Mehr Corona-Einschränkungen Kinzigtäler reagieren auf Alarmstufe

Aline Fischer, Lisa Kleinberger, Christina Kornfeld und Charlotte Reinhard

Für Ungeimpfte gelten ab Mittwoch in Baden-Württemberg drastische Einschränkungen: Dann tritt mit der Alarmstufe die nächste Stufe im Corona-Plan in Kraft. Das hat freilich auch Auswirkungen aufs Kinzigtal..

Mittleres Kinzigtal - Einzelhandel, Gastronomie, Friseure oder Sportvereine: In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens werden die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie noch einmal verschärft (siehe Infokasten). Einige Kinzigtäler berichten aus der Praxis – und sind überwiegend verständnisvoll. Handel: Wie genau kontrolliert wird, sollte in der Hand des jeweiligen Einzelhändlers bleiben, findet Martin Schwendemann. Für den Geschäftsführer des Haslacher Handels- und Gewerbevereins ist vor allem wichtig, dass kontrolliert wird. "Im Regelfall ist in unseren Einzelhandelsbetrieben derzeit wirklich nicht so viel los, als dass ›Eingangsposten‹ sinnvoll wären", beantwortet er die Anfrage unserer Zeitung. "Ein freundliches ›Wie kann ich Ihnen helfen, Sie mögen mir sicher Ihren Impfnachweis zeigen‹ ist ein hilfreicher Eisbrecher in Eingangsnähe, der in 99 Prozent aller Fälle dazu führen wird, dass die Kunden den Nachweis zücken und rein dürfen", ist er sich sicher.Friseur: Für weder geimpfte noch genesene Menschen wird der Friseurbesuch in Zukunft aufwendig und teuer, denn sie brauchen einen negativen PCR-Test. Das wird im Gespräch mit Volker Behrens von "Mode für Haare" in Hausach schnell klar. Trotzdem begrüßt er die neue Regelung. "Ich will meine Mitarbeiter und mich schützen", sagt er. Auch wenn er weiß, dass voraussichtlich weniger Kunden kommen werden. Er schätzt, dass bisher 15 bis 20 Prozent seiner bisherigen Kunden einen Schnelltest vorgelegt haben. Diese müssen also in Zukunft einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf und der laut Behrens bis zu 110 Euro kostet.

Gastronomie: Patrick Herrmann vom Fischerbacher Gasthaus Engel sieht der Alarmstufe gelassen entgegen. "2 G kommt, das ist durch. Wir dürfen also keine Ungeimpften oder nicht Genese mehr reinlassen. Das macht es für uns einfacher", sagt er. "Für uns ist das gut, für den Verbraucher natürlich nicht unbedingt." Nichtsdestotrotz habe auch das 3 G-Modell bei ihnen schon gut funktioniert. "Die Kunden haben ihre Nachweise unaufgefordert vorgezeigt, wir haben eine Servicekraft im Wechsel zur Kontrolle am Eingang abgestellt", berichtet Hermann. Auch bei 2 G rechnet er mit keinen Problemen. Auch seine Mitarbeiter trügen durchgehend Mundschutz, bis auf die in der Küche. Aber auch da überlege er, eine Maskenpflicht einzuführen, zumindest, wenn Hochbetrieb herrscht. Aber er ist sich bei allen Maßnahmen auch bewusst: "Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht." also Mitte Dezember, berichtet Vorsitzender Peter Buchholz, da der Verein vorher die Sporthallen gar nicht nutzen könne beziehungsweise dürfe. Bis dahin werde die Pandemielage stets beobachtet und dann entsprechend für eine Entscheidung bewertet. Die aktiven Sportler haben am vergangenen Wochenende ihr letztes Vorrundenspiel vor der Winterpause gehabt und trainieren aktuell auch noch im Freien.

Info: Weitere Regeln

In der Alarmstufe darf sich laut Webseite der Landesregierung Baden-Würtemberg nur noch ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Geimpfte und genesene Personen werden dabei nicht mitgezählt. Im Einzelhandel gilt eine 3G-Regelung, das heißt, für nicht-immunisierte Personen ist der Zutritt nur mit negativem Antigen-Schnelltest erlaubt. Ausgenommen von der 3G-Regel sind Geschäfte der Grundversorgung, Märkte im Freien sowie Abhol- und Lieferangebote. In den Schulen gilt in der Alarmstufe wieder die Maskenpflicht am Platz.

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