Meißenheim Blasse Gestalt im bunten Narrenvolk

Die Häs der Meißenheimer Zunft sind der Sage um die Hubmatten entlehnt. Neben Hexe und Troll ist nun auch der weiß-graue Nebelgeist mit von der Partie. Die beiden fehlenden Figuren "d‘ wiss Madam" und ein Schäfer sollen noch folgen. Foto: Lehmann Foto: Lahrer Zeitung

Die Meißenheimer Hubmattehexe haben Nachwuchs bekommen. Pünktlich zum Beginn der fünften Jahreszeit verstärkt der "Nebelgeist der Hub" die junge Zunft.

Von Jasmin Lehmann

Meißenheim. Drei Jahre ist es her, seit die Hubmattehexe ins Leben gerufen wurden. Damals startete die Zunft nur mit der Hexen-Figur, ein Jahr später kam bereits der Troll dazu. Vor wenigen Tagen wurde die dritte Figur fertiggestellt: der "Nebelgeist der Hub".

Der Nebelgeist ist eine weiß-graue Gestalt mit einem Stock, der vor Kampagnenbeginn noch Glöckchen erhalten soll. Freundlich lächelt die blasse Maske den Betrachter an. Der lange Umhang ist ebenfalls mit kleinen Glöckchen verziert. Doch wieso ein blasser Nebelgeist zwischen den farbenfrohen Figuren? Sowohl Hexen und Trolle als auch der Nebelgeist entspringen der Sage um die Hubmatten und das Heidengrab.

Im nebelverhangenen Wald werden nach dem Volksglauben die Vorfahren und die Seelen der Ungetauften im Hügelgrab wie auch die Nebelgeister im sumpfigen Wald um Mitternacht für eine Stunde wesenhaft. Zu dieser Stunde steigt auch "d‘ wiss Madam" aus dem Grab, die an der Hexenbrücke auf die Heimkehr ihres Geliebten wartet. Gleichzeitig hatten sich die Nebelgeister beim "Trollengärtle" und dem Bösen Anwender zum Wirbeltanz vereinigt. Doch zum Ende der Geisterstunde steigt nicht nur "d‘ wiss Madam" zurück in ihr Grab, auch der Geisterspuk ist vorbei. Kein Mensch traute sich früher allein in den Wald, denn dort war eine Brücke verwittert und alt, dort hausten Hexen, Geister und Trolle sagenumwoben und geheimnisvoll, heißt es in der Sage.

Die Idee ist bereits im vergangenen Jahr aus einer Laune heraus entstanden, wie Schriftführer Timo Schauer berichtete. Der Nebelgeist soll nun etwas Abwechslung in die 48-köpfige Gruppe bringen. Entworfen wurde das Häs erneut von Oberhexenmeisterin Marion Schauer, mit Anregungen von Häswart Jonas Belitz und Timo Schauer. Beim Schnitzer wurde erklärt, was die Zunft vorhat und wie sie sich die Maske vorstellt. Der Maskenmacher fertigte daraufhin ein Knetmodell an, an dem die Zunftmitglieder mitarbeiten konnten. Das Ergebnis der Holzmaske sieht laut Timo Schauer zwar meist etwas anders aus, aber die Zunft sei immer wieder positiv überrascht.

Vorerst ist nur ein Nebelgeist dabei, die Zunftmitglieder gehen jedoch davon aus, dass sich das bald ändern wird. Ziel ist es, alle Figuren der Sage in der Zunft zu haben. So stehen "d‘ wiss Madam" und ein Schäfer jeweils als Einzelfigur noch auf der Agenda. Beide Figuren sollen bis zum fünfjährigen Bestehen 2017 fertig sein.