alt ist, sollte durch ein Tank-Löschfahrzeug ersetzt werden. Mit den 3000 Litern im Tank sei dann ausreichend Wasser für den Erstangriff verfügbar.

Hilde Wurth-Schell schlug vor, dass sich Schutterzell in Richtung Meißenheim und Kürzell orientiere, da diese näher am Ortsteil dran seien. Ein weiteres Stichwort sei die interkommunale Zusammenarbeit, die in den kommenden Jahren, so Emrich, ausgebaut werden sollte. Vor allem bei der Wartung der Gerätschaften und der Dokumentation sah er dringenden Handlungsbedarf mit Blick auf eine langfristige Lösung.

Baulich sei zur Einsparung von Kosten auf lange Sicht gesehen ein Neubau mit Zusammenlegung der Abteilungen Altenheim und Müllen an einem geeigneten Standort notwendig.

Die Alarmierung funktioniere derzeit nur bedingt, dies habe aber der Landkreis zu regeln. Wie der stellvertretende Kreisbrandmeister Vitor Liehr erläuterte, werde derzeit auf zwei Kanälen doppelt alarmiert, um so sicher zu gehen dass alle Kameraden benachrichtigt werden.

Im Anschluss an die Ausführungen nutzte Bürgermeister Jochen Fischer die Gelegenheit, den Kameraden für ihr Engagement zu danken. Besonders hob er hervor, dass die Ausbildung der Kameraden auf der Höhe der Zeit sei, nun sei es an der Gemeinde, die Ausrüstung entsprechend bereit zu halten.

Zu wenig ehrenamtliche Feuwehrleute gibt es auch anderswo: Die Stadt Kehl schafft besondere Anreize, um das Personal für die Feuerwehr zu begeistern. Städtischen Angestellten wird von zwei Stunden Feuerwehrprobe eine Stunde als Arbeitszeit angerechnet. Das Modell funktioniert gut, wie Viktor Liehr, Kommandant der Feuerwehr Kehl und stellvertretender Kreisbrandmeister erläuterte. Einige Feuerwehrmänner konnten auf diese Weise für die Wehr begeistert werden. Die Übungen am Tag seien im kleineren Kreise sogar effektiver, wie Liehr erläuterte.

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