Meißenheim Tagespflege wird stark nachgefragt

Bürgermeister Alexander Schröder (links) und Landtagsabgeordnete Sandra Boser informierten sich bei Michael Allgeier, Leiter der Tagespflege, über die Sozialstation Ried in Meißenheim. Foto: Röckelein Foto: Lahrer Zeitung

Meißenheim - MIt 15 Tagesgästeplätzen hat die Sozialstation Ried in Meißenheim 2014 ihr Projekt "Tagespflege" gestartet. Nun sind es 55 Plätze, die fast immer belegt sind. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Sandra Boser zeigt sich beeindruckt von der Arbeit.

"Wir sind sehr froh, dass Sie uns heute besuchen", begrüßte Martina Deutscher, Leiterin der Sozialstation Ried, die Grünen-Landtagsabgeordnete Sandra Boser. Auch mit dabei waren Bürgermeister Alexander Schröder, Bürgermeisterstellvertreter Heinz Schlecht, Gemeinderat Hans Spengler und Ortsvorsteher Hugo Wingert. Zusammen wurde sich ein Eindruck von der Sozialstation Ried gemacht. Los ging es in der Demenz-Tagespflege. Manche der Tagesgäste kämen täglich, andere wiederum nur am Wochenende oder ganz unregelmäßig, erklärt Angelika Nierlin, Chefin des Demenzzentrums. "Wir richten uns da ganz nach den Angehörigen".

Träger der Einrichtung sind die Kirchengemeinden

Abgeholt und heimgefahren würden die Gäste von Mitarbeitern der Sozialstation. Dafür stehen der Sozialstation 14 Autos zur Verfügung. Weiter ging es ins Gebäude nebenan, zum Zentrum für Tagespflege. Im Gemeinschaftsraum wird bereits mit Geschirr geklappert: um Punkt zwölf muss das Mittagsessen hier auf den Tisch stehen. Boser zeigte sich besonders in dem Tagesablauf auf der Sozialstation interessiert.

Nach dem Mittagessen begeben sich die Senioren meistens in den Gemeinschaftsruheraum. Der Raum ist ausgestattet mit Sesseln, die in einem Halbkreis angeordnet sind. "Es ist schon so, dass jeder hier einen bevorzugten Sessel hat", sagte Michael Allgeier, Leiter der Tagespflege. Auch ein Tisch mit Brettspielen steht bereit. "Bingo ist hier besonders gefragt", sagte Allgeier. Viele der Tagesgäste kommen aus den Ortschaften um Meißenheim herum und kannten sich zudem schon früher. Besonders geschätzt werde auch der Blick auf den Bach neben der Sozialstation, der derzeit aber durch eine Baustelle halb verdeckt ist.

Mit 15 Tagesgästeplätzen hat die Sozialstation Ried 2014 ihr Projekt Tagespflege gestartet. "Wir haben schnell gemerkt, dass die Plätze nicht ausreichen", sagte Deutscher. Mittlerweile gebe es insgesamt in den beiden Bereichen Demenz- und Tagespflege 55 Plätze, die fast immer alle belegt seien. Getragen wird das Haus von evangelischen sowie katholischen Kirchengemeinden. Zur Finanzierung der Tagespflege wurde die Station zudem mit 200 000 Euro vom deutschen Hilfswerk unterstützt.

Notruf-Knopf in eigener Wohnung für Hilfsbedürftige möglich

Neben der Tagespflege in Meißenheim, bietet die Sozialstation auch ambulante Hilfe und "Hilfe auf Knopfdruck" an. Dabei bekommen Hilfsbedürftige einen Notruf-Knopf in ihrer eigenen Wohnung überreicht, den sie bei Bedarf drücken und somit die Sozialstation informieren können. Auch die Nachbarschaftshilfe soll in der Gemeinde noch weiter ausgebaut und unterstützt werden.

Für Deutsch steht in der Tagespflege der Station im Ried ein klares Ziel im Vordergrund: "Es soll ein schöner Tag für unsere Gäste werden, aus welchem Grund auch immer sie her kommen." Auch Boser zeigte sich begeistert von der Sozialstation Ried. "Sie schaffen hier Kontakte für die Gäste, die sie alleine Zuhause nicht gehabt hätten. Das ist ein ganz wichtiges Angebot", wendete sie sich an Deutscher.

"Das Angebot der Sozialstation Ried in Meißenheim richtet sich an alle Menschen, die den Tag über Betreuung brauchen, aber weiterhin Zuhause wohnen wollen", erklärte die Leiterin Martina Deutscher. Die Tagesgäste werden abgeholt und wieder nach Hause gebracht. Geboten werde eine Verpflegung mit Essen, Medikamentengabe sowie, je nach den Bedürfnissen und Interessen, auch aktivierende und kulturelle Angebote, wie Ausflüge oder Konzerte. Es gelte den Gästen einen schönen Tag zu machen und pflegende Angehörige zu entlasten.

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