Messe wird zu Aufnahmezentrum Bis zu 500 Flüchtlinge sollen in Offenburg unterkommen

Marco Armbruster

Das Regierungspräsidium Freiburg hat am Donnerstag auf der Messe Offenburg im Eilverfahren ein Aufnahmezentrum für bis zu 500 Ukrainer eingerichtet. Noch am Abend sollten die ersten Flüchtlinge eintreffen, hieß es bei einer Pressekonferenz.

Offenburg - Eislaufhalle, Impfzentrum und nun Aufnahmezentrum: In und um die Messehalle 1 herrschte am Donnerstag reges Treiben. Viele Dutzend Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Deutschem Roten Kreuz und den Maltesern luden Lkw ab, bauten Betten auf, bezogen Matratzen und installierten Infrastruktur. Das Regierungspräsidium hatte am Nachmittag kurzfristig zur Pressekonferenz geladen, um über die Blitzaktion zu informieren. Unsere Redaktion hat das Wesentliche zusammengefasst.

Was genau ist für die Messehalle 1 geplant?

Auf der Messe Offenburg entsteht ein Aufnahmezentrum für Geflüchtete aus der Ukraine. Dafür hat das Regierungspräsidium Freiburg die Messehalle 1 angemietet. Bis zu 500 Menschen sollen ab Donnerstag dort unterkommen können. Von dieser kurzfristig eingerichteten Außenstelle der Landeserstaufnahmestelle Freiburg sollen sie dann auf die Landkreise weiterverteilt werden, so das Regierungspräsidium.

Wie lange sollen die Menschen dort bleiben?

Das Aufnahmezentrum ist lediglich als Durchgangsstation geplant. Dort werden die Flüchtlinge, die von der Koordinierungsstelle des Bundes in Hannover zugewiesen werden, registriert. "Sie werden möglichst schnell in feste Unterkünfte verteilt", versicherte Heike Spannagel, Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg. Sie gehe davon aus, dass die Menschen nur "einige Tage" dort verbringen werden.

Wann kommen die ersten Ukrainer?

Laut Spannagel sollten noch am Donnerstagabend die ersten Menschen aus Hannover in Offenburg eintreffen. Wie viele es sein würden, und ob es sich um Kinder, Jugendliche oder Familien handeln würde, war den Organisatoren von Regierungspräsidium, Landkreis und Stadt am Donnerstagnachmittag noch nicht bekannt.

Wann fiel der Startschuss für das Aufnahmezentrum?

"Gestern nach der Tagesschau", konstatierte Christoph Glaisner, Bezirksbrandmeister des Regierungspräsidiums Freiburg, am Donnerstag vor Pressevertretern. Um 20.45 Uhr habe es dann die erste Videokonferenz der Organisatoren gegeben. "Ab 6.30 Uhr standen die Helfer Gewehr bei Fuß", berichtete Kreisbrandmeister Bernhard Frei und betonte: Er sei stolz auf die Leistung aller Beteiligten.

Wieso läuft das alles so kurzfristig?

Die Landeserstaufnahmestelle Freiburg war akut an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Seit Kriegsbeginn seien dort mehr als 1000 Menschen aus der Ukraine aufgenommen worden. "Es war klar, da kommen jetzt täglich mehr", erläuterte Spannagel. Demnach musste dringend eine Lösung gefunden werden. Offenburg sei nun der erste neue Standort gewesen, weil dort vieles passe. Es würden jedoch auch Gespräche mit weiteren Städten laufen, so Spannagel.

Wer organisiert den Betrieb des Zentrums?

Das Regierungspräsidium Freiburg hat die Halle angemietet und richtet das Aufnahmezentrum " in enger Abstimmung mit dem Ortenaukreis und der Stadt Offenburg ein". Den Transport von Stockbetten und Co. aus Freiburg nach Offenburg organisierte das Technische Hilfswerk. DRK und Malteser kümmern sich um die Betreuung der Flüchtlinge, testen sie auf Corona und nehmen ihre Registrierung vor. Sie organisieren zudem einen Sanitätsdienst und auch ein hausärztliches Angebot mit der Kassenärztlichen Vereinigung, berichteten Sascha Koffer vom DRK-Ortsverein Offenburg und Christian Eggs vom Malteser-Hilfsdienst. Auch eine psychologische Betreuung und ein Beschäftigungsprogramm vor allem für Kinder würden organisiert. Die Messe Offenburg übernimmt das Catering und die Security für die Bewohner und Helfer. Das Migrationsamt organisierte kurzfristig neun ehrenamtliche Dolmetscher, um die Menschen am Abend in Empfang zu nehmen.

Wie gehen die Organisatoren mit Corona um?

"Wir sind vorbereitet, alle zu testen – auch per PCR-Test, wenn nötig", erklärte Kreisbrandmeister Frei. Offenburgs Feuerwehrkommandant Peter Schwinn ergänzte: "Wir bereiten auch vorbeugend eine zweite Halle für eine möglicherweise notwendige Quarantäne vor."

Wie sieht die Unterbringung konkret aus?

Die komplette Messehalle 1 war am Donnerstagnachmittag mit 250 Doppelstockbetten aus Metall belegt. Diese standen eng an eng, viel Privatsphäre gibt es in der Aufnahmestelle zunächst nicht. Darüber hinaus wurden Duschbereiche installiert. Es gibt auch abgetrennte Wickelbereiche oder zum Stillen von Babys.

Wie geht’s jetzt weiter?

Vieles ist noch unklar. Wie viele Flüchtlinge kommen werden und wie stetig Menschen nachrücken, konnten die Organisatoren am Donnerstag noch nicht sagen. Die Vertragslaufzeit mit der Messe sei bisher auch noch nicht konkretisiert worden, so Spannagel. Noch gebe es auch keinen festen Plan für die Verteilung der Flüchtlinge.

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