Meißenheim Urlaubsfieber in Meißenheim

Wo vor wenigen Wochen noch gähnende Leere war, herrscht nun Hochbetrieb: Fast 200 Wohnmobile parken derzeit auf dem Stellplatz in Meißenheim. Besitzer Tom Junglas freut sich über den "Boom", geht aber klar seinem Hygienekonzept nach.

Meißenheim. Dass es sich die Menschen trotz der Corona-Pandemie nicht nehmen lassen, in den Urlaub zu fahren, ist derzeit in Meißenheim zu sehen. Fast 200 Wohnmobile stehen dort, seitdem der Park wieder öffnen durfte: "Es ist dermaßen voll hier, was uns natürlich mehr als nur freut", sagt Stellplatzbesitzer Tom Junglas im Gespräch mit der Lahrer Zeitung.

Doch trotz des Hochbetriebs behalte er die Corona-Vorschriften sehr genau im Auge: Es werde darauf geachtet, dass die Wohnmobile einen Mindestabstand von drei Metern zueinander haben und Urlauber, die abends ihre Tische und Stühle zusammenrücken, werden aufgefordert, dies zu unterlassen. Darüber hinaus werde das Lagerfeuer, dass es am Wochenende immer gibt, auch nicht entzündet. "Das ist natürlich ein Punkt, der vielen hier schwer fällt, denn zu einem Camping-Urlaub gehört im Normalfall das Kontakteknüpfen mit dazu", weiß Junglas aus jahrelanger Erfahrung.

Es sei eine unbeschreibliche Atmosphäre, wenn Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen und Lebensumständen gemeinsam den Abend um das Lagerfeuer verbrächten. "Das muss man selbst einmal erlebt haben", sagt Junglas

Trotz der Einschränkungen sind Menschen aus ganz Deutschland nun auf dem Meißenheimer Stellplatz anzutreffen. "Einige haben schon im Vorfeld bei uns einen Platz bezahlt, um uns damit in der schwierigen Zeit zu unterstützen", sagt Junglas. Die Voraus-Gutschriften seien von wenigen Tagen bis hin zu zwei Monaten eingegangen. "Das ist für uns eine unglaubliche Wertschätzung. Wir waren sehr beeindruckt", so der Stellplatz-Chef. Dennoch: Die finanziellen Einbußen, die die vergangenen Monate mit sich brachten, könne auch durch den derzeitigen "Boom" nicht gedeckt werden – "noch nicht". Würde der Platz weiterhin so voll bleiben, bis Ende Juli, "könnten wir wieder auf Kurs kommen", sagt Junglas. Dies bezweifle er aber stark: "Sobald die Grenzen wieder öffnen, werden wir das hier auch zu spüren bekommen."

Eines sei jedoch für den Unternehmer klar: Die Corona-Krise habe dem Urlaub mit dem Wohnmobil in die Karten gespielt. "Mehr oder weniger gezwungen, haben viele Menschen diese Form des Urlaubs für sich entdeckt – zuRecht. Reisen mit einem Wohnmobil lässt sich mit einem einzigen Wort beschreiben: Freiheit", sagt Junglas.

Zu jeder Zeit könnten die Urlauber weiterfahren, sie müssten aber nur die Strecken zurücklegen, die sie wollen, hätten immer ein Stück Heimat mit an Bord und dazu Betten, in denen nur sie und kein anderer zuvor genächtigt hat. "Wo gibt es das sonst? In jedem noch so noblen Luxushotel haben zig Leute vor Ihnen geschlafen", sagt Junglas im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. Auch die Unabhängigkeit spreche für einen Wohnmobil-Ausflug.

"Es gibt Urlauber, die eigentlich nur für eine Nacht bei uns bleiben wollten, die sich dann aber spontan nochmals umentscheiden und fünf Nächte daraus machen." Dies spreche nicht nur für den Wohnmobilpark, sondern auch die Umgebung mit den vielen Sehenswürdigkeiten drumrum. "Die Leute fahren mit ihren mitgebrachten Fahrrädern rüber nach Straßburg oder den Rhein entlang, kühlen sich im Baggersee ab oder besuchen den Europa-Park", weiß Junglas. Viele Menschen ziehe es auch in den Rheinwald – "einige Urlauber kennen diesen Wald besser als die heimischen Bürger hier." Und auch das gute Wetter spiele eine Rolle: "Viele Menschen kommen aus dem Schwarzwald zu uns heruntergefahren, da es hier einfach noch mal um zehn Grad wärmer ist."

"Ausgebucht gibt es bei uns nicht", sagt Stellplatzbesitzer Tom Junglas. Dies liege daran, dass weder Reservierungen noch Buchungen im Voraus gebe. Wohnmobil-Besitzer müssten "auf gut Glück" den Park in Meißenheim anfahren. In den meisten Fällen erhalte aber jeder einen Platz, so Junglas.

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