Müllen Trotz Funden soll gebaut werden

 Foto: Lahrer Zeitung

Bauwillige des Gebiets "Bei der Kirche" in Müllen können aufatmen: Der Gemeinderat hat beschlossen, die Erschließung des Baugebiets fortzusetzen, die archäologische Funde ausgraben zu lassen und keine zusätzlichen Gebühren zu erheben.

Neuried/Müllen. "Es sind wahrscheinlich die Römer, die uns beschäftigen", führte Klaus Person vom Bauamt im Rahmen der jüngsten Neurieder Gemeinderatssitzung aus. Die archäologischen Funde, die im Baugebiet "Bei der Kirche" in Müllen gemacht wurden, sollen nun, wie Person erläuterte gesichert und dokumentiert werden. Laut Denkmalamt sei die Bergung der Funde nicht sehr kompliziert, daher seien keine hohen Kosten zu erwarten. Dennoch bezifferte Person die geschätzten Gesamtkosten für die Ausgrabung auf 150 000 bis 200 000 Euro.

Für das Baugebiet seien bisher jedoch bereits Gelder in Höhe von 191 000 Euro geflossen. Würde das Gebiet nicht weiter erschlossen, könnten keine Bauplätze verkauft werden und es gebe keine Refinanzierung, erklärte Person weiter. Der Vorschlag der Verwaltung lautete, auf den bisherigen Bauplatzpreis 20 Euro aufzuschlagen und so die Ausgrabung teilweise zu finanzieren. So könnten rund 80 000 Euro an Kosten wieder hereingeholt werden. Die fehlenden 80 000 bis 120 000 Euro könnten durch den Infrastrukturzuschlag von künftigen Baugebieten in Müllen gedeckt werden, so der Vorschlag der Verwaltung.

Den Neurieder Ratskollegen missfiel dieses Vorhaben jedoch. Auf den Zuschlag von 20 Euro solle man verzichten, so Ratsmitglied Ewald Bühler. Dem stimmte auch Müllens Ortsvorsteherin Hilde Wurth-Schell zu. Für Ralf Wollenbär sei aus dieser Angelegenheit die Lehre zu ziehen, dass die Bauplätze künftig erst dann vergeben werden, wenn alles feststehe. Er betonte jedoch, dass die Mehrkosten nicht durch künftige Baugebiete in Müllen getragen werden sollten. Er sah hier die Gesamtgemeinde in der Pflicht, die Beträge zu stemmen.

Gemeinderatsmitglied Jochen Strosack sah die Preiserhöhung von 240 auf 260 Euro angemessen, wenn es neue Bauherren gebe. Diese wüssten nun über die Lage Bescheid. "Bleibt es hingegen bei den bisherigen Interessenten, sollte kein Zuschlag erhoben werden", sagte Strosack.

Thomas Eble stimme nicht zu, da die Kosten für ihn nicht kalkulierbar seien. "Ich würde nicht weiter erschließen", so das Fazit von Eble. Er fände es zwar schade für den Ortsteil Müllen, aber die Maßnahme sei zu unvorhersehbar. "Im Vorfeld wurden gravierende Fehler gemacht", kritisierte er weiter. Dem stimmte auch Klaus Person vom Neurieder Bauamt zu. "Dass etwas falsch gemacht wurde, stimmt", räumte Person ein. Bei den Vorarbeiten zum Baugebiet "Bei der Kirche" sei das Denkmalamt nicht beteiligt worden.

Mit vier Gegenstimmen befürwortete das Neurieder Gremium letztlich, das Baugebiet weiter zu erschließen. Bleiben die bisherigen Interessenten bei ihrem Vorhaben, in Müllen zu bauen, wird für sie der Bauplatzpreis bei 240 Euro pro Quadratmeter bleiben. Die Gemeinde will diese vor den unvorhergesehenen Kosten schützen. Für neue Interessenten, so der Beschluss, wird eine Zulage in Höhe von 20 Euro erhoben, diese zahlen demnach 260 Euro pro Quadratmeter.

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