Neuried Betreuung "Im Mättel" setzt sich durch

 Foto: Lahrer Zeitung

Großes Thema ist in Neuried die Kinderbetreuung. Rund 50 Zuhörer füllten den Saal bei der jüngsten Gemeinderatssitzung, bei der das Thema diskutiert wurde. Das Neurieder Gremium zeigte sich geteilter Meinung hinsichtlich einer schnellen Entscheidung.

Neuried . In Neuried fehlen Kindergartenplätze. Wie viele das nun genau sind, schien in der Ratssitzung unklar. Während einige von 50 fehlenden Plätzen sprachen, wurden vom Hauptamtsleiter Josef Lieb 20 fehlende Plätze benannt. Letztlich kam man auf 24 fehlende Kindergartenplätze. Fest steht jedoch: es muss etwas getan werden, um die Betreuungslage zu entspannen.

Häufig kritistert werden die langen Wege. Für Müllener Eltern sei ein Kindergartenplatz in Schutterzell zu weit weg. Zum kommenden Kindergartenjahr soll nun eine Lösung gefunden werden.

Mit dem Bau des neuen Kindergartens in Ichenheim, könnte zu Pfingsten 2020 eine Entspannung eintreten, dennoch müsse eine schnelle Lösung her. Ein Vorschlag der Verwaltung war somit, die Schulkindbetreuung der Grundschule Altenheim ab dem kommenden Schuljahr komplett ins Schulgebäude zu verlegen und als "Hort an der Schule" zu betreiben. Die Betreuungsplätze für die Kindergartenkinder sollen in den Räumlichkeiten des ehemaligen Kindergartens "Im Mättel" geschaffen werden. Dies sei, so Lieb, eine kurzfristige und rentable Lösung. Container seien nicht zu empfehlen. Sieglinde Meinlschmidt vom Bauamt betonte, dass durch die noch nicht zu beziffernden Umbaumaßnahmen in "Im Mättel" in Eigentum der Gemeinde investiert würde, bei Containern würden nur Kosten anfallen, jedoch keine Wertsteigerung am Eigentum stattfinden.

Verschiedene weitere Planungen sahen den Ausbau an den bisherigen Kindergärten vor. Diese seien zwar noch nicht komplett ausgeschlossen, aber für die kurzfristige Lösung ungeeignet. Mit den Genehmigungsbehörden wurde bereits gemeinsam geprüft, ob dies so möglich ist. Das Ergebnis war, dass in den Räumlichkeiten zwei Gruppen für Ü3 und U3 Plätze geschaffen werden können. Eingerichtet werden müssten Schlafplätze, ein Wickelraum und Toiletten für die Kleinsten.

Ein weiteres Problem bei den Containern sei auch, so Hauptamtsleiter Lieb, das Platzangebot. Das würde zudem die Spielflächen verringern. Weitere Kritikpunkte aus dem Rat waren die Klimatisierung der im Sommer heißen Container.

Der Neurieder Gemeinderat zeigte sich geteilt über die Ausführungen des Hauptamtsleiters. Jochen Strosack beispielsweise wollte die Entscheidung auf die kommende Sitzung vertagen, da auch er das Kopfschütteln der Erzieherinnen und Kindergartenleitungen wahrgenommen hatte und Gesprächsbedarf sah. Ratsmitglied Uta Adam könne nicht zustimmen, solange keine Kostenberechnungen zu beiden Varianten vorliegen, dem stimmte auch Bettina Dürr zu.

Von Seiten der Kirchengemeinde gab es kritische Worte. Hier wurde eher ein Container in dem Ort, an dem der Bedarf besteht aufzustellen, bevorzugt. Strosack stellte letztlich den Antrag, die Entscheidung auf die kommende Sitzung am 23. Mai zu vertagen. Dort sollen dann die Kostenberechnungen vorliegen. Peter Heuken appellierte dafür, die Entscheidung gleich zu treffen, um im Sinne der Eltern eine schnelle Lösung zu haben. "Bei den Containern können wir auch nicht sicher sein, dass die im September bereits stehen."

Mehrheitlich wurde der Antrag von Ratsmitglied Jochen Strosack auf eine spätere Abstimmung abgelehnt. Trotz Gegenstimmen und Enthaltungen wurde der Vorschlag der Verwaltung mit großer Mehrheit angenommen. Demnach soll die Schulkindbetreuung in die Schule umziehen und im ehemaligen Kindergarten "Im Mättel" sollen Kindergartenplätze geschaffen werden.

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