Neuried Felsenklettern in den kühlen Vogesen

Das Bergwandern in den Vogesen ist erstmals ein Angebot im Rahmen der Riedwoche gewesen. Foto: Fink Foto: Lahrer Zeitung

Immer wieder hat es Nachfragen gegeben, ob auch Erwachsene an der Wanderung für Kinder im Rahmen des Ferienprogramms teilnehmen können. In diesem Jahr ist das Angebot daher erstmals auch in die Riedwoche ­integriert worden.

 

Neuried/Vogesen. So hatten sich bereits im Vorfeld sieben Kinder und zehn Erwachsene angemeldet, um unter der Leitung von Lutz Feißt und Hans-Jörg Hosch ins elsässische Münstertal zu fahren und dort zu wandern. Mit drei Autos ging es über die Fähre Kappel-Rhinau, an der kleinen Freiheitsstatue in Colmar vorbei und weiter über Münster zum Parkplatz in der Sägmatt bei Stosswihr auf 560 Meter.

Dort begann der lange Aufstieg zum Hohneck, hinauf bis in 1363 Meter Höhe. Erst schattig durch Wald, ab dem Frankental über Wiesenhän ge, teilweise mit niedrigem Baumbewuchs, zum Col de Falimont. Zwischendurch konnten man einige Kletterer an der 80 Meter hohen Martinswand bewundern. Ganz so schweißtreibend wie für sie war der Aufstieg für die Wandergruppe dann aber nicht.

Auf eine kurze windige Rast am Col de Falimont folgte eine längere im Berggasthaus auf dem Hohneckgipfel, wo unter anderem Münsterkäse, Heidelbeerkuchen und Omelett ihre hungrigen Abnehmer fanden. Mit verschiedenen Getränken wurde auch der Durst gestillt. Angesichts der Hitze in der Heimat waren die Temperaturen dort oben deutlich erträglicher, und die Aussicht in alle Richtungen, besonders auf die Seen von Longemer im Nordwesten und auf Schiessrothried im Südosten, war ein Genuss.

Dem folgte ein eher gemächlicher Abstieg auf dem Vogesenkamm zum Col de la Schlucht (1139 Meter), dem nördlichen Einstiegspunkt zum Felsenpfad (Sentier des Roches). Dieser Höhepunkt der Wandertour beanspruchte an einigen kniffligen Stellen die ganze Aufmerksamkeit der Wandergruppe.

Der Felsenpfad wurde 1910 angelegt, ist rund drei Kilometer lang und passiert steile Felspassagen.

Spektakuläre Ausblicke ins Münstertal

Der Weg ist zwar zum Teil mit Drahtseilen, Eisengeländern, Leitern, Tritten und Stegen gesichert, erfordert aber trotzdem Schwindelfreiheit und absolute Trittsicherheit. An einer Stelle ist der Weg direkt durch den Felsen geschlagen.

Spektakuläre Ausblicke ins Münstertal boten sich besonders von den immer wieder zu querenden Geröllfeldern. Etwas abseits vom Weg waren auch zwei Gämsen in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen. Der Felsenpfad endete im Süden beim Krappenfels (1021 Meter), von wo wieder bequemere Wald- und Wanderwege zum Ausgangspunkt in der Sägmatt zurückführten. Dort war nach etwa 15 km Wegstrecke und etwa 890 Metern Auf- und Abstieg die anstrengende, aber schöne Wanderung beendet.

Der Heimweg führte wieder über Colmar in Richtung Neuried, das man dieses Mal über die Pierre-Pflimlin-Brücke erreichte.

Der Parkplatz Sägmatt liegt im Ortsteil Ampfersbach von Stosswihr. Zu erreichen ist er von Münster in Richtung Col de la Schlucht: Von der D 417 in Stosswihr links nach Ampfersbach und bis zum Parkplatz am Waldrand fahren (Wanderkarte IGN 3618 OT Hohneck-Gérardmer). Einkehren kann man in der Ferme-Auberge Frankental, im Restaurant Hohneck (1363 Meter), oder in der Ferme-Auberge Trois-Fours (1230 Meter).

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