Mietersheim "Wir wollen die Natur nachhaltig nutzen"

Frank und Tina Krause sitzen im Wohnzimmer ihres energetisch sanierten Hauses vor dem Scheitholzofen mit Wassertasche, der für eine angenehme und gesunde Temperatur sorgt. Foto: Maier Foto: Lahrer Zeitung

Von Jürgen Maier

Mietersheim. Über die Energiewende wird in Deutschland viel diskutiert. Die Familie Krause aus Mietersheim trägt selbst einen Teil dazu bei. Ausgezeichnet dafür hat sie der Wettbewerb "Baden-Württemberg macht sich klimafit".

März 2013 in Mietersheim: Frank und Tina Krause erwerben ein Fertighaus aus dem Jahr 1972. Es ist trotz seines guten Zustands sanierungsbedürftig. Dazu benötigt es viel Energie. Zusammen mit dem Energieberater Jörg Maurer erstellen die Krauses eine Ist-Analyse des Fertighauses. "Was gibt es für die energetische Sanierung alles zu tun?", fragen sie sich.

Familie Krause muss viele Bereiche anpacken. Dass die Heizkörper und Fenster ausgetauscht werden, ist für sie sofort klar. Es wird ein Scheitholzofen mit Wassertasche eingebaut. "Auch die Rollläden werden wir verändern", legen die Krauses fest: die Kästen nach außen versetzen und die Bedienung elektrifizieren. Auch eine Lüftungsanlage mit einem Kreuzwärmetauscher wird eingesetzt. Sie hat einen Wirkungsgrad von 90 Prozent. Die Wände des Fertighauses werden entkernt.

Was treibt die Familie Krause an, ihr Haus energetisch zu sanieren und sich für die Umwelt einzusetzen? "Wir wollen die Natur nachhaltig nutzen", sagt Frank Krause. Er ist Jäger und sieht sich damit als aktiver Naturschützer. Krause ist als Angler in der Natur groß geworden, wie er erzählt. "Uns ist wichtig, dass unsere beiden Töchter in einer angenehmen und gesunden Umgebung aufwachsen", erklärt Tina Krause. Ihr Mann macht deutlich, dass die aktuellen günstigen Finanzierungsbedingungen und die Hilfe von Energieberater Maurer ganz entscheidend für den Erfolg der energetischen Sanierung ihres Fertighauses gewesen sind.

Insgesamt investiert die Familie Krause rund 100 000 Euro für die energetische Sanierung. Etwa 30 000 Euro finanziert sie durch einen Tilgungsrabatt und verschiedene Umweltpreise.

Aktuell sind sie von dem Wettbewerb "Baden-Württemberg macht sich klimafit" ausgezeichnet worden. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall sowie die Volksbanken und Raiffeisenbanken im Südwesten richten ihn aus. Familie Krause wird als umweltbewusster Hausbesitzer mit einem Bausparvertrag-Guthaben in Höhe von 10 000 Euro prämiert. Insgesamt hat der Bausparvertrag ein Volumen von 20 000 Euro. Auch wenn die Jury die "Wärmebrückenoptimierung und die damit verbundene hohe Wirtschaftlichkeit" betont, verweist Frank Krause auf die erwähnten zahlreichen Maßnahmen bei der energetischen Sanierung seines älteren Fertighauses.

Die machen sich nicht nur optisch bemerkbar. Anstatt 278 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr benötigt es nur noch 67 für die Energie. "Dadurch ist das Haus von einem 22- zu einem Vier-Liter-Haus geworden", erklärt Maurer. Familie Krause freut sich darüber.

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