Mietersheim Narren treiben’s bunt

Narren treiben’s bunt in Mietersheims Straßen

 

Mietersheim (cb). Mit viel Tamtam, ohrenbetäubendem Kuhglockengeläute und Böllerschüssen aus der Kanone der närrischen Bürgerwehr aus Peterzell/St. Georgen sind am Sonntag die drei Geburtstagsfeierlichkeiten der Mietersheimer Narrenzunft Schärmies zu Ende gegangen. Mehr als 2000 Narren zogen durch die Straßen des Stadtteils.

Am Freitag das Festbankett, am Samstag der Schweizer Abend mit viel Guggenmusik und Tänzen, am Sonntag der Höhepunkt: der Umzug. So war das Fest geplant und so lief es auch ab.

Punkt 14.11 Uhr am Sonntag starteten die Narren ihren Zug durch den Ort, angeführt vom Musikverein Harmonie Dinglingen. Neben den bekannten Masken und Häsen der ONB-Verbandszünfte und der Lahrer Vereine waren auch viele unbekannte zu sehen, die nur selten in die Region kommen. Das trifft vor allem auf die Schweizer Gruppen zu, die den Umzug mit ihren ungewöhnlichen Kostümen bereicherten. Zum einen waren es die Guggenmusiken, die farbenfroh gekleidet und auch geschminkt für Musik sorgten, zum anderen die närrischen, teils gruseligen Figuren, die so mancher jungen Frau am Straßenrand Angst einjagten oder zum hässlichen Gesicht ein ganz liebes Wesen zeigten.

Es kam auch vor, dass Hexen und Teufel kleine Kämpfe auf offener Straße vollführten und andere wiederum einen richtigen Hexensprung über den Besen zeigten. Wieder andere gesellten sich im Kreis, legten ihre Besen zusammen, um dann eine aus ihrer Mitte ganz nach oben zu hieven.

Ansonsten hatten die Narren wieder mal nur Unsinn im Kopf. Da wurden zum Beispiel Schuhe geklaut und während der Flucht die Schnürsenkel ausgefädelt. Alles kämpfen mit dem Hästräger nutzte dem jungen Opfer aber nichts. Es musste mit offenen Schuhen nach Hause gehen. Andere wiederum mussten um ihre Mützen bangen. Ob direkt per Hand vom Kopf gezogen oder mit der langen Schere, das ist ganz gleich. Hauptsache, der Eigentümer muss rennen und hüpfen, um wieder an seine Kopfbedeckung zu kommen.

Unter den vielen Guggenmusiken waren auch die Musiker der Gruppe »Lav(v)ida« zu finden, die sich aus Mitarbeitern der Lahrer Behindertenwerkstätten zusammensetzt.

Die Kinder am Straßenrand waren fasziniert vom Narrentreiben. Nicht nur wegen der bunten Masken und Kostüme. So viele Süßigkeiten auf einmal zu bekommen, war toll. Das stellte auch ein Knirps fest, der an der Hand seines Papas nach Hause ging und ganz aufgeregt erzählte, wie viel er abgesahnt hatte. Als Beweis wurden die vollgestopften Taschen des Vaters gezeigt. Ob er alles ganz alleine aufesse? Nein, kam als Antwort. Seine Schwester solle auch etwas davon abbekommen.

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