Neuer Rekord beim Glücksspiel So viel Geld gibt jeder Lahrer für Lotto aus

Lahr/Stuttgart - Die Hoffnung auf den Millionengewinn im Lotto lässt sich jeder Lahrer pro Jahr rund 87 Euro kosten. Kreuzchen für mehr als vier Millionen Euro werden jedes Jahr gemacht. Und mehrere Lahrer hatten jüngst auch tatsächlich richtig Glück im Spiel.

Georg Wacker, der Geschäftsführer der Staatlichen Toto-Lotto GmbH in Stuttgart und damit oberster Glücksspiel-Chef des Landes, stoppte bei seiner jährlichen Sommertour dieses Mal bei der Lahrer Zeitung. Mitgebracht hatte er dazu spannende Zahlen zum Lottospiel in Lahr und im Landkreis.

Wie viel Geld geben die Lahrer pro Jahr an den 14 Lotto-Stellen aus?

Insgesamt 4,1 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Das sind statistisch pro Kopf rund 87 Euro – und damit fast so viel wie im Landesschnitt. Der liegt bei 91 Euro pro Kopf und Jahr. Im Ortenaukreis insgesamt wird weniger Lotto gespielt. Hochgerechnet gibt jeder Kreisbürger nur 72 Euro für Lotto im Jahr aus. Die Offenburger hingegen sind spielfreudiger, sie geben pro Kopf 100 Euro Lottogeld aus.

Was ist am beliebtesten?

In Lahr vor allem die Ziehung 6 aus 49. Mehr als zwei der vier Millionen Euro Lotto-Einnahmen stammen aus diesem Spiel, weiß Georg Wackers Statistik. Auf Platz zwei folgt dann der Euro-Jackpot mit einer Dreiviertelmillion pro Jahr.

Leidet Lotto unter Corona?

Überhaupt nicht. Im Gegenteil. "Wir hatten voriges Jahr die höchsten Spielerträge seit rund 20 Jahren, landesweit fast 1,1 Milliarden Euro", sagt Wacker. Auch in Lahr hofften die Bürger verstärkt auf den Riesengewinn. Und im ersten Halbjahr 2021 spürt die Lotto-Gesellschaft ebenfalls weiter steigende Spiellust, auch in Lahr stieg die Lust auf die Millionen weiter an. "Wir rechnen mit einem erneut guten Lottojahr", sagt Wacker.

Und was springt raus?

Etwa die Hälfte der Milliarde an Spieleinsätzen landet wieder bei den Spielern, voriges Jahr 529 Millionen Euro.

Auch nach Lahr?

Ja, in den vergangenen zwölf Monaten gab es einen Lauf in Lahr. Im Mai 2020 holte sich ein Spieler 100 000 Euro in der "Super 6", diesen Januar gab es 1,1 Millionen für einen Lahrer im Euro-Jackpot und nur wenige Tage später, im Februar, kassierte ein Spieler 832 000 Euro für einen Sechser ohne Zusatzzahl. Alles nur lächerliche Beträge, verglichen mit dem Jackpot, den ein Spieler aus dem Ortenaukreis im März dieses Jahres abräumte und fast 64 Millionen gewann, der zweithöchste Gewinn aller Zeiten in Baden-Württemberg.

Und wie geht es den Gewinnern nun?

Weiß die Lottogesellschaft nicht. "Wir laden die Gewinner bei hohen Beträgen ein, geben ihnen Tipps, was sie tun und lassen sollten, überweisen das Geld und dann ist für uns die Sache erledigt", erklärt Lotto-Chef Wacker. Wie gut oder schlecht es den Millionären geht, bleibt unbekannt.

Welche Tipps bekommt man als frischgebackener Lotto-Millionär?

Ruhig bleiben. Möglichst niemandem vom Gewinn erzählen. Vor allem nicht Verwandten, das sind nach Erfahrung der Lotto-Berater häufig die schlimmsten Zeitgenossen nach Lottogewinnen. Höchstens von einem geringen Gewinn erzählen. Und nicht mit dem Geld prassen. Lockt Neider und Ärger an. Geld stückeln, Zwischenparken, auf mehreren Konten.

Halten alle Gewinner das Ruhigbleiben aus?

Nein, weiß Wacker. "Einer, der auf dem Weg zu uns in die Lottozentrale war, hat sich unterwegs gleich einen Porsche bestellt."

 

Trifft man den Lotto-Chef des Landes, was fragt man ihn? Klar: "Was sind die Lottozahlen der kommenden Ziehung?" Lotto-Chef Georg Wacker kann diese Frage schon lang nicht mehr hören, so oft bekommt er sie gestellt. "Die lächle ich meist einfach weg", meinte er im LZ-Gespräch. Oder er greife zum Überraschungshammer und erkläre: "Die nächsten Zahlen habe ich für mich und die Kollegen selbst reserviert" – wartet dann das verblüffte Gesicht des Fragers ab und lächelt wieder.

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