Neuried Doch keine Mulys für Neurieder Bürger

Neuried (jle). Zielsetzung war es, durch die Anschaffung der Mulys Lärm und Abgasemissionen zu reduzieren und den Radverkehr zu fördern. Das Lastenrad mit Motor sollte die Einkäufe per Fahrrad erleichtern. Hierbei war es laut Planungen wichtig, möglichst viele Räder vor Ort zu haben: 20 Räder inklusive Ladeboxen über Neuried verteilt. Die Reichweite eines Mulys beträgt rund 100 Kilometer. Durch eine entsprechende Antragstellung ist eine Förderung in Höhe von bis zu 90 Prozent durch das Förderprogramm Klimaschutz durch R adverkehr möglich.

Eine Skizze wurde angefertigt und ohne das Wissen der Gemeinderäte aufgrund der Kurzfristigkeit bereits eingereicht. "Warum informiert man uns nicht vor der Antragstellung?", fragte Jochen Strosack. Die Gemeinde habe erst spät von dem Förderprogramm erfahren und die Chance gleich genutzt, wie Bürgermeister Jochen Fischer einräumte. Der Antrag könnte, sofern der Rat nicht zustimmt, jedoch auch wieder zurückgezogen werden. Dies war nach einigen Diskussionen auch das Ergebnis der Abstimmung. Neun Gemeinderäte konnten sich ein derartiges Projekt nicht in Neuried vorstellen.

Andreas Delfosse bezifferte die Investitionen mit 405 000 Euro. Davon könnten bei einer 90-prozentigen Förderung noch 40 500 Euro bei der Gemeinde verbleiben. Nutzer sollten eine Jahresgebühr von 20 Euro zahlen, pro Nutzung sollten 4,50 Euro fällig werden.

Für Fischer sind die Mulys ein attraktives Angebot. Ohne Förderung wäre eine derartige Maßnahme nicht stemmbar. "Wir haben viel getan, um den Verkehr zu reduzieren", sagte Bürgermeister Fischer und verwies auf die Tempo-30-Reduzierung.

Susanne Holthaus sah die Idee als Visionär und attestierte jedem Nutzer eine Vorbildfunktion. Hans-Jörg Hosch, der sich ebenfalls als Befürworter zeigte, hob den Leitsatz "Brücke von Tradition zu Innovation" hervor, genau dieses Projekt sei eine Innovation. Peter Heuken ging sogar so weit, eine kostenfreie Nutzung für die Bürger vorzuschlagen, um eine rege Nutzung zu erhalten.

Gegen die Mulys äußerte sich neben Strosack, dem die Anschaffung und die damit verwendeten Steuergelder zu viel seien, auch Bernd Uebel. Er sehe eher ein Potenzial darin, den Bauhof mit Elektrofahrzeugen auszustatten. Thomas Eble sah 20 Räder als eine Nummer zu groß an. Für Friedhelm Tscherter seien normale E-Bikes mit Anhänger sinnvoller. Und auch Uta Adam sah im ländlichen Bereich den Bedarf als nicht so hoch an.

So wurde letztlich dem Projekt mit neun zu acht Stimmen bei einer Enthaltung eine Absage erteilt.

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