Mehr Alternativen zum Auto Ringsheim will ÖPNV und Radwege ausbauen

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Damit es für Ringsheimer attraktiver wird, auf das Auto zu verzichten, investiert die Gemeinde in Beratungen für den ÖPNV- und Fahrradweg-Ausbau. Quelle: Unbekannt

Um den Radverkehr auszubauen will sich die Gemeinde Ringsheim an einem "Masterplan" für die Südliche Ortenau beteiligen. Auch eine ÖPNV-Beratung ist geplant. All das unter dem Aspekt, alternative Angebote zum Autoverkehr zu schaffen.

. "Wir kommen gut nach Offenburg, wir kommen gut nach Freiburg. Aber nur sehr schlecht nach Herbolzheim und nach Ettenheim", fasste Bürgermeister Pascal Weber im Gemeinderat die ÖPNV-Lage in seiner Gemeinde zusammen. Mit dem Bahnhof verfüge man über die Schiene über hervorragende Anbindungen. Auch der Busverkehr nach Rust und damit nach Rulantica und zum Europa-Park sei gut ausgebaut. Nach Grafenhausen, wo einige Ringsheimer zur Schule gehen, jedoch nicht. Ebenso wenig in die benachbarten Städte Herbolzheim und Ringsheim, erläuterte der Rathauschef.

Um das in Zukunft zu ändern, investiert Ringsheim gemeinsam mit den Nachbarkommunen in eine ÖPNV-Beratung. Darin soll es neben allgemeinen Möglichkeiten vor allem darum gehen, die "Südspange" Europa-Park-Ringsheim-Ettenheim auszubauen. Insgesamt 30 000 Euro soll die Beratung Kosten; die Gemeinde Ringsheim steuert 5000 bis 7000 Euro bei, so Weber.

Der Bürgermeister stellte klar, dass es schwierig werden wird, die Wünsche aller Kommunen "unter einen Hut zu bringen" und, dass man immer noch auf dem Land sei und die Busse meist nicht voll besetzt sein würden. Man müsse mehr und mehr die Bürger in die Pflicht nehmen, diese Angebote auch zu nutzen, um in Sachen Verkehrswende etwas zu bewegen.

Auch beim Radverkehr sieht der Bürgermeister noch Steigerungsbedarf. Die Gemeinde möchte sich diesbezüglich an einem "Masterplan Radverkehr" für die Südliche Ortenau und den Nördlichen Breisgau beteiligen. Die Federführung darüber hat das Landratsamt Ortenaukreis.

Fokus des Plans soll auf der besseren Anbindung der umliegenden Gemeinden und des Europa-Parks an das Radwegefernnetz liegen. Insgesamt 100 000 Euro soll die Beratung kosten, von denen Ringsheim 5000 Euro übernimmt.

Gemeinderätin Anja Biehler machten die Planungskosten "stutzig". "Es ist ja dann noch kein Meter gebaut", kritisierte sie. Weber entgegnete, dass die Kosten im Verhältnis zu späteren Baukosten, die im Millionenbereich liegen könnten, im Rahmen seien. Thomas Maurer hingegen fand die 5000 Euro sogar "sehr wenig". Er begrüßte vor allem die Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinden.

Sowohl die Beteiligung am Masterplan Radverkehr als auch die Investition in die ÖPNV-Beratung wurde von Gemeinderat letztlich einstimmig beschlossen.

Ein Ringsheimer meldete sich bezüglich der Radwegeplanung in der Frageviertelstunde zu Wort. Er erkundigte sich nach der Möglichkeit eines Radschnellwegs nach Grafenhausen sowie nach einer Querungshilfe auf Ringsheimer Seite des Kreisverkehrs Richtung Ettenheim. Bürgermeister Weber versprach ihm, diese Punkte in die Überlegungen zum Masterplan aufzunehmen.

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