Nach Corona Mitglieder bleiben Lahrer Vereinen treu

Felix Gieger
Der TV Lahr, hier Sportlerinnen der rhythmischen Sportgymnastik, ist mit einem "hellblauen Auge" durch die Pandemie gekommen. Wie auch bei anderen Sportvereinen in Lahr hielt sich der Mitgliederschwund in Grenzen. Foto: Archiv/Breuer

Auch nach mehr als zwei Jahren Corona geht es den Lahrer Sportvereinen gut. Die Mitgliederzahlen sind stabil, lediglich der Turnverein musste den ein oder anderen Austritt verkraften.

Lahr - Der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Yannick Bury wies jüngst in einer Pressemitteilung auf ein geplantes Programm hin, das Sportvereinen zugute kommen soll. Demnach schnürt der Bund aktuell an einem Millionen-Paket, um Vereinen nach der Corona-Pandemie wieder auf die Beine zu helfen (siehe Info). Die LZ hat sich bei Lahrer Vereinen umgehört, ob sie diese Hilfe überhaupt brauchen.

TV Lahr

Mit 1600 Mitgliedern ist der TV Lahr der größte Verein der Stadt. "Wir sind mit einem hellblauen Auge durch die Pandemie gekommen", sagt Jürgen Kattinger aus dem TV-Vorstand. Rund 100 Mitglieder habe man während der Corona-Zeit verloren. "Aber es hielt sich in Grenzen", so Kattinger, der optimistisch in die Zukunft blickt. Denn mittlerweile laufe das normale Programm wieder, der Zulauf sei gut. Zum Förderprogramm, auf das Bury hinwies, konnte er noch wenig sagen. "Da müssen wir erst die Konditionen kennen", so Kattinger.

SC Lahr

Einen Mitgliederrückgang mussten die Fußballer des SC Lahr nicht verkraften. "Aber uns sind ein paar Kleinsponsoren abgesprungen", berichtet der Vorsitzende Frank Müller. Mit den derzeit 709 Mitgliedern sei man sehr zufrieden, mittlerweile laufen auch die AGs an Schulen und Kitas wieder. Auf das geplante Förderprogramm angesprochen, wollte Müller nicht ausschließen, dass sich der SC Lahr bewerben werde. "Bedarf gibt es immer", so der Sportclub-Vorsitzende.

HC Lahr

Von einer "mehrschichtigen Herausforderung" in Sachen Mitgliedergewinnung spricht Jochen Bornemann, Vorstandsmitglied und Trainer beim Hockeyclub Lahr. Man versuche immer, an Bildungseinrichtungen Mitglieder zu werben. "Aber während Corona waren uns die Hände gebunden", so Bornemann. Die Fesseln sind mittlerweile zwar gelöst. Es sei jedoch nicht einfach, Helfer zu finden, die sich im Nachwuchsbereich engagieren, so Bornemann. Auch in Sachen Bezahlung "fehlt uns kleinen Vereinen das Geld". Bei dem geplanten Programm werde man sich daher wohl bewerben, um dem Ziel "200 aktive Hockeyspieler" näher zu kommen. Derzeit spielen 120 bis 130 beim HC, insgesamt hat der Verein rund 250 Mitglieder.

SV Solidarität Lahr

Bei den Lahrer Rollkunstläufern haben sich die Sorgen aus dem Jahr 2020 nicht bewahrheitet. Als Randsportart habe man zu Pandemie-Beginn mit einem Mitgliederschwund gerechnet, so die Abteilungsleiterin Sonja Kucharzewski. "Ich habe wann immer möglich Schnuppertraining angeboten", sagt sie. Dies half, die Zahlen in etwa konstant zu halten. 40 bis 50 aktive Läuferinnen trainieren derzeit beim Verein, insgesamt 100 sind Mitglied. Was das Förderprogramm angeht, ist Kucharzewski zurückhaltend. "Da muss man erst schauen, was die Kriterien sind", erklärt Kucharzewski.

Info: Das Förderprogramm

Um Vereinen "bei der (Rück-)Gewinnung von Mitgliedern und bei der Weiterentwicklung der Vereinsarbeit" zu helfen, will der Bund 25 Millionen Euro zur Verfügung stellen, so Bury. Details dazu sollen in den kommenden Wochen kommen. Es sei wichtig, "die pandemiebedingten Auswirkungen auf Vereine schnellstmöglich zu mildern", so Bury, der dafür wirbt, dass sich die Verein informieren und die Förderung nutzen.

  • Bewertung
    2