Mühlenbach 2950 Stunden ehrenamtliche Arbeit

Freuen sich über den gelungenen Mühlenbacher Narrenkeller (von links): "Leader"-Geschäftsführerin Julia Kiefer, Bürgermeisterin Helga Wössner, Narrenchef Markus Maier und "Leader"-Vorsitzender Henry Heller.Foto: Wölfle Foto: Schwarzwälder Bote

Mit dem neuen Narrenkeller hat sich für die Mühlenbacher Narrenzunft ein lang gehegter Wunsch erfüllt. Nun sind die Bauarbeiten soweit abgeschlossen. Am Dienstagnachmittag wurde die "Leader"-Förderplakette übergeben.

Mühlenbach. Nach einer Umbauphase von nur einem Jahr erstrahlt die ehemalige Gemeindebücherei in neuem Glanz. Dort haben sich die Narren mit mehr als 2950 Stunden in Eigenleistung ihr neues Domizil geschaffen.

Bald nach der Schließung des Gasthauses Biersepp im Jahr 2017, das bislang der Treffpunkt der Narrenzunft gewesen ist, habe man den Antrag für die Umnutzung der Gemeindebücherei gestellt und ein Konzept dafür ausgearbeitet.

Durch die tatkräftige Unterstützung der Vereinsmitglieder, die rund 2950 Stunden an Eigenleistung erbracht haben, habe man den Kostenrahmen von rund 75 000 Euro halten können. Unter anderem sei ursprüngliches Gemäuer freigelegt, gesäubert und nachgefugt worden. "Auch die örtlichen Handwerker haben durch die kooperative Zusammenarbeit sehr zum Gelingen des Vorhabens beigetragen", lobte der Bauleiter. Etappenweise sei wegen der Corona-Pandemie aber leider gar nichts mehr gegangen.

"Ich war positiv überrascht, was aus diesem Raum geworden ist. Er ist sehr schön geworden und modern, dass es knallt. Der Narrenkeller liegt zentral, hat einen barrierefreien Zugang, ist ein Treffpunkt für alle Generationen und wird die Lebensqualität im Dorf steigern", betonte "Leader"-Vorsitzender Henry Heller. Schön sei zudem, dass die Gemeinde die Lokalität für diesen "Begegnungsraum für alle" zur Verfügung gestellt habe. Hier werde unter anderem Brauchtum gepflegt und man sei sich bewusst, wie wertvoll Vereine im Dorf sind. Positiv sei auch der Beitrag zum Ressourcenschutz, zur Entwicklung von kultureller Identität und Traditionspflege sowie zu Zusammenhalt und Austausch, unterstrich Heller.

Von den Projektkosten (rund 118 000 Euro) seien 63 000 Euro zuwendungsfähige bewilligte Nettokosten errechnet worden. Der Zuschuss belief sich so auf insgesamt 37 800 Euro. Von Seiten der Gemeinde gab’s zusätzlich 6300 Euro.

"Ich hoffe es gefällt euch, was wir mit euren Geldern geschaffen haben. Wir kriegen das Grinsen auf jeden Fall nicht mehr aus dem Gesicht", betonte Narrenchef Markus Maier, der sich nicht nur bei den Leader-Beauftragten Heller und Kiefer, sondern auch bei der Gemeinde, allen Helfern und Sponsoren bedankte.

"Sollte es Corona zulassen, wollen wir nach Pfingsten unseren Narrenkeller mittwochs und freitags ab 18 Uhr öffnen und bewirten", blickte Maier positiv in die Zukunft. Vermieten werde man die Location nur an Vereine oder die Gemeinde. Für private Feiern wird der Narrenkeller nicht zur Verfügung stehen.

Bürgermeisterin Helga Wössner hieß die Anwesenden, die sich alle zu Beginn einem Corona-Schnelltest unterzogen hatten, ebenfalls aufs Herzlichste willkommen. Es sei nicht ganz einfach gewesen, dieses Projekt auf die Beine zu stellen. "Der Kampf und die Arbeit haben sich gelohnt. Aber ohne die Unterstützung von ›Leader‹ wäre das Ganze nicht möglich gewesen", war sich das Gemeindeoberhaupt sicher.

"Unsere Zunft ist jetzt schon mehr als 40 Jahre alt und gute 20 Jahre lang haben wir dieses Domizil im Visier gehabt. Für mich ist heute einer der schönsten Tage für die Zunft", sagte Ehrennarrenvater Horst Keller voller Stolz, auch im Hinblick auf die vielseitige Unterstützung der Gemeinde. Allein Gerhard Volk habe hier, neben Jürgen Paepke, Mario Kaiser, Bernhard Schätzle und den vielen anderen Schaffern, um die 1000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet.

"Am 7. Oktober 2019 erhielten wir eine Förderzusage über die beantragten Mittel. Die Baugenehmigung wurde dann am 24. März 2020 erteilt", blickte Bauleiter Wilhelm Griesbaum zurück. Am 4. April habe man dann mit den Umbauarbeiten für den circa 60 Quadratmeter großen Gastraum, die 20 Quadratmeter große Aufwärmküche sowie die insgesamt 85 Quadratmeter großen Sanitär- und Lagerräume begonnen. "Die Arbeiten konnten dann im März abgeschlossen werden."