Museum würdigt Partnerstädte Sonderausstellung weckt viele Erinnerungen

Herbert Schabel
OB Markus Ibert (von links), Museumsleiterin Gabriele Bohnert, Kurator Christopher Schmitt und Cornelia Lanz, die Leiterin des Kulturamts, stehen hier neben und hinter der "Kanadagans", eines der auffälligeren Stücke der Sonderausstellung. Foto: Schabel

Im Stadtmuseum gibt es ab Sonntag eine Sonderausstellung zu den drei Lahrer Partnerstädten zu sehen. Gezeigt werden zahlreiche Erinnerungsstücke und Gastgeschenke, die bisher im "Schatzraum" des Rathauses deponiert waren.

Mit Dole ist Lahr seit 60 Jahren, mit Belleville seit 50 Jahren verbandelt. Die Partnerschaft mit Alajuela ist jünger, sie besteht seit "15 plus einem Jahr", wie Museumsleiterin Gabriele Bohnert beim Pressetermin mit einem Schmunzeln sagte. Eigentlich hätte das 15-Jährige der Verbindung mit der costa-ricanischen Stadt 2021 gefeiert werden sollen, doch dann kam die Pandemie dazwischen.

Jetzt gibt’s also die Sonderausstellung "Dole – Belleville – Alajuela", um so die runden Geburtstage der Partnerschaften mit diesen Städten zu begehen. Konzipiert worden ist die sehenswerte Schau von Museums-Volontär Christopher Schmitt, der sich dafür in der Geschenkekammer des Rathauses bedienen durfte – ein Raum unter dem Rathausdach, in dem sich Gaben der gelebten Partnerschaften angesammelt haben. "Bei Empfängen, gemeinsamen Festen oder dem Schüleraustausch sind in den vielen Jahren Präsente aus der Heimat der jeweiligen Partnerstädte überreicht worden", heißt es dazu in einer Mitteilung der Verwaltung. Darüber hinaus hatte Schmitt die Leser der Lahrer Zeitung um Beiträge gebeten, ein Aufruf, der auf fruchtbaren Boden gefallen ist. So ist an einer Wand der Bericht einer Austauschschülerin über einen Beinahe-Unfall zu lesen – auf der Rückfahrt von Dole hätte sich fast der Bus überschlagen.

Das war in den 1980er-Jahren, der Hoch-Zeit der Partnerschaften mit Dole und Belleville. Damals starteten öfters Busse mit Schülern und Vereinsvertreten in Richtung Dole, der Stadt im französischen Jura, während Freundschaftsflüge nach Belleville in der kanadischen Provinz Ontario abhoben. Dagegen ist es in den letzten Jahren ruhiger um Lahrs Städtepartnerschaften geworden, wie OB Markus Ibert beim Pressetermin einräumte, ein Umstand, der auch mit der Pandemie zu tun habe. Deshalb sei er besonders froh, dass Doles Bürgermeister Jean-Baptiste Gagnoux zur Vernissage am Sonntag (Beginn 11.30 Uhr) nach Lahr kommen wird, hob Ibert hervor. Um 13 und 15 Uhr werden einleitende Führungen angeboten.

Kanadagans ist ein Hingucker

Die Ausstellung soll allen Besuchern die Möglichkeit eröffnen, in Erinnerungen an die Städtepartnerschaften zu schwelgen, etwa über den Schüleraustausch. Anregungen dazu finden sich genug, zum Beispiel Fotos, auf denen sich vielleicht mancher Betrachter wiederkennen wird.

Hingucker sind Geschenke wie die hölzerne "Kanadagans", die die Lahrer Delegation beim Freundschaftsflug 1981 in Belleville erhielt. "Federvieh" gab’s auch in Dole – konkret die Metallskulptur "Gallischer Hahn", die die Lahrer nach einem Besuch 1992 in ihrem Gepäck verstauen durften. Aus Alajuela, der jüngsten Partnerstadt, gibt’s naturgemäß die wenigsten Mitbringsel zu sehen. Hervorheben kann man hier etwa die feuerrote Nachbildung einer "Carreta", eines landestypischen Ochsenkarrens, die der Freundeskreis Lahr-Alajuela 2005 von einem Besuch mitbrachte.

In diesem Jahr wird es im Stadtmuseum auch noch Sonderausstellungen zu 175 Jahren TV Lahr, 175 Jahren Lahrer Feuerwehr und natürlich auch noch zu 50 Jahre Eingemeindung zu sehen.

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