Neue Attraktion in Seelbach Sieben Fakten zu den Baumhäusern

Seelbach - In der Seelbacher Baumhaussiedlung beim Campingplatz geht’s voran. Im nächsten Jahr können Gäste dort ihren Urlaub verbringen. Unsere Redaktion hat eines der Baumhäuser besichtigt.

Eine Nacht im Baumhaus, so mancher hat davon in Kindestagen geträumt. Auf dem Campingplatz in Seelbach soll das bald möglich sein. Die Arbeiten auf dem ehemaligen Wohnmobilstellplatz am Ortsausgang laufen auf Hochtouren. Seit Februar wird dort gebaut. Zehn Baumhäuser aus Weißtannen-Holz thronen halb fertig auf ihren Sockeln in Baumstamm-Optik. Robert Schwörer, Besitzer des Seelbacher Campingplatzes, nimmt mit auf eine Besichtigungstour:

 So wird das Gelände gestaltet: Zehn Baumhäuser mit einer Firsthöhe von 9,9 Metern stehen im Viereck angeordnet. In der Mitte soll ein Gartenteich angelegt und ein Versorgungsturm gebaut werden. Weder Teich noch Turm sind bisher angelegt worden. Der Turm wird zwei Meter höher als die Baumhäuser, erklärt Schwörer. Gelagert werden dort Utensilien, die für die Reinigung der Ferienhäuser benötigt werden. Auch einen Technikraum wird es im Turm geben und eine Waschmaschine, ergänzend zu jenen, die den Gästen auf dem Campingplatz zur Verfügung stehen. Mit einer Münze kann dort gewaschen werden.

So sind die Häuser ausgestattet: Über eine Treppe im Baumstamm gelangt man in den Wohnbereich im ersten Stock. Dort gibt es eine Wohnküche mit Spülmaschine, Kühlschrank und Kochfeld. Eine Sitzecke lädt zum Verweilen ein. Im gleichen Stockwerk befindet sich das Badezimmer. Über eine Wendeltreppe gelangt der Bewohner ins zweite Obergeschoss des Baumhauses.

Dort findet er einen großen Flur für die Gepäckaufbewahrung vor, von wo es in zwei Schlafzimmer geht. Sie sind jeweils mit einem Doppelbett und einer Ausziehcouch eingerichtet. Die Wohnfläche erstreckt sich über 60 Quadratmeter; jedes Schlafzimmer und der Wohnessbereich verfügen über einen Balkon. Fernseher und Wifi sind ebenfalls vorgesehen.

Unter jedem Baumhaus wird es zwei Auto-Stellplätze, einen Grill sowie eine Sitzecke geben. Besucher, die mit einem E-Auto anreisen, können dieses an einer platzeigenen Station aufladen. Die Häuser wurden übrigens auf einem Baumstamm-Sockel errichtet, da es in der Vergangenheit wiederholt Hochwasserprobleme auf dem Platz gab. Durch die Bauweise auf den Stamm sei nun alles "hochwassersicher", so der Campingplatzbesitzer.

So wird geheizt: Auf jedes Baumhausdach wird eine Photovoltaikanlage montiert, mit der Strom für die Baumhäuser erzeugt werden soll. Über die Photovoltaikanlage soll auch Wärme produziert werden, erklärt Schwörer bei der Besichtigung. Hierfür kämen Infrarotwärmeplatten zum Einsatz. Für die Toilettenspülung werde kein Trinkwasser, sondern ausschließlich Regenwasser verwendet. Eine Zisterne unter dem Versorgungsturm mit einem Fassungsvermögen von 150 Kubiklitern Wasser fängt das Regenwasser auf.

 So kam’s zur Baumhaus-Idee: Mit der Baumhaussiedlung wird ein lang gehegter Traum von Schwörer wahr. Schon als er 1995 mit dem Campingplatz anfing, hatte er sich ein klares Motto gesetzt: "Mein Bestreben ist es immer gewesen, das zu machen, was andere noch nicht haben." Holzbau, das war damals seine Idee. Kostspielig, denn etwa 25 bis 30 Prozent teurer als der konventionelle Bau. Geld hatte er damals keines, der Architekt habe ihn ausgelacht. Seine etwa 20 Hektar Wald machten das Projekt dann möglich. Heute sind einige Holzgebäude auf seinem Platz zu finden – Sanitärgebäude, Haupthaus, Blockhütten und ein Gästehaus: "Wir sind seit 25 Jahren am Bauen und das immer mit Holz."

 So werden die Häuser genannt: Die Namen der Baumhäuser haben alle einen lokalen Bezug. Unterkommen werden die Gäste unter anderem im Haus "Hünersedel", "Blick ins Kinzigtal", "Blick ins Schuttertal" oder etwa im Haus "Brandenkopf". Der Name der Häuser dient als Leitmotiv für die jeweilige Badezimmergestaltung. Dort findet man das Fotomotiv des Hausnamens im Großformat in der Dusche wieder.

 So viel soll’s kosten: In welcher Preiskategorie eine Übernachtung im Baumhaus rangieren wird, darauf wollte sich Schwörer am Tag der Besichtigung nicht festlegen. "Dass die Baumhäuser etwas Besonderes sind und somit auch einen besonderen Preis haben, das versteht sich von selbst", sagte er. Anschließend verglich er sein Baumhausferiendorf mit einer ähnlichen Anlage eines Kollegen, der etwa 300 Euro für zwei Personen pro Nacht nehme: "So in die Richtung wird es gehen", merkte er an.

 So wurde es gebaut: Die Hälfte des Holzes, das für die Häuser benötigt wurde, kommt aus dem "eigenen Wald", erläuterte Schwörer, der 20 Hektar Wald besitzt. Hauptsächlich wurde Weißtannenholz verbaut. Im Innenbereich sind einige dekorative Elemente, wie etwa der Tisch oder die Fenster, aus Kirschbaumholz gefertigt, die Treppe aus Esche. Bei der Auswahl des Holzes sei Wert darauf gelegt worden, Holz aus dem Schwarzwald zu verwenden. Lange Transportwege sollten damit vermieden werden.

Inbetriebnahme an Ostern 2022

Noch diesen Monat soll das erste Baumhaus fertiggestellt werden. Anschließend plant Schwörer in die Werbephase überzugehen. Inbetriebnahme der Siedlung soll an Ostern 2022 sein:  »Ich rechne damit, dass wir dann ausgebucht sind«, sagte Schwörer.

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