Meißenheim "Wir starten mit Optimismus durch"

Die Freude steht ihm ins Gesicht geschrieben: Reisebusunternehmer Manfred Schoor darf wieder Gäste begrüßen. Die erste Tagesfahrt ist am 10. Juni geplant. Foto: Bohnert-Seidel

Meißenheim - Am 10. Juni ist es soweit, dann wird Manfred Schoor seinen Reisebus nach Monaten erstmals wieder in Bewegung setzen können. Dass er nur die Hälfte an Gästen mitnehmen darf, ist für ihn "nicht weiter tragisch".

Die Fahrzeugschlüssel der Reisebusse können im Zündschloss wieder umgedreht werden, denn touristischer Busreiseverkehr ist seit dem 20. März wieder erlaubt. Manfred Schoor aus Meißenheim freut sich sehr, einige Gäste bald wieder begrüßen zu dürfen.

Es sei ihm bewusst, dass es nicht gleich wieder von null auf 100 starten könne. Dass er nur 25 Plätze statt der 50 in seinem Bus besetzen darf, ist für ihn aber kein Dämpfer. "Es lohnt sich immer", sagt Schoor gegenüber der Lahrer Zeitung. Falsch sein seiner Meinung nach, sich über die noch bestehenden Einschränkungen weiter zu ärgern, vielmehr sollte mit Optimismus nach vorne geblickt werden. "Ich bin mir sicher, dass sich bald auch die zweite Lockerungsstufe einstellen wird, es ist eben ein wenig Geduld gefragt. Jammern hilft niemandem", so Schoor.

645 Menschen fährt Schoor im Lockdown zu den Impfzentren

Dass die Menschen nach Reisen dürsten, sieht der Busunternehmer zum einen an den zahlreichen eingehenden Buchungen, zum anderen hat er in seiner Lockdown-Zwangspause zahlreiche Gespräche geführt: "Ich konnte nicht Zuhause sitzen und nichts tun, also habe ich die Menschen kostenlos zu den verschiedenen Impfzentren gefahren – insgesamt waren es 645 Bürger, da kamen einige nette Gespräche zu Stande", erzählt er. Während dieser Fahrten sei das Thema Reisen immer wieder aufgeploppt.

Seit November stehen die Busse des Meißenheimer Reiseunternehmens still. "Wir konnten in den vergangenen Monaten keinerlei Einnahmen reinholen", sagt Schoor im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. Umso mehr freue er sich, am 10. Juni wieder seine erste Tagestour fahren zu dürfen.

Und, weil er der Zukunft optimisitsch entgegensieht, würden auch – trotz weniger Gäste – die Preise nicht teurer. "Dass 2021 kein Luxus-Jahr mit großen Einnahmen wird, muss jedem Unternehmen bewusst sein", sagt er. Die nächsten Wochen sollten zu etwas ganz anderem dienen: "Die verschiedene Branchen sollten sich gegenüber der Politik beweisen, dass es mit Regelungen und Hygienekonzepten möglich ist, einen großen Schritt in Richtung Normalität gehen zu können."

Bei den ersten Tagesfahrten können nur Vollgeimpfte mit

Die erste Tagesfahrt gehe in den Schwarzwald, dort werde man in einem Gasthof gemeinsam Mittagessen, nachmittags gebe es dann Kaffee und Kuchen. Auch die Tage darauf seien bereits Tagesfahrten geplant. Dies seien zunächst Angebote für Vollgeimpfte. "Wir wollen auf Nummer sicher gehen", erklärt Schoor. Mehrtagestouren sind dann wieder ab dem 19. Juni geplant. Eine Übersicht gibt es auf der Homepage des Meißenheimer Unternehmens unter www.schoor-busreisen.de. Außerdem würde Schoor in der kommenden Woche 20 000 Flyer mit einem kompakten Überblick der bevorstehenden Angebote in der Region verteilen.

Angst vor den Busreisen bräuchten die Gäste jedenfalls nicht haben. "Wir haben ein gutes Konzept ausgearbeitet", sagt Schoor der LZ. "Außerdem wird geimpfter Busfahrer die Gäste begleiten", fügt er lachend an.

Info

Touristischer Reisebusverkehr ist erlaubt, wenn Start und Ziel in Kreisen liegen, in denen nicht die Regeln der Bundesnotbremse gelten – also die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Die Busse dürfen höchstens zur Hälfte besetzt sein. Maßstab ist die regulär zulässige Fahrgastzahl. Außerdem gilt Maskenpflicht, die Pflicht zur Kontaktdatenübermittlung sowie die Einhaltung der Abstandsregeln. Mitfahren dürfen laut Corona-Verordnung des Landes nur all diejenigen, die einen Test-, Impf- oder Genesenen-Nachweis besitzen.

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