Mühlenbach Waldbrandgefahr und Personenrettung

Mühlenbach - Die Feuerwehr rückt zur Brandbekämpfung an und es fehlt: Wasser. Was sich bei der Frühjahrsübung der Mühlenbacher Feuerwehr als vorhersehbares Szenario bestätigte, wäre im Ernstfall eine Katastrophe.

 

Kommandant Friedrich Uhl hatte für die Frühjahrsübung das Anwesen Müller im hinteren Hagsbach ausgewählt. "Neben dem Hauptgebäude stehen mehrere kleine Nebengebäude, oben besteht eine besondere Nähe zum Wald – und es gibt keinen Brandweiher im mittleren Hagsbach", erklärte er. Es sei ein sehr interessantes Objekt, der Wasserbedarf wäre im Ernstfall sehr groß – und der Talbach 450 Meter weit entfernt. "Jetzt im Frühjahr müsste einigermaßen Wasser vorhanden sein", schätzte Uhl vor der Übung.

Die Waldbrandgefahr wäre gerade im Frühjahr hoch. Deshalb seien auch verschiedene Riegelstellungen notwendig, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Im Alarmfall dauert es vier Minuten

Im Alarmfall dauere es vier Minuten, bis das erste Mühlenbacher Feuerwehrfahrzeug ausrücken könnte, in der vorbereiteten Übungssituation vergingen immer noch sieben Minuten, bis das erste Fahrzeug am Objekt eintraf. Der Löschangriff wurde aufgebaut, aber schnell war das mitgeführte Wasser aus dem Tanklöschfahrzeug aufgebraucht. Neun Minuten vergingen, bis die Wasserversorgung vom Talbach aus aufgebaut war und auch dann gab es keine stabile Versorgung. Das Fazit war klar: Im Ernstfall muss das Wasser aus dem Dorfbach kommen, solange es keinen Brandweiher gibt.

Neben der Wasserversorgung stand für die 29 Feuerwehrleute um Einsatzleiter Pascal Uhl die Rettung von sechs verletzten Personen im Mittelpunkt. Das Szenario war ein Zimmerbrand aus ungeklärter Ursache, der sich im Obergeschoss des Hauses ausgebreitet hatte.

Zimmer brennt aus ungeklärter Ursache

Dicke Rauschwolken quollen aus dem Gebäude, in routinierten Abläufen wurden die Verletzten über den Balkon und die Anlegeleiter gerettet. "Die Feuerwehrleute haben sehr umsichtig gearbeitet, damit bin ich sehr zufrieden", resümierte Kommandant Friedrich Uhl.

In Sachen Wasserversorgung bestehe dringender Handlungsbedarf, in direkter Nachbarschaft bestehe eventuell die Möglichkeit, eine ausgediente Güllegrube umzufunktionieren. "Da könnte mit wenig Aufwand viel erreicht werden."

Bürgermeisterin Helga Wössner dankte den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz. "Der Ernstfall hat gezeigt, wie wichtig Übungen und ein gutes Zusammenspiel sind", sagte sie.