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Meißenheim Wie man sich vor Einbrechern schützt

Polizeikommissar Ralf Kaufmann (links) und Manfred Derr, Fachmann für digitale Lösungskonzepte, begeisterten in ihrem Vortrag im Gasthaus Eintracht. Foto: Bohnert-Seidel

Meißenheim. Polizeikommissar Ralf Kaufmann und Systemtechniker Manfred Derr, der sich mit digitalen Lösungen für sichere Eigenheime auskennt, haben am Donnerstagabend zum Thema Einbruchs- und Sicherheitsschutz informiert. Zur Gesprächsrunde hatten die beiden CDU-Ortsverbände Meißenheim/Kürzell und Schwanau eingeladen.

 

Meißenheims Bürgermeister Alexander Schröder begrüßte die Referenten und Gäste. Er sagte, dass auch bei ihm Gefühl und Statistik auseinandergehen: Zwar gebe es weniger Diebstähle und Einbrüche, aber Täter machten selbst vor dem Rathaus nicht halt. Hohe Schäden verursachte dort ein Einbruch im vergangenen Jahr. Laptops wurden geklaut sowie Schäden an Fenster und Immobilien verursacht. "Leider ist die Fahndung nach den Tätern im Sande verlaufen", so Schröder.

2016 verzeichnete das Polizeipräsidium Offenburg 905 Wohnungseinbrüche. In der Summe, Einbrüche in gewerbliche Objekte oder öffentliche Einrichtungen inbegriffen, liege die Zahl bei gut 2500 Delikten. Die Aufklärungsquote liege derzeit bei 15 Prozent, so Kaufmann. "Werden die Einbrecher gefasst, kommen sie meist gleich wieder auf freien Fuß", warf ein Gast ein. Demnächst soll eine Gesetzesvorlage im Bundestag vorgestellt werden, die eine Mindesthaftstrafe von einem Jahr vorsehe, ergänzte der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß.

Lage an der Autobahn ist für Einbrecher günstig

Insgesamt sei im Land von einem Rückgang um 9,5 Prozent die Rede. Allerdings bedinge die für Einbrecher günstig gelegene Autobahn eine klassisch hohe Zahl an Einbrüchen in Ortschaften entlang der A 5. Schutz biete eine entsprechende Nachrüstung von Fenstern, Innenbeleuchtung, einsehbare Grundstücke und gesicherte Kellerschächte. Außerdem sollten die Fenster immer geschlossen bleiben, so Kaufmann weiter. Kippfenster oder nicht abgeschlossene Haustüren verhinderten gar einen Versicherungsschutz.

Guter Schutz bedinge auch eine gute Nachbarschaft in der Urlaubszeit. Die Briefkästen sollten geleert, Rollläden hin und wieder geöffnet werden von den Nachbarn. Mechanischer Schutz, über das Nachrüsten von Fenstern mit abschließbaren Fenstergriffen, besonderer Verglasung oder Pilzkopfverriegelung, in Verbindung mit einer besonderen Einbruchsmeldetechnik sei der ideale Schutz.

Den Einwand eines Besuchers, dass sowohl das Nachrüsten als auch die Einbruchsmeldetechnik ganz schön teuer wären und insbesondere für viele ältere Leute nicht bezahlbar, milderte Kaufmann ab. Er stellte die Förderfähigkeit von Nachrüstungen in Höhe von bis zehn Prozent aus dem Förderprogramm der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) vor. Manfred Derr, Fachmann für digitale Kameras, Gebäudesteuerung und Überwachung präsentierte Sicherheitssysteme.

INFO

Goldene Regeln

Kostenlose Beratung zum Thema Einbruchschutz erteilt das Polizeipräsidium Offenburg unter Telefon 0781/­21 45 15. Zudem hat die Polizei ein Merkblatt mit zehn goldenen Regeln für ein sicheres Zuhause veröffentlicht. Dort wird unter anderem geraten, die Eingangstür immer zweimal abzuschließen, den Schlüssel nicht außerhalb der Wohnung zu verstecken und Fenster auch bei kurzer Abwesenheit zu schließen.

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