Neuer Radweg im Schuttertal Lückenschluss soll mehr Sicherheit bringen

Annika Schubert
Unterwegs auf der Landstraße: Zwischen Dörlinbach und Schweighausen entsteht ein neuer Radweg, um Gefahrensituationen wie diese künftig zu vermeiden. Foto: Schubert

Gefährliche Situationen auf der Landstraße soll es künftig nicht mehr geben: Ab Mitte 2022 können Radfahrer von Schweighausen auf einem neuen Radweg bis nach Dörlinbach fahren. Außerorts besteht das Streckennetz dann bis nach Lahr.

Schuttertal - Ein Radfahrer am Rande der Landstraße, drängelnder Autoverkehr von hinten, vorbeirauschender Ge­genverkehr von vorne – eine Situation die Verkehrsteilnehmern im Tal, insbesondere auf dem Streckenabschnitt zwischen Dörlinbach und Schweighausen, bekannt sein dürfte – brenzlige Situationen wohl kaum vermeidbar.

Aus diesem Grund wird seit Mai und noch bis Mitte nächsten Jahres entlang der Landstraße zwischen Dörlinbach, Höhe Kappelberg, und Schweighausen kräftig gebaut. Hier entsteht ein neuer Radweg. Etwa 3,3 Kilometer umfasst der Streckenabschnitt, der künftig die beiden südlichsten Ortsteile Schuttertals miteinander verbinden soll.

Durch die derzeitigen Arbeiten werde nun auch Schweighausen an das Radwegnetz "Rhein-Schuttertal" angeschlossen, erklärt Schuttertals Bürgermeister Matthias Litterst im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. Ein Vorteil für die örtliche und überörtliche Tourismusinfrastruktur – gerade Richtung Geisberg, wo zu Sommer- und Winterzeit einiges an Tourismusbewegungen zu verzeichnen sei.

Aber nicht nur das: Die neue Radstrecke stelle auch ein Vorteil für die Bewohner der Ortsteile dar. "Gerade für unsere älteren Verkehrsteilnehmer erhöht der neue Radweg natürlich die Sicherheit, deswegen kann man den Radweg auch als einen Baustein unseres Projektes ›Älter werden in Schuttertal‹ ansehen." Mit dem Radwegprojekt versuche man, dem demografischen Wandel einer immer älter werdenden Gesellschaft entgegenzukommen, so Litterst, den ländlichen Raum attraktiver zu gestalten. Gerade in Schweighausen gebe es bisher noch keine Infrastruktur für den Radverkehr.

Vor allem durch den Trend zum E-Bike würden immer mehr ältere Menschen das Rad als Fortbewegungsmittel wählen. Das neue Streckennetz soll diese Entwicklung unterstützen: "Ich könnte mir vorstellen, dass der neue Radweg den einen oder anderen, der die Strecke bisher zu gefährlich fand, dazu animiert, sich in den Fahrradsattel zu schwingen", so Litterst. "Es macht einen großen Unterschied, ob ich mit dem Fahrrad zwischen Dörlinbach und Schweighausen auf der Landstraße fahre, wo die Autos mit hoher Geschwindigkeit an mir vorbei brausen, oder ob ich auf einem separaten Radweg fahren kann."

Aber nicht nur für ältere Bürger soll der Radweg die Anbindung erleichtern. Auch der Schülerradverkehr Richtung Seelbach und Lahr sei ein Thema für die Gemeinde in der Entscheidungsfindung gewesen. Im Sommer fahre so mancher Schüler mit dem Fahrrad zur Schule, sagt Litterst. Nach Abschluss der Radweg-Bauarbeiten seien die Ortschaften im Tal, zumindest außerorts, durch Radwege verbunden. "Als Radfahrer kann man dann von Schweighausen bis nach Lahr durchfahren."

Eine Beleuchtung des neuen Fahrradwegs sei bisher allerdings nicht vorgesehen, berichtet Schuttertals Rathauschef.

Der 3,3 Kilometer lange Radweg, der derzeit zwischen Dörlinbach und Schweighausen entsteht, kostet rund 1,5 Millionen Euro. Der kommunale Finanzierungsanteil für Planung und Vermessung beläuft sich laut Bürgermeister Matthias Litterst auf 200 000 Euro. Das Land finanziert den Bau des Radwegs in Höhe von 1,3 Millionen Euro mit.

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