Mehr Rücksicht gefordert Ärger um Mülltonnen in Friesenheim

Christine Bohnert-Seidel
Teilweise reicht die Breite Gehwege, wie hier in der Weinbergstraße, nur gerade so aus, um die Mülltonne darauf zu stellen. Foto: Bohnert-Seidel

An Tagen, an denen die Müllabfuhr kommt, ärgern sich viele über im Weg stehende Mülltonnen – so auch in Friesenheim. Die Lösung des Problems? Mehr Achtsamkeit des Einzelnen, sodass die Behinderungen möglichst gering ausfallen.

An Müllabfuhr - Tagen" kann sich der Spaziergang auf dem Gehweg zur Herausforderung entwickeln. Ein wahrer Hindernislauf bahnt sich an, wenn Mülltonnen mitten auf dem Gehweg platziert werden. Fritz Windmüller aus Friesenheim ist in Sorge um das Wohl von Kindern und älteren Leuten, wenn sie wegen der Mülltonnen auf die Straße ausweichen müssen. "Viel lieber sähe ich, wenn die Mülltonnen direkt an den Straßenrand platziert werden", sagt der Friesenheimer gegenüber der Lahrer Zeitung. Komme die Müllabfuhr am Dienstag, stehe die Tonne bisweilen schon am Mittag des Vortags auf dem Gehweg. Hier wünscht er sich mehr Rücksicht von der Bevölkerung. Schließlich gehe es um die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer. "Ein Mülltonne hat auf dem Gehweg nichts verloren", so Windmüller.

Bitte um Verständnis für die Müllwerker

Das Amt für Abfallwirtschaft Ortenaukreis gibt über die Abfallwirtschaftssatzung eine Vorschrift heraus, die besagt: "Die zugelassenen Abfallbehälter müssen am Abfuhrtag bis spätestens 6 Uhr mit geschlossenem Deckel am Rand des Gehwegs oder, soweit ein solcher nicht vorhanden ist, am äußersten Straßenrand bereitgestellt sein. Fahrzeuge und Fußgänger dürfen nicht behindert oder gefährdet werden." Damit die Tonnen ordentlich entleert werden können, müssen sie schließlich irgendwo stehen. Susanne Huber, Abfallberaterin beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft, wirbt um Verständnis für die Müllwerker.

Immer wieder stelle die Entleerung Müllwerker vor Herausforderungen, betont Huber. Die zunehmende "Verparkung" der Mülltonnen sei ein Problem. Oft komme das Müllauto nicht an die Tonnen heran.

Einem Spagat gleiche auch die Standortfrage der Mülltonne. Steht die Mülltonne auf dem Gehweg, würden eventuell Fußgänger behindert. Steht sie auf der Straße, sei sie eine Gefahr für den rollenden Verkehr. Umso mehr sei die Mitarbeit jedes Einzelnen gefordert. Außerdem dienten die öffentlichen Verkehrsflächen auch der Abwicklung der Entsorgungsdienstleistungen, zu denen neben der Tonnenentleerung die Abholung der Gelben Säcke sowie die Sperrmüll- und Grüngutabholung zähle. Mit negativen Begleiterscheinungen sei an diesen Tagen zu rechnen, und diese müssten auch Akzeptanz finden. Um die Behinderungen so gering wie möglich zu halten, müssten die Abfallbehälter nach der Entleerung wieder zeitnah von der öffentlichen Verkehrsfläche zu entfernen.

Dass nicht überall direkt vor der Haustür die Tonne stehen kann, geben einzelne Straßenzüge an. Die Regelung der Entleerung und Platzierung der Tonnen wird im Zusammenwirken mit dem Abfuhrunternehmen getroffen. Es gibt Ortschaften, da hätten manche Häuser keine oder nur sehr kleine Gehwege vor dem Haus. Da sei es den Bewohnern zumutbar, die Tonnen auf die andere Straßenseite oder an einen anderen Stellplatz zu stellen. Eine Bereitstellung auf der anderen Straßenseite könne sich auch durch die Fahrzeugtechnik der Mülllaster ergeben. Es wird von einer Zumutbarkeit und der allgemeinen Mitwirkungspflicht der Abfallerzeuger ausgegangen. Von einer gegenseitigen Rücksichtnahme ganz zu schweigen. Das wünscht sich auch Fritz Windmüller in Friesenheim. Die Mülltonne sollte nicht zum Problemfall werden, was vor allem mehr Achtsamkeit von Seiten des Einzelnen erfordere.

Falsch befüllte Mülltonnen seien oft ein Problem für die Müllwerker, erklärt Abfallberaterin Susanne Huber. Schwerer Bauschutt beispielsweise gehöre nicht in die Restmülltonne. Im Sommer seien oft Maden erkennbar, wenn der Müll ohne Müllsäcke in die Tonne entleert wird.

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