Meißenheim Kein Angriff auf Busfahrer

Dass es einen Polizeieinsatz an der Bushaltestelle in Meißenheim gab, das zeigt ein Video, das derzeit im Internet kursiert – nicht jedoch die Hintergründe. Foto: Symbolfoto: Röckelein

Meißenheim - Ein 30-Sekunden-Video macht auf Facebook derzeit die Runde: Ein Busfahrer soll in Meißenheim angegriffen worden sein. Das Offenburger Polizeipräsidium klärt den Einsatz auf: Nichts und niemand, teilte ein Sprecher der LZ mit, kam zu Schaden.

Empörte Reaktionen auf Facebook-Video

Mehr als 400 Mal geteilt, mehr als 90 Kommentare und zahlreiche empörende und verärgerte Reaktionen: Ein Video, das derzeit auf der Online-Plattform Facebook kursiert, sorgt für mächtig Wind. Zu sehen ist ein 30-sekündiger Ausschnitt eines Polizeieinsatzes in Meißenheim: Viele Menschen, ein bellender Hund, zwei Busse und Polizeiautos. "Mehrere Schwarze greifen Busfahrer an, der sich geweigert hat, sie ohne Mundschutz mitzunehmen", teasert der Facebook-User das von ihm gepostete Video an und empört sich im folgenden darüber, dass der Vorfall in der Presse nicht vermeldet wurde.

Kein Angriff und kein Messer 

"Es wurden keinerlei Straftaten begangen, ein harmloser Einsatz. So etwas vermelden wir im Regelfall nicht", klärt der Pressesprecher des Offenburger Polizeipräsidiums, Rüdiger Schaupp, auf Nachfrage der Lahrer Zeitung auf. Wie? Ein Busfahrer wird angegriffen – das ist keine Straftat? "Niemand wurde angegriffen und es entstand auch sonst kein Schaden", sagt Schaupp mit Nachdruck.

Eine 40-köpfige Gruppe, die in Meißenheim zu Besuch war, habe am Samstag, 11. Juli, kurz nach 18 Uhr mit dem Bus nach Lahr fahren wollen. Dem Busfahrer waren jedoch die Hände gebunden: Die Anzahl an Personen durfte er aufgrund der aktuellen Corona-Vorschriften nicht mitfahren lassen. "Er hatte angeboten, Frauen und Kinder mitzunehmen, womit die Gruppe jedoch nicht einverstanden war", schildert Schaupp.

Der Linienbus sei blockiert – aber nicht demoliert –­ worden, woraufhin sich der Fahrer gezwungen sah, die Polizei zu alarmieren. Mit Widerstand gegen die Maskenpflicht, wie der Facebook-User behauptet, habe das Ganze nichts zu tun gehabt. "Dass 30 Einsatzkräfte zur Bushaltestelle nach Meißenheim kamen, lag einzig und allein an der Gruppengröße. Außerdem waren sie sowieso gerade unterwegs", erklärt der Pressesprecher.

Ortsansässiger springt als Dolmetscher ein

Schnell habe sich die Lage wieder entspannt, auch, da ein Ortsansässiger, der zufällig die Haltestelle passierte, übersetzen konnte. Es habe Veständigungsprobleme gegeben. "Wir haben den Busfahrer fernab von der Gruppe befragt. Er versicherte uns, dass er weder angegriffen wurde noch zu irgendeinem Zeitpunkt ein Messer im Spiel war – eine Spekualtion, die ebenfalls derzeit die Runde macht", weiß Schaupp. Letztlich habe sich die Gruppe kooperativ gezeigt und den Vorschlag des Busfahrers angenommen: "Frauen und Kinder sind mit dem Bus nach Lahr gefahren."

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