Närrisches »Milchkännli-Radio« Frauenfasent funktioniert in Oberschopfheim auch online

Christine Bohnert-Seidel
Sorgten am Freitagabend für gute Stimmung zur Frauenfasent (von links): Anzilla Reifenschweiler, Sabrina Hauser, Stefanie Beck, Helena Oschwald und Hildegard Gnädig. Foto: Bohnert-Seidel

Frauenfasnacht, das ist Stimmung pur und Lebenslust in unverfälschter Reinheit: Am Freitagabend gehörte das Milchkännli-Radio der Narrenzunft Stänglihocker einzig und allein für drei Stunden den Frauen und ihren musikalischen Wünschen.

Oberschopfheim. Im Studio des Milchkännli-Radio waren Hildegard Gnädig und Anzilla Reifenschweiler von der Frauengemeinschaft Oberschopfheim, die ohne Corona an diesem Abend eigentlich mit ihrem Team bei der Frauenfasent im Pfarrhaus aufgetreten wären. Stattdessen schickten sie am Freitag närrisch gute Laune übers Radio zu den Frauen in die Häuser. Unterstützt wurden sie dabei von Helena Oschwald, Stefanie Beck und Sabrina Hauser von der Narrenzunft Stänglihocker. 133 Geräte wählten sich ins Webradio ein – in den meisten Fällen saßen dahinter gleich mehrere Zuhörer.

Gnädig, Vorsitzende der Frauengemeinschaft, erzählte im Studio von ihrem Fasent-Traum: Anzilla Reifenschweiler hätte ihr Vorstandsteam mit Berlinern zum Kaffee empfangen. Bei eifrigem Gewusel hätten sich alle Frauen aufs Programm eingestimmt. Draußen vor der Tür wären die Frauen bis in die Straße im Oberdorf Schlange gestanden, um in den Pfarrsaal zu gelangen. Ob die dort alle Platz gefunden hätten? Auf jeden Fall lägen sich die Frauen in den Armen und feierten eine ausgelassene Fasent. "Vergesse wär für e paar Stund Kummer un Leid, des isch’s doch, was uns Narre freit", sagt eGnädig mit klarer Stimme ins Mikrofon. Aber leider bleibt die Fasent im Pfarrsaal dieses Jahr ein Traum.

Ein Stück Ausgelassenheit und närrische Stimmung war am Freitag jedoch über das Milchkännli-Radio erfahrbar. "Anzilla, des isch so ä toller Abend", meinte Gnädig zur Vorstandskollegin und streckte die Arme im Takt der Musik nach oben.

Männer dürfen zuhören, Liedwünsche dürfen jedoch nur Frauen äußern

Übers Radio richten die Zuhörerinnen und Moderatorinnen auch den ein oder andere liebe Gruß an die Freundin, Tochter oder Mutter aus. So erklärt etwa Gnädig: "Winkt mal Ursel Schneeberger, sie sitzt im Sessel und strickt." So wie ihr haben sie auch dem Urgestein der Frauenfasnacht, der 90-jährigen Agnes Haag, ein Lied gewidmet. Zwischendrin verkündet Helena Oschwald, die alle Wünsche über Whatsapp entgegennimmt, Kommentare aus dem Netz. "Au Männer höre mit", lässt etwa Uwe Benz verlauten.

In Oberschopfheim sei ein regelrechter Babyboom ausgebrochen. Allen frisch gebackenen Eltern und Großeltern wünschte Lore Beck deshalb den "Babysitter-Boogie". Irgendwie versuchte sich Alois Oschwald mit einem Wunsch reinzumogeln. Doch es bleibt dabei: nur für Frauen.

Roswitha Fischer von der Frauengemeinschaft Oberweier wünscht sich für ihre Frauen die "Schwarzwaldmarie", verbunden damit sind auch Erinnerungen an die Frauenfasnacht in Oberweier. Die Wünsche passen auch zum Hit der Klostertaler: "Gott schütze die Frauen." Das kommt an und lässt die Frauen per Whatsapp spontan ins Studio verkünden: "Ihr tut so gut!" Julian Kopf, der bei der Technik unterstützt, wünscht sich für seine Oma Paula ein Lied. "Irgendwas von Freddy Quinn."

Bei Familie Kopf in der Weingartenstraße ist das Milchkännli-Radio auf dem Garagendach eingerichtet. Sie wünschen sich Roger Ciceros "Frauen regier’n die Welt". Dieser Aussage widerspricht am Freitagabend niemand. Schon gar keine Frau. Diese haben Web-Radio vom Feinsten gemacht und eine närrische Frauenfasnacht in die Wohnzimmer gebracht und damit Hunderte von Frauen miteinander verbunden. So viel hätten noch nicht einmal in den Pfarrsaal gepasst.

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Nächster Sendetermin ist am Donnerstag, 24. Februar, von 6.01 bis 8.01 Uhr, von 10.01 bis 12.44 Uhr und von 19.11 bis 22.01 Uhr zur "Hemdglunkerparty" mit den Rhinwaldsounds. Zugang über den Browser: https://milchkaennlifm.airtime.pro/. Liedwünsche werden per Whatsapp an 0176/86 12 43 41 entgegengenommen.

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