Neuer A 5-Zubringer Anschluss Offenburg-Süd wird konkreter

Marco Armbruster
Als Routen zum künftigen A 5-Anschluss Offenburg-Süd werden die Zubringer-Varianten 3 a, 4, 4 b und 7 weiter untersucht. Foto: Mapcreator.io Bearbeitung: LZ (Geitlinger)

Die Planungen für die A 5-Zubringer Offenburg-Süd gehen voran: Das Regierungspräsidium hat zwischenzeitlich 13 Varianten für den möglichen Verlauf ausgeschlossen – übrig bleiben vier. Diese werden nun weiter untersucht.

Offenburg - Mit dem Neubauprojekt "B 33-Ortsumfahrung Elgersweier" soll eine Querspange zwischen einer neuen Anschlussstelle an die A 5 (Offenburg-Süd) und der B 3/B 33 bei Elgersweier mit einer möglichst direkten Verbindung ins Kinzigtal entstehen. Durch den Bau soll der Verkehr aus dem und in das Tal besser verteilt und die bisherige Anschlussstelle entlastet werden.

Die aktuelle Route verläuft über die B 3 und den Abzweig auf den Zubringer vom Messekreisel bis zum Offenburger Ei. Vor allem die Abfahrt von der A 5 kommend auf die B 3 in Richtung Süden ist ein Nadelöhr. Im Feierabendverkehr kommt es regelmäßig zu Behinderungen und einem Rückstau auf den Zubringer.

Straßenplaner schließen 13 Varianten aus

Die Straßenplaner des Regierungspräsidiums schlossen nun auf Grundlage einer umfangreichen Verkehrsuntersuchung von 2019 insgesamt 13 Varianten von der weiteren Planung aus. Sie entfalteten entweder keine ausreichende Verkehrswirkung oder wären aus entwurfstechnischen Gründen nicht umsetzbar, so die Begründung.

Dazu zählen etwa Verbindungen zwischen B 3 und Autobahn auf Höhe Hohberg sowie die Führung über den Südring oder die L 99 zwischen Offenburg und Schutterwald. Weiter untersucht werden die Varianten 3 a, 4, 4 b und 7 (siehe Karte). Für diese müsste der bisherige Knotenpunkt B 33/B 3 auf Höhe des Offenburger Gefängnisses zu einem Kleeblatt mit vier Zuflüssen ausgebaut werden. Die Variante 3 a führt in einem Bogen südlich am Flughafen Offenburg und dem Königswaldsee herum zur A 5. Die restlichen Routen verlaufen über das jetzige Flughafengelände nördlich des Sees zur künftigen Anschlussstelle.

Regierungspräsidium informiert im Herbst

Für die Reduktion auf nun vier Varianten war die Zustimmung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr sowie des Landesverkehrsministeriums erforderlich. Diese liegt dem Regierungspräsidium nun vor. Das Regierungspräsidium Freiburg informierte die Bürgermeister und Gemeinderäte von Offenburg, Hohberg und Schutterwald in einer Online-Veranstaltung über die Ergebnisse. Nach der Sommerpause ist eine öffentliche Veranstaltung geplant, die voraussichtlich in Hohberg stattfinden wird. Der Termin steht noch nicht fest, werde aber frühzeitig bekannt gegeben, so das Regierungspräsidium.

Kommunen freuen sich über mehr Klarheit

"Durch den Wegfall zahlreicher Varianten können wir den Planungsraum jetzt für die weitere Untersuchung deutlich eingrenzen. Die weiteren Planungen und Untersuchungen können so zielgerichteter erfolgen", erklärt Projektleiter Steffen Hartmann vom Regierungspräsidium. So muss das sogenannte Scoping zur Vorbereitung der Umweltverträglichkeitsstudie, die noch in diesem Jahr starten soll, nun für einen deutlich kleineren Untersuchungsraum vorgenommen werden.

Die Kommunen haben bezüglich der Entwicklung eigener Projekte im bisherigen Planungsraum deutlich mehr Klarheit. "Ich freue mich, dass die Eingrenzung der Varianten feststeht und das Verfahren weitergeht", sagt etwa Offenburgs Oberbürgermeister Marco Steffens, "denn die Verkehrssituation rund um Offenburg wird von der Ortsumfahrung Elgersweier, auch bekannt als Südzubringer, deutlich profitieren."

Neuer Zubringer stärkt Ost-West-Verbindung

Neben der besseren Verteilung des Verkehrs aus dem Kinzigtal und der Entlastung des bisher einzigen A 5-Anschlusses in Offenburg geht es um die wichtige Verbindung zwischen der "Rheintalautobahn" A 5 und der "Bodenseeautobahn" A 81. Das Projekt genießt zudem eine hohe Priorität, da die Maßnahme im Planungsraum des autobahnparallelen Rheintalbahnprojektes der Deutschen Bahn liegt und beide Projekte miteinander abzustimmen sind. Das gilt laut Regierungspräsidium Freiburg insbesondere für die Lage der zukünftigen Anschlussstelle, die voraussichtlich in unmittelbarer Nähe des geplanten Tunnelportals der Rheintalbahn liegen werde. Das Projekt ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 im "vordringlichen Bedarf". Veranschlagt sind Kosten in Höhe von 21,8 Millionen Euro.

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