Museumsfest in Mahlberg Alles rund um den Tabak

Michael Masson

Insgesamt fanden sich über den Tag verteilt mehrere hundert Gäste zum Mahlberger Museumsfest auf dem Freigelände der ehemaligen Tabakfabrik ein.

Mahlberg - 38 Grad im Schatten hielten viele Menschen offensichtlich davon ab, sich am Sonntag ins heiße Freie zu begeben. Insgesamt fanden sich über den Tag verteilt mehrere hundert Gäste zum Mahlberger Museumsfest auf dem Freigelände der ehemaligen Tabakfabrik ein.

Für dieses hatte der Förderkreis des Tabakmuseums als Veranstalter alles aufgeboten, was ging, einschließlich 150 Sitzplätzen unter zahlreichen Zeltschirmen. Angesichts des angebotenen Grillguts samt Beilagen blieb um die Mittagszeit so manche Mahlberger Küche kalt. Besonders die Pommes waren bei Kindern beliebt, die sich auf dem weitläufigen Museumsgelände tummelten, während ihre Eltern bei der brütenden Hitze im Schatten verschnauften. Als willkommene Erfrischung diente dem Nachwuchs zwischendurch auch die kleine Beregnungsanlage des sprießenden Tabak-Schaubeetes. Zur Kaffeezeit fanden sich weitere hitzeresistente Gäste ein und genossen die selbstgebackenen Kuchen und Torten des Vereins. Für diese hatte der Verein extra eine Liste allen verwendeten Inhaltsstoffen erstellen müssen.

Auch das Museum selbst war geöffnet

Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, sich im Inneren des Tabak-Fachmuseums (im dicken Sandsteinwand- Kühlen) umzusehen – entweder per fachkundiger Führung oder mit der – in der nun 30. Museumssaison – dafür zur Verfügung stehenden App.

An der Kasse empfangen wurden die Besucher von Mahlbergs Alt-Bürgermeister Ulrich Hehr und seiner Gattin Ruth. Hehr hatte schon zu Beginn seiner ersten Amtszeit gleich das Museum samt Förderkreis angeregt, unterstützt wurde er damals besonders vom späteren ersten ehrenamtlichen Museumsleiter Josef Naudascher. Weit mehr als 10 000 Exponate rund um Tabakanbau, -verarbeitung und -kultur haben das Fachmuseum mittlerweile sogar zum größtem der Welt gemacht. Hinsichtlich der kostenintensiven Unterhaltung und Werbung ist Mahlberg für die Hilfe des Förderkreises dankbar, ohne den der Betrieb des Museums nicht möglich wäre. Der Erlös des Museumsfests wird abermals ins Museum gesteckt.

Draußen hatte Scherenschleifer Karl Dold aus Bad Krozingen genügend zu tun, die zuvor angelieferte Scheren und Messer zu schleifen, während an der ehemaligen Tabak-Verladerampe Elke Ruf sowie Marion und Erich Spinner demonstrierten, wie Strohfinken-Schuhwerk aus Maisblättern hergestellt wird. Diese werden im Alltag jedoch mittlerweile meist nicht mehr gebraucht, sondern sind eher bei Narre beliebt. Die Lahrer Manufaktur Lehmann hatte ihre Demonstration des alten Hand-Zigarrenwickelns leider kurzfristig absagen müssen. In einem schattigen Eck vor dem alten Tabakschopf entwickelte sich eine spezielle Sitz-Gemeinschaft. Dort fanden sich etwa der ehemalige langjährige Förderkreisvorsitzende Wolfgang Ohnemus sowie Jules Julien aus elsässischem Ebersmunster ein, der französische Président des Club de Cigare und der neuerdings auch noch ehrenhalber ernannte "Comte (Graf) de Montechristo für Zigarren". Seit nahezu 30 Jahren ist Comte Julien gern gesehener Gast in Mahlberg. Den weitesten Weg zum Museumsfest hatte Ralf Poppensieker aus Balingen zurückgelegt. Er hatte das Mahlberger Tabakmuseum als ausgewiesener Zigarren-Liebhaber einst zufällig entdeckt und dann lieben gelernt.

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