Meißenheim Firma will in 90 Metern Tiefe graben

Das Kieswerk der Firma Rhein Main Kies und Splitt in Meißenheim besteht seit 1964. Im Vältinschollensee (oben rechts) soll künftig in 90 Metern Tiefe gebaggert werden. Auch der Damm zum Blattsee (links) soll wegkommen. Foto: RMKS

Meißenheim - Die Firma Rhein Main Kies und Splitt will im Vältinsschollensee in Meißenheim tiefer graben. Zudem soll langfristig der Trenndamm zum Blattsee abgetragen werden. Darüber hat die Firma am Dienstag Bürger in Meißenheim informiert.

Seit mehr als 50 Jahren betreibt die Firma nach eigenen Angaben die Kiesgrube auf der Gemarkung Meißenheim. Bisher wurde Kies in bis zu 75 Metern Tiefe gefördert, gewaschen und anschließend auf Schiffe im Kieshafen verladen. In den nächsten 15 Jahren soll in der Westhälfte des Sees bis zu einer Tiefe von 90 Metern Kies gefördert werden. Die Arbeiten im Ostteil des Baggersees seien soweit fertiggestellt, so Joachim Corbe, Geschäftsführer des Ingenieurbüros Wald und Corbe.

Gerd Hagenguth, Geschäftsführer von Rhein-Main Kies und Splitt (RMKS), stellte zu Beginn der Veranstaltung in Bezug auf den Abbau des Trenndamms klar: "Das Vorhaben mit der Firma Blatt ist sehr umständlich, deshalb stellen wir unabhängig davon einen eigenen Antrag zum weiteren Betrieb." Bei dem jetzigen Antrag ginge es ausdrücklich um die Bebaggerung des Westhälfte. Süd- und Westufer blieben dabei laut Corbe unangetastet. Nur im Nordwesten des Sees käme eine Flachwasserzone hinzu, welche die bereits bestehende Zone um zwei Quadratkilometer erweitere. "Wir gehen von der bisher genehmigten Konzessionsgrenze aus und der Abbau bleibt unter der Mittelwasserlinie," so Corbe.

Im Anschluss erläuterte Werner D. Spang, Geschäftsführer der Firma Spang Fischer Natzschka, die einzelnen gewässerökologischen Gutachten und Maßnahmen zur Kompensierung der negativen Auswirkungen. Sowohl im Bereich Pflanzen als auch beim Schutzgut Boden stellten die Sachverständigen für Gewässerökologie keine negativen Effekte des Vorhabens fest. Auch die Qualität des Wasser im See sei ideal. "Der Sauerstoff im See zirkuliert bis in die Tiefe, was auch maßgeblich am zufließenden Grundwasser liegt," sagte Spang.

Beim neuen Vorhaben gäbe es ebenso keinerlei Auswirkung auf das Grundwasser, jedoch müsste für die Tierarten vor Ort ein Ausgleich geschaffen werden. Durch einen Begleitplan leiste die RMKS laut Spang Reparatur an Natur und Umwelt. Darunter fallen die Entfernung des Gehölzes am Ufer in den Wintermonaten sowie das Umpflanzen des Schilfröhrichts in die neu angelegte Flachwasserzone. Für die Gelbbauchunke und die Kreuzkröte werden im Vorhinein neue Laichgewässer zum Ausgleich angelegt.

Damm wird in den nächsten Jahre noch nicht abgetragen

Die anschließenden Fragen der Bürger betrafen sowohl die vorgestellte Tiefbaggerung als auch das anstehende Abtragen des Trenndamms an der Gemarkungsgrenze. Gottfried Kiefer wollte konkret wissen, wie lange es denn dauere bis der Damm abgetragen werde. "Ich gehe davon aus, dass es nicht dieses und wahrscheinlich auch nicht nächstes Jahr passiert", antwortete Hagenguth. Sebastian Kleis, Vorsitzender des Segelsportclubs fragte, wohin sich der Bagger in Zukunft bewege. Heinz Schlecht, Betriebsleiter des Kieswerks, entgegnete: "Der Bagger wird sich nach Nordwesten vorarbeiten."

Auf die Frage von Kleis nach der Position der Verankerungen antwortete Schlecht: "Ich sehe in den nächsten 15 Jahren nicht, dass die Abspannseile auf dem Gelände des Segelsportclubs wegkommen." Hans Spengler, Mitglied des Gemeinderats, bedankte sich beim der RMKS für die Bestrebungen des Unternehmens, die landwirtschaftliche Fläche im Süden des Sees beizubehalten.

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