Meißenheim Von Plastikmüll und neuem Schulfach

Die beiden Landtagsabgeordneten Martina Braun (Zweite von links) und Sandra Boser (Dritte von links) haben die Landfrauen in Meißenheim besucht. Foto: Lehmann Foto: Lahrer Zeitung

In gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen haben sich die Landfrauen aus Meißenheim, Kürzell und Ichenheim mit den grünen Landtagsabgeordneten Sandra Boser und Martina Braun zum Austausch getroffen. Einige Themen wurden diskutiert.

Meißenheim. Die Bezirksvorsitzende der Landfrauen Lahr, Gerda Roth, hatte einige Themen vorbereitet, die sie im Gespräch mit den Landtagsabgeordneten Sandra Boser und Martina Braun (Wahlkreis Villingen-Schwenningen) ansprechen wollte. Boser war mit ihrer Abgeordneten-Kollegin an diesem Tag in ihrem Wahlkreis unterwegs und machte an verschiedenen Stationen Halt.

Zunächst sprach Roth das Thema Alltagskompetenz als Schulfach a n. Viele Schüler würden heutzutage weder kochen, noch stricken können. Ihrer Meinung nach sei dies nicht nur alleine Sache des Elternhauses. Boser zeigte sich hier jedoch vorsichtig: "Bei der Schaffung neuer Fächer sind wir sehr zurückhaltend." Würden in den vergangenen Monaten doch immer mehr Themen als Schulfach gefordert, etwa die Demokratie oder auch der Klimaschutz. Positiv hob sie hervor, dass viele Schulen dennoch Küchen einrichten und AGs anbieten. Auch Braun betonte, dass auch die Eltern in der Pflicht seien, einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu schulen. Der bewusste Umgang mit Lebensmitteln müsse in der Familie gelebt werden, so Braun. Wichtig sei auch, regionale Produkte zu kaufen und so die einheimischen Produzenten zu unterstützen.

Diskutiert wurde auch das Thema Plastikverpackungen von Lebensmitteln und wie der Plastikmüll reduziert werden könnte. "Als Verbraucher haben wir mit unserem Einkaufsverhalten eine große Macht", betonte Braun und appellierte daran, verpackungsarm einzukaufen.

Nach der Schließung der Arztpraxis und der Apotheke in Meißenheim wurde auch die Ärzteversorgung thematisiert. Laut Boser gelte der Ortenaukreis als medizinisch überversorgt, wie es seitens der Kassenvereinigung heißt. "Das ist ein System, das der Landtag nicht in der Hand hat", so Boser. Und auch Braun brach eine Lanze für die engagierten Bürgermeister und Gemeinden: Die Kommunen seien dafür nicht verantwortlich.

Das Sprichwort "Handwerk halt goldenen Boden" kam ebenfalls zu Wort. Insbesondere der Fachkräftemangel mache vielen Betrieben zu schaffen. Junge Menschen seien nicht mehr bereit, eine Ausbildung zu absolvieren, sondern haben Studienberufe als Ziel. "Was bringen uns 1000 Architekten, wenn wir nicht einen Maurer haben", sagte Braun provokant. Für sie sei es wichtig, auch die praktischen Berufe zu stärken und mehr für die Lehrberufe zu werben.

Die Landfrauen Meißenheim, bei denen zum Kaffeenachmittag eingeladen wurde, feiern im kommenden Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. 37 Mitglieder zählen die Landfrauen Meißenheim, deren Kuchen bei verschiedenen Veranstaltungen immer wieder beliebt ist.

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