Meißenheim Derby sorgt für Gesprächsstoff

Die HSG Meißenheim/Nonnenweier (in Rot) hat das Derby gegen Altenheim gewonnen – danach wurde viel über eine Szene in Minute 45 diskutiert. Foto: Künstle Foto: Lahrer Zeitung

Es ging heiß her im Derby zwischen der HSG Meißenheim/Nonnenweier und dem TuS Altenheim. Für Gesprächsstoff sorgte allerdings nicht unbedingt das Spiel an sich, sondern vielmehr die Bewertung einer Szene nach etwa 45 Minuten.

Landesliga Nord, Frauen: HSG Meißenheim/Nonnenweier - TuS Altenheim 35:28 (22:15). Sportlich wurde am Samstagabend ein klarer Sieger gefunden. Hinzu kamen aufwallende Emotionen – während und nach dem Spiel. Mit Alain Krugell (Friesenheim) nur einen Unparteiischen beim Derby einzusetzen, warf von Beginn an Fragen auf. Noch dazu einen älteren Herrn, der schon den Tag über in der Halle stand und Mühe mit dem Tempo der Damen-Begegnung hatte.

Auf beiden Seiten fielen Entscheidungen, die Unmut schürten – bei Aktiven, Zuschauern und auf den Bänken. Der Unparteiische stand oft nicht optimal zur Situation, was strittige Situationen schuf. Etwa in Hälfte eins ein (nicht geahndetes) Einsteigen gegen HSG-Spielerin Kerstin Erb, im Gegenzug eine Situation mit Beteiligung Melanie Frenks (Altenheim), die ihr nicht viel Liebe seitens des Heimfans eintrug. Altenheims Coach Martin Valo sah seine Spielerin unfair behandelt. In der Pause ließ er durch Schiedsrichter und Offizielle ausrichten, der TuS werde das Spiel abbrechen, sollten die Reaktionen in Richtung Frenk nicht enden.

Dann die 45. Minute: Frenk ging in halblinker Position zum Angriff über, Erb stellte sich ihr, aus der Abwehr rückend, entgegen. Beide prallten zusammen, Frenk ging zu Boden. Der Schiedsrichter sah darin eine Abwehraktion, ein Freiwurf folgte. Frenk konnte danach nicht mehr mitwirken und wurde ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde eine Gehirnerschütterung diagnostiziert, wie ihr Trainer Valo am Sonntag bestätigte. Der Zusammenprall – Valo nannte es ein "unnötiges Foul" – sollte nach dem Spiel Thema bleiben.

Der Altenheimer Trainer sprach lange auf Zeitnehmer und Schiedsrichter ein. Ein Bericht zur Darstellung der Situation in Minute 45 aus Altenheimer Sicht wurde im Spielauftrag verfasst. Einspruch gegen die Wertung werde man aber nicht einlegen, so Valo. HSG-Coach Stefan Wilhelmi verfasste daraufhin einen Gegenbericht. Wilhelmi sagte, es sei eine Aktion gewesen, wie sie in jedem Spiel vorkommen könne. Somit stand und steht Aussage gegen Aussage.

Zum Spiel: In den ersten 25 Minuten agierten die Teams auf Augenhöhe. Der Gast war nach mehreren frei verworfenen HSG-Bällen bei 12:14 (19.) im Vorteil – doch in den letzten fünf Minuten drehte die HSG im Sturmlauf die Begegnung zum 22:15. Celine Frenk hielt stark, offensiv schoben Erb und Hanna Kern an. Nach der Pause baute die HSG den Vorsprung aus, feierte einen sicheren Derby-Heimsieg. Während Valo fehlendes Tempo seines Teams monierte, war Wilhelmi zufrieden. "Man hat gesehen, dass wir uns weiter an unsere Form herantasten. Gerade zum Ende der ersten Hälfte haben wir gezeigt, was wir können. Und das hat mir gut gefallen." HSG: Frenk, Schröder; Ziegler, Bader 1, Kern 6, Luick, Brunner 5/2, Erb 10, Fortin 3, Bensch 1, Kopf, Wilhelmi 9/2. Altenheim: L. Wurth, Biegert; Nautascher 7, Hörnig, Heini 1, Boos 1, Taubert, S. Wurth, Valha 6, Dolch, Frenk 1, K. Mannßhardt, A. Mannßhardt, Szill 12/7.

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