Meißenheim 535 000 Euro für Mühlbachbrücke

 Foto: Lahrer Zeitung

Eine enorme Kostensteigerung gibt es beim Neubau der Mühlbachbrücke im Bereich der Sozialstation Meißenheim. Trotz der Mehrkosten war der Gemeinderat mehrheitlich für den Neubau.

Meißenheim. Die Mühlbachbrücke im Bereich der Sozialstation muss erneuert werden. Im März diesen Jahres wurde eine Kostenberechnung gefertigt, die mit dem Regierungspräsidium abgestimmt und für plausibel erklärt wurde. Hier wurden die Baukosten mit 329 000 Euro inklusive Mehrwertsteuer beziffert, hinzu kommen Nebenkosten in Höhe von 82 000 Euro – macht in Summe 411 000 Euro.

Eine Überraschung waren die Summen, die im Rahmen der Ausschreibungen als Angebotspreise zum Vorschein kamen. Günstigstes Angebot war die Firma Ernst Schwarz aus Lahr mit 534 853 Euro und lag damit noch weit unter dem zweiten Angebot, das mit 849 353 Euro beziffert wurde.

Die Gemeinde erhält vom Regierungspräsidium Fördermittel von bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten – allerdings an der Kostenberechnung bemessen – dies sind Fördermittel in Höhe von 164 511 Euro. Sowohl für Dietmar Boos vom gleichnamigen Ingenieurbüro als auch für die Verwaltung sind die Preissteigerungen nicht nachvollziehbar. Aufgrund der Konjunktur seien die Preise zwischen 30 und 70 Prozent über den Kalkulationen. Ein Ergebnis, das nicht befriedigend sei, so Boos. Auch Bürgermeister Alexander Schröder betonte: "Bei diesem Preisunterschied schaut man schon zweimal hin." Doch auch in Nachbarkommunen, bei denen sich Schröder erkundigte, habe man dieselben Erfahrungen mit Preissteigerungen gemacht.

Eine Möglichkeit sei, die Ausschreibung aufzulösen und den Neubau zu verschieben, dies sei für Bürgermeister Schröder jedoch eine Option, die außer Frage stünde. Dennoch wollten einige Räte zu diesen Konditionen nicht für einen Neubau stimmen. Stefan Zimmermann etwa wollte die Entscheidung vertagen. Dies sahen die Experten vom Büro Boos jedoch kritisch, da auch in den kommenden Jahren noch Preissteigerungen anzunehmen seien und die Fördermittel bei einer neuen Antragstellung nicht sicher seien. "Es ist möglich, dass die Maßnahme 2019 nicht gefördert wird", so Boos.

Klaus Fuhrmann ging sogar so weit, dass er eine neue Ausschreibung anregte und auch Baufirmen aus dem Ostblock oder Amerika hinzuziehen wollte. Für Hans Spengler war klar "ich möchte keine Brücke aus Amerika" und auch Bürgermeister Schröder betonte, dass die Ausschreibung formal ablief und jeder anbieten könnte. Die Kosten seien ein bundesweites Problem. Weiter sei für Schröder das Risiko zu groß, die abgeschriebene Brücke nicht zu erneuern und appellierte an die Räte, die Kosten mitzutragen. Auch Sabine Fischer sah viele Zwangspunkte, die gegen einen Aufschub sprechen.

Mit zehn Ja-Stimmen und vier Gegenstimmen und einer Enthaltung haben die Räte für den Neubau gestimmt. Firma Ernst Schwarz wird die baulichen Maßnahmen übernehmen.

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