Meißenheim Silbermann-Orgel überzeugt Fechner

SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner (links) lässt sich von Michael Kaufmann und Susanne Moßmann die Besonderheiten der Silbermann-Orgel in Meißenheim erklären. In der Hand hält er eine originale Pfeife aus dem 18. Jahrhundert. Foto: Köhler

Meißenheim - Die Silbermann-Orgel in Meißenheim soll saniert werden. Da die Gemeinde jedoch die Kosten nicht alleine stemmen kann, hofft sie auf die Aufnahme des Instruments in ein Förderprogramm. Johannes Fechner möchte dies unterstützen.

Orgel ist "kein Museumsstück"

Sachverständiger Michael Kaufmann ließ die Silbermann-Orgel erklingen, als der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner die evangelische Kirche in Meißenheim betrat. Er möchte sich vor Ort selbst ein Bild von der Orgel machen, die im Jahr 2026 ihr 250-jähriges Jubiläum feiert und hierfür restauriert werden soll. "Die Gemeinde kann trotz Spenden nicht alleine für die Kosten aufkommen", erklärte Organistin Susanne Moßmann. Etwa 300.000 Euro benötige die Gemeinde.

"Ich kann nichts versprechen, die Konkurrenz ist groß", sagte Fechner gleich zu Beginn seiner Besichtigung, der neben Kaufmann und Moßmann auch Bürgermeister Alexander Schröder, Pfarrer Heinz Adler und Organist Frank Spengler beiwohnten. "Na dann müssen wir Sie jetzt überzeugen", nahm sich Spengler vor und führte die Besichtiger auf die Empore, auf der die 1776 vom Straßburger Orgelbauer Johann-Andreas Silbermann errichtete Orgel thront.

Dort erklärte Kaufmann dem interessiert zuhörenden Fechner die Besonderheiten des Instruments. So die Meißenheimer Orgel "handwerklich höchste Qualität" und die einzige Silbermann-Orgel, die noch an ihrem ursprünglichen Standort stehe. Rund zwei Drittel des Pfeifenwerks seien original von Silbermann ebenso wie das Gehäuse und die Windladen, sodass der Originalbestand 72 Prozent betrage.

"Die Orgel ist auch ein Zeichen für die Deutsch-Französische Freundschaft", merkte Bürgermeister Schröder an und nahm Bezug auf den französischen Erbauer. Er selbst sei auch als Laie fasziniert von der Mechanik der Orgel.

Pfarrer Adler merkte an, dass es wichtig sei zu wissen, dass die Orgel "kein Museumsstück" sei, sondern immer noch genutzt werde. Sie ziehe zudem durch ihre Bedeutung auch den Nachwuchs an. Es gebe immer wieder Anfragen, auf der Orgel zu spielen oder diese zu besuchen.

Weltreisender wollte unbedingt auf der Silbermann-Orgel spielen

Ein Weltreisender, begann Schröder eine Anekdote, habe sich zur Aufgabe gesetzt, auf den zehn besten Orgeln der Welt zu spielen. "Da waren viele große Orte dabei, aber eben auch Meißenheim", so der Bürgermeister.

Auf Fechners Nachfrage, wann denn die Restaurierung starten könnte, entgegnete Kaufmann, dass dies schon Ende des Jahres möglich sei, sollte "das Geld fließen". Frank Spengler betonte, dass das Projekt davon abhänge, ob die Orgel in die Förderung aufgenommen werde.

"Ich bin überzeugt und biete meine volle Unterstützung an", erklärte Fechner nach den leidenschaftlich vorgetragenen Argumenten und Geschichten. Die Entscheidung, ob die Silbermann-Orgel tatsächlich finanzielle Unterstützung erhält, falle Mitte Mai, so Fechner. Bis dahin müssen sich die Meißenheimer nun gedulden.

So läuft die Restauration

Bei der beabsichtigten historischen Überarbeitung soll unter anderem das Hauptwerk streng nach dem Original wiederhergestellt werden. Der Pfeifenbestand und die Windladen bilden die Basis. Hinzu kommt die Rekonstruktion der Mechanik und der Gebäuderückseite. Eine Keilbalganlage soll neu hergestellt und in die Orgel eingebaut werden. Einehistorische Stimmung der Orgel folgt abschließend.

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