Nach dem Abstieg Die Bundesliga bleibt das Ziel des SC Sand

Felix Gieger
Die Enttäuschung stand Michaela Brandenburg und dem Sportlichen Leiter Sascha Reiß kurz nach dem Bundesliga-Abstieg ins Gesicht geschrieben. Von nun an laufen beim SC Sand die Vorbereitungen für das Projekt Wiederaufstieg. Foto: Eibner

Nach acht Jahren ist es passiert: Der SC Sand ist aus der Frauen-Bundesliga abgestiegen. Ab jetzt laufen die Planungen für den Wiederaufstieg. Ein wichtiger Baustein dafür ist eine Flutlichtanlage, die der Verein teilweise mit Spenden finanzieren will.

Am Ende halfen auch alle Stärkungsversuche der Stimmbänder nichts. "Ich werde von draußen alles geben, mein Physio hat mir einen ganze Packung Halstablettenmitgegeben", hatte Sands Trainer Alexander Fischinger noch vor der Partie in Hoffenheim im TV-Interview gesagt. Und am Einsatz von ihm und seinen Spielerinnen lag es auch nicht, gegen starke Hoffenheimerinnen hieß es am Ende 3:3. Da jedoch auch Essen gewann, war der Abstieg des Frauen-Bundesligisten nach acht Jahren Erstklassigkeit besiegelt. Und auch wenn man im Hanauerland lange Zeit hatte, sich auf den Gang in Liga zwei vorzubereiten, so war es dennoch ein bitterer Sonntag.

"Es tut schon weh", sagte Geschäftsstellenleiterin Jessica Prelle am Dienstag im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. "Es geht eine Ära zu Ende", sagt sie mit Blick auf die vergangenen acht Jahre, in denen der SC Sand immer Bundesliga gespielt hat. "Bis zur letzten Saison waren wir nicht einmal auf einem Abstiegsplatz", sagt Prelle. Doch nun ist es soweit, ab dem Sommer spielt der SC Sand in der zweiten Liga, für den Verein ist das ein Einschnitt – vor allem in finanzieller Hinsicht.

Ein Großteil des Kaders wird den Verein im Sommer verlassen

Denn in Liga zwei fehlen Fernsehgelder, ein Umbruch im Kader ist unumgänglich. "Wir haben einige internationale Spielerinnen, die in ihrem Land Nationalmannschaft spielen – für sie ist es wichtig, erste Liga zu spielen", sagt Prelle. Ein Großteil des Kaders werde daher kommende Saison nicht mehr im blauen SC-Trikot auflaufen, im Hintergrund wird längst am Team für die neue Saison gebastelt.

"Wir haben tolle Neuzugänge mit Erstliga-Niveau, es wird keine komplette No-Name-Mannschaft sein", ist Prelle überzeugt von der sportlichen Qualität des neuen Kaders – Namen konnte sie am Dienstag jedoch noch nicht nennen. Der Trainer- und Betreuerstab bleibt jedoch geschlossen in Sand, die Vertragsverlängerung von Cheftrainer Fischinger ist schon seit geraumer Zeit bekannt.

Während des Gesprächs mit der Geschäftsstellenleiterin wird deutlich, wohin der Weg des SC Sand gehen soll: zurück in die Bundesliga. Am Montag wurde noch mal die vergangene Saison Revue passieren lassen, von nun an geht der Blick nach vorne, die Rückkehr in die erste Liga ist das Ziel. Dass das jedoch kein Selbstläufer werden wird, dessen ist man sich bewusst. "Es wird nicht einfacher. Aber wir haben das Ziel, oben dabei zu sein", sagt Prelle.

Ein wichtiges Thema mit Blick auf die angestrebte Bundesliga-Rückkehr ist auch die Flutlichtanlage in Sand. Eine solche ist für die Erstliga-Lizenz gefordert, damit auch in den Abendstunden ein Spielbetrieb mit Fernsehübertragung möglich ist, rund 400 000 Euro müssen dafür berappt werden. Einen Teil zahlt die Gemeinde, einen weiteren Teil der Verein. Zudem soll die Finanzierungslücke von rund 100 000 Euro durch eine Spendenkampagne mit dem Titel "Licht für den SC Sand" geschlossen werden. Bislang seien dadurch etwa 12 000 Euro zusammengekommen, sagt Prelle. Jeder Euro bringt den SC Sand also ein kleines Stückchen näher an die Bundesliga, in die der Verein nach dem Abstieg schnellstmöglich zurück möchte.

  • Bewertung
    1