Nach Brand in Offenburg So geht's für die Bewohner weiter

Jonas Köhler

Bei einem verheerenden Großbrand sind in der Nacht auf Mittwoch in Offenburg sechs Reihenhäuser zumeist komplett zerstört worden. Der Schaden geht in die Millionen, verletzt wurde niemand. 200 Feuerwehrkräfte waren im Einsatz.

Offenburg - »Wir hatten gegen 1.45 Uhr eine Alarmierung zu einem Brand auf einem Balkon durch einen Nachbarn«, beschrieb Peter Schwinn, Einsatzleiter der Polizei Offenburg den Einsatz. Der Brand war in einem Wohnhaus im Danziger Weg im Stadtteil Albersbösch ausgebrochen. Als die Kameraden an der Einsatzstelle eintrafen, hätten bereits zwei Gebäude im Vollbrand gestanden. »Der Brand ist vor unseren Augen in einer rasanten Geschwindigkeit auf die anderen Gebäude übergegriffen«, so Schwinn weiter. Am Ende hätten sechs Reihenhäuser im Vollbrand gestanden – »vom Keller bis ins Dachgeschoss«.


Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Die Bewohner des zuerst betroffenen Gebäudes hätten sich rechtzeitig ins Freie bewegen können und standen bereits vor dem Gebäude, als die Feuerwehr eintraf, erläuterte Schwinn. »Die Bewohner mussten jedoch die Gebäude tatsächlich fluchtartig verlassen, sodass sie nur im Schlafanzug auf der Straße standen«, so der Einsatzleiter weiter. Laut Mitteilung der Polizei wurden anschließend mit Unterstützung der Einsatzkräfte 25 Bewohner aus ihren Häusern geklingelt.


 161 Feuerwehrleute aus Offenburg, Lahr, Schutterwald und Kehl kämpften zunächst  gegen die Flammen. »In den frühen Morgenstunden mussten wir Kräfte nachalarmieren, die die Kräfte vor Ort aufgrund der großen körperlichen Belastung ablösen mussten«, erklärte Einsatzleiter Schwinn. Schließlich waren rund 200 Einsatzkräfte damit beschäftigt, das Feuer zu kontrollieren. Noch um 14 Uhr waren die Feuerwehrleute mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt. Erst dann konnten sie von der Einsatzstelle abrücken. 


Am Ende waren die betroffenen Häuser nach Polizeiangaben »völlig zerstört«. Im Einsatz waren auch 27 Helfer vom DRK und den Maltesern sowie mehrere Polizeistreifen. Die enge Bebauung in der betroffenen Straße habe die Löscharbeiten zusätzlich erschwert. Die Brandursache ist noch unklar, die Polizei ging aber zunächst nicht von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus, teilte sie mit.  


Stadt kümmert sich  um die Betroffenen


Die meisten Opfer des Brands konnten noch in der Nacht bei Freunden oder Verwandten unterkommen, teilte die Stadt Offenburg am Mittwochnachmittag mit. Vier Betroffene hatten keine andere Bleibe und wurden deshalb kurzfristig in einem Hotel versorgt. 


Die Stadt Offenburg kümmere sich sowohl um die Unterbringung der so plötzlich Wohnungslosen als auch um die Begleitung bei den vordringlichen Fragen. Sie haben ihr Hab und Gut verloren, darunter auch wichtige Dokumente wie Ausweise. Diese Dokumente müssen nun neu beschafft werden. Hausrats- und Wohngebäudeversicherungen müssten ebenfalls informiert werden, sodass der entstandene Schaden schnell ersetzt werden kann, heißt es in der Mitteilung der Stadt.  Die Stadt stelle zwei Mitarbeiterinnen ab, um die auch psychisch durch den Brand stark getroffenen Menschen rasch und unbürokratisch zu unterstützen, unter anderem bei der Beschaffung wichtiger Dokumente. Soweit dies erforderlich und  gewünscht sei, besorge die Stadt auch eine Grundausstattung.


OB Marco Steffens war noch am Morgen am Ort des Geschehens, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Er zeigte sich betroffen, aber auch froh, dass kein Mensch gesundheitlichen Schaden davongetragen hat. »Ich danke den beteiligten Polizei- und Rettungskräften, vor allem aber den Feuerwehrleuten für ihren schnellen und beherzten Einsatz«, so Steffens.

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