Silbermannorgel in Meißenheim Besucher fasziniert von Orgelspiel

(red/ng)
Setzen sich für die Restauration der Silbermannorgel in Meißenheim ein (von links): Orgelbauer und Restaurator Andreas Schiegnitz, Kantor Frank Spengler, Kantorin Susanne Moßmann und Orgelsachverständiger Michael Kaufmann Foto: Adler

Musik: Konzertreihe geht zu Ende

Meißenheim - Mit einem Orgelkonzert mit drei Organisten und Videoprojektion ist am Samstag die dreiteilige Konzertreihe "Faszination Silbermannorgel" in Meißenheim zu Ende gegangen. Neben den beiden Meißenheimer Organisten Susanne Moßmann und Frank Spengler waren hochrangige Gäste zu hören: Michael Kaufmann spielte Werke von Grigny und Knecht, sowie zwei neue Kompositionen. Kaufmann betreut das Restaurierungsprojekt der Meißenheimer Orgel als Sachverständiger der Badischen Landeskirche und hatte kürzlich erst Fernsehaufnahmen an der Silbermannorgel gemacht, heißt es in der Mitteilung. Außerdem stellte sich Orgelbaumeister Andreas Schiegnitz aus Grünstadt/ Pfalz vor, der die Restaurierung der Orgel durchführen wird. Derzeit warten die Meißenheimer noch auf die Bearbeitung durch das Landesdenkmalamt, bevor es losgehen kann.

Drei Kameras auf der Empore aufgebaut

Höhepunkt und Abschluss des Konzerts war die berühmte Toccata und Fuge in d-moll – gespielt auf zwei Instrumenten: Moßmann an der Silbermannorgel und Spengler auf dem Orgelpositiv. Gebannt verfolgten die Zuhörer das Wechselspiel zwischen den beiden Orgeln. Mitglieder des Videoclubs Lahr hatten drei Kameras und eine Regieeinrichtung auf der Orgelempore aufgebaut. Großaufnahmen von Händen, Füßen und Gesicht der Organisten wurden unten auf die Leinwand projiziert. Vielen wurde so bewusst, dass eine Orgel mit Händen und Füßen – oft vier oder mehr Stimmen gleichzeitig –­gespielt wird und wie sich die Klangfarbe durch Registerwechsel ändert.

Meißenheims Bürgermeister Alexander Schröder moderierte das Programm und zeigte damit, dass auch die politische Gemeinde hinter dem Orgelprojekt steht. Kaufmann und Schiegnitz erklärten den Konzertbesuchern, wie bedeutend das Meißenheimer Instrument ist – nur zwei Silbermannorgeln sind auf deutscher Seite erhalten geblieben und der Originalbestand ist hier mit 72 Prozent außergewöhnlich gut.

"Wir haben einen außergewöhnlichen Schatz, ein Kleinod, das wir unseren Vorfahren verdanken. Für unsere Nachkommen wollen wir es erhalten", brachte es Pfarrer Heinz Adler auf den Punkt. Das Orgelbauprojekt wird umfangreich gefördert von Land und Bund, unterliegt aber auch zahlreichen Denkmalschutzauflagen. Die Kirchengemeinde muss einen Eigenanteil von rund 130 000 Euro aufbringen. Die Spendenkampagne begann mit dieser Konzertreihe. Nach den Stimmen der Zuhörer nach Konzertende ist das Motto aufgegangen: denn viele verließen tatsächlich fasziniert von der Meißenheimer Silbermannorgel die Kirche.