Neuried Bürgermeister wartet auf Gesprächsangebot

Neuried/Ascheberg. Nachdem das Regierungspräsidium die Konzession an die Firma Daldrup vergeben hat, plant das Unternehmen nach eigener Auskunft nun den zeitnahen Beginn der Arbeiten für das Geothermiekraftwerk. Die noch einzureichenden Betriebspläne und das Bohrprogramm seien Gegenstand eines gesonderten Verfahrens. Die Firma werde diese Informationen aber zeitnah beim Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) im Regierungspräsidium Freiburg einreichen. Der weitere Zeitplan hänge "ab von der noch zu erfolgenden Genehmigung der Betriebspläne und des Bohrprogramms."

Außerdem werde das Unternehmen "die Öffentlichkeit – über die gesetzlichen Vorgaben hinaus – über das Vorhaben und die einzelnen Schritte bis zur Inbetriebnahme des Geothermiekraftwerks noch in diesem Jahr unterrichten." Wann genau die angekündigte Informationsveranstaltung für die Bürger Neurieds stattfinden soll, "steht noch nicht fest", teilt das Unternehmen auf Anfrage mit.

Geothermie in Straßburg dient Firma als Vorbild

Ein Termin werde "in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Freiburg und dem Bürgermeister von Neuried festgelegt." Man werde aber schon im Vorfeld mit der Gemeinde, dem Gemeinderat und dem Bürgermeister von Neuried ins Gespräch gehen.

Der Vorstandsvorsitzende Josef Daldrup begrüßt die Entscheidung des Regierungspräsidiums: "Wir freuen uns über die Konzessionserteilung durch die Behörden in Baden-Württemberg. Die weiteren Verfahrensschritte werden wir zügig einleiten." Das künftige Betriebsgelände befinde sich bereits im Eigentum des Konzerns.

Damit sei analog zu den bestehenden Planungen der Beginn der Bohrarbeiten für das Geothermiekraftwerk in Neuried zeitnah absehbar. "Das wird der Geothermie als grundlastigfähiger erneuerbarer Energie in der Region einen wichtigen Impuls geben", schreibt Daldrup weiter. Straßburg könne dabei als Vorbild dienen: Die französische Metropole vollziehe zielstrebig den Weg der Energieautonomie bis zum Jahr 2050. Dort sei Europas heißeste und tiefste Geothermiebohrung erschlossen worden. "Weitere Projekte sind in der Planung", kündigt Daldrup an.

Die Gemeinde Neuried ist über die Vergabe der Konzession durch das Regierungspräsidium informiert worden. "Wir werden gegen diese Entscheidung nicht rechtlich vorgehen", teilte Bürgermeister Jochen Fischer auf Anfrage der Lahrer Zeitung mit.

"Ich gehe davon aus, dass das Unternehmen jetzt in den nächsten Tagen auf uns zukommt, um das weitere Vorgehen zu besprechen", sagte Fischer. Insbesondere die Kommunikationsstrategie des Unternehmens und der Dialog mit den Bürgern in Neuried und in der Region sei für ihn wichtig – "nicht die Aussage des Unternehmens, ›so und so machen wir’s‹".

Die Betreiberfirma solle sich auch einmal fragen: "Wie können wir Ängste in der Region abbauen?" und "Was habt ihr uns zu sagen?", fordert Fischer.

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