Nach Bürgerentscheid Spatenstich fürs Ringsheimer Feuerwehrhaus

Adelbert Mutz
Beim Spatenstich zum neuen Feuerwehrhaus wurden Kräfte frei, besonders beim Ersten Feuerwehrmann Bürgermeister Pascal Weber (Mitte). Ebenfalls zum Spaten griffen (von links): Planer Tobias Jägle, Kommandant Christian Feist, Kreisbrandmeister Bernhard Frei und Michael Wegel vom Kreisfeuerwehrverband. Foto: Mutz

Mit dem symbolischen Spatenstich hat der erste Feuerwehrmann Ringsheims, Bürgermeister Pascal Weber offiziell den Bau des neuen Feuerwehrhauses südlich der Kahlenberghalle eröffnet. Die Erleichterung war allen Beteiligten anzumerken.

Ringsheim - Feuerwehruniformen bestimmten am Montagabend das Bild. Alle Abteilungen der Ringsheimer Wehr waren in Reih und Glied angetreten. Grußworte richtete Weber auch an die Vertreter der benachbarten Feuerwehren, Kreisbrandmeister Bernhard Frei und Thomas Happersberger, Leiter der Feuerwehr Lahr, sowie Michael Wegel vom Feuerwehrverband. Zu den Gästen zählten auch die Planer Tobias Jägle, Bernhard und Saladin Keller, sowie Gemeinderäte und einige Anwohner des Graswegs.

Die Erleichterung stand dem Bürgermeister in das Gesicht geschrieben, dass nun sichtbar werde, worüber lange geplant, verhandelt und gestritten wurde. Die ersten Überlegungen für einen Neubau wurden bereits 2015 angestellt, ein Jahr später erfolgte der Grundsatzbeschluss. In den folgenden Jahren war die Standortfrage das beherrschende Thema. Lange hatte sich der Gemeinderat und eine Baukommission damit beschäftigt, bis die Entscheidung für den jetzigen Standort fiel. Es gab viel Zuspruch, aber auch Ablehnung.

Bürgerentscheid fiel positiv fürs Feuerwehrhaus aus

Aus Teilen der Bürgerschaft gab es zuweilen heftige persönliche Angriffe gegen den Bürgermeister, deren er sich erwehren musste. Letztlich führte ein Bürgerbegehren zu einem Bürgerentscheid mit dem Ziel, die Entscheidung für den Standort aufzuheben. Die Bürger votierten am 27. Juni 2021 gegen den Antrag, der Weg war somit geebnet, einige "Wunden" der Auseinandersetzung bleiben jedoch zu heilen.

Mit Kosten von rund zwei Millionen Euro sei das neue Feuerwehrgerätehaus die größte Investition der letzten Jahre, erklärte Weber. Der Förderbescheid des Landrates über 230 000 Euro wurde der Gemeinde bereits im vergangenen Jahr zugestellt. Im Übrigen habe die Gemeinde in den letzten Jahren rund 350 000 Euro in die Ausstattung der Feuerwehr investiert, betonte Weber.

Das einstöckige Gebäude mit den Ausmaßen von 48 mal 15 Metern und einer Grundfläche von 720 Quadratmetern, werde den Charme eines alten Industriegebäudes haben. Es werde "alles haben, was ein Feuerwehrhaus braucht, nicht mehr und nicht weniger", so Weber. Mit Fernwärmeanschluss, Photovoltaik-Anlage, Oberflächenwasserversickerung und einem insektenfreundlichen Umfeld habe man dem Umweltgedanken Rechnung getragen.

"Heute haben wir Grund zur Freude", sagte der Leiter der Ringsheimer Feuerwehr, Christian Feist in seinem Grußwort. Es sei keine einfache Zeit gewesen, gegen massive Kritik habe man sich erwehren müssen. Den Anwohnern des Grasweges bot Feist ständige Gesprächsbereitschaft an.

"Zu- und Abfahrt" soll den Begriff "Rampe" ersetzen

In den 150 Jahren im alten Haus in der Herrenstraße stecke viel Herzblut, erklärte Feist. Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen habe man oft selbst getätigt. Viele Büros seien an der Planung und Umsetzung des neuen Feuerwehrhauses beteiligt gewesen, erwähnte Planer Tobias Jägle vom Architekturbüro Mathis und Jägle aus Kippenheim. Es habe am Ende zwar viel Zeit gebraucht, in der aber viele Dinge bedacht werden konnten.

Kreisbrandmeister Bernhard Frei erklärte, mit großer Freude zum Spatenstich gekommen zu sein: "Ich bin stolz, dass das Thema durch ist."

"Ich kann mit euch fühlen", sagte Michael Wegel als Vertreter des Feuerwehrverbandes und zitierte den Leitspruch der Wehren: "Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit."

Nun rollen die Bagger an. Als Erstes wird die sogenannte Rampe als Zu- und Abfahrt zur Hauptstraße gebaut, danach geht es an den Hochbau. Pressesprecher Volker Kern kann indes den Begriff "Rampe" nicht mehr hören, denn diese war ein wesentlicher Teil der Auseinandersetzung zum Bau des neuen Feuerwehrhauses. Die "Rampe" soll nun nur noch Zu- und Abfahrt heißen, so Kerns Wunsch.

Einweihungstermin steht fest

Den Einweihungstermin hat er auch schon mit viel Optimismus festgelegt, nämlich am 9. Oktober 2023, zum 150-jährigen Jubiläum der Ringsheimer Feuerwehr und zum 30-Jährigen der Jugendfeuerwehr.

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