Meißenheim Noch immer sterben die Eschen

Bernhard Ihle, pensionierter Leiter des Forstbezirks Lahr beim Landratsamt Ortenaukreis, zeigt kahle Eschen. Archivfoto: Schabel Foto: Lahrer Zeitung

Revierleiter Gunter Hepfer hat im Gemeinderat den Waldwirtschaftsbericht vorgestellt. Der Meißenheimer Wald habe noch immer mit dem Eschentriebsterben zu kämpfen, teilte er mit. Das Jahr 2017 wurde mit einem Minus abgeschlossen.

Meißenheim. Nur wenig erfreuliche Zahlen konnte Revierleiter Gunter Hepfer vom Forstbetrieb in Meißenheim verkünden. "Wir stecken mitten im Eschentriebsterben", sagte Hepfer bei der Vorstel lung des Waldwirtschaftsplans für das Jahr 2019.

Im Wesentlichen werde im Rheinwald mit dem Voll-Ernter gearbeitet und viel Brennholz lang angeboten, nur wenig Stammholz stünde zur Verfügung. 2017 sei der Erlös aus den Holzverkäufen so gering wie noch nie gewesen, hinzu kämen die hohen Erntekosten, die zu einem derart hohen Minus führten. Auch die Kulturkosten seien steigend, da die Wiederbewaldung aufgrund des Eschentriebsterbens viel Geld und Zeit in Anspruch nehme. "Die Neuanlage des Rheinwalds ist sehr aufwendig", erläuterte Hepfer, weshalb er bei den Neupflanzungen mehr auf Eichen-Mischwälder setze.

Eichen, Ulmen und Nussbäume sollen gepflanzt werden und so den Wald aufwerten. "Der Meißenheimer Gemeindewald ist noch immer ein Aufbaubetrieb", bekräftigte der Revierleiter, denn noch immer leiden einige Flächen unter den Folgen des Orkans Lothar, das Eschentriebsterben beeinträchtige das Ergebnis zusätzlich negativ, ebenso wie weitere, neu aufkeimende Krankheiten.

Die Trockenheit in diesem Sommer sei derzeit im Wald noch nicht zu spüren, wie Hepfer auf Nachfrage von Ratsmitglied Sven Santo ausführte. Dies werde erst in den Folgejahren spürbar, wenn das fehlende Wurzelwerk seine Spuren hinterlasse. Dies habe man schon für das Trockenjahr 2003 beobachten können, dessen Folgen ebenfalls erst einige Jahre später zu erkennen gewesen seien. Damals habe sich durch die Trockenheit das Wurzelvolumen verringert und in den folgenden Jahren hätten die Bäume deshalb im Sommer nicht ausreichend Wasser und Nährstoffe aufnehmen können.

Einzig positiv sei an der Trockenheit, dass sich das Triebsterben bei den Eschen verlangsamt habe. Der Pilz, der stets von nass-warmen Wetterlagen profitiert, hatte in diesem Jahr zu wenig Feuchtigkeit zum Wachsen.

Wildschweine sind im Wald kein Problem

2019 möchte Hepfer wieder den Holzeinschlag im Lahrer Wald forcieren. Einige Roteichen sollen gefällt werden, da diese als Sturmholz nicht länger erhalten bleiben können. Dazu schwächelt auch der Bergahorn und soll daher bald eingeschlagen werden.

"Derzeit befinden wir uns in einem Wandel und es gibt viele neue Schadenserreger", sagte Hepfer. Im kommenden Jahr sollen südlich der See­terasse Pappeln geschlagen werden. "Die Pappeln wachsen aus, wir müssen aufpassen, solang sie noch gut zu vermarkten sind", so Hepfer. Gleichzeitig soll dieses Flurstück neu bepflanzt werden: Auch hier möchte Hepfer auf Eichen setzen.

Da die Landwirte immer mehr mit Wildschweinschäden zu kämpfen haben, wollte Hans Spengler wissen, wie es sich im Wald verhält. Hier seien eher die Rehe das Problem, sagt der Revierleiter. "Wildschweine sind im Wald nur ein Randproblem". Lediglich an den Douglasien habe er Wildschweinschäden bemerkt.

Das Sterben der Eschentriebe ist eine durch den Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus ausgelöste Baumkrankheit. Der aus Asien stammende Krankheitserreger breitete sich von Polen nach Deutschland aus. Ein wirksames Mittel gegen ihn gibt es bislang nicht. Bis zu 90 Prozent der Eschenbestände könnten an dieser Baumkrankheit zugrunde gehen.

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