"Maximalversorgung gewährleistet" Klare Worte zum Lahrer Klinikum

Vor 50 Jahren wurde der Neubau des Lahrer Krankenhauses eingeweiht. Foto: Bildstein

Landrat Scherer kontert Lahrer Kritiker / 50 Jahren Krankenhaus-Neubau

Deutliche Worte vom Landrat: Frank Scherer hat ein klares Bekenntnis zum Lahrer Klinikum als Haus der Maximalversorgung abgegeben. Anlass war die Feierstunde zur Einweihung des Krankenhaus-Neubaus vor 50 Jahren.

Lahr - Landrat Scherer griff in seiner Ansprache in der Personal-Cafeteria die Sorge von Lahrer Kreisräten auf, trotz der geplanten Baumaßnahmen im Rahmen der Agenda 2030 in Lahr sei nicht gewährleistet, dass Lahr und Offenburg gleichermaßen zu Häusern der Maximalversorgung ausgebaut würden (wir haben berichtet).

Scherer betonte, dass der Kreistagsbeschluss zur Klinikreform gewährleiste, dass Lahr eine "zentrale Säule" in der Gesundheitsversorgung des Ortenaukreises bleibe. Beide Standorte sollen Krankenhäuser der Maximalversorgung werden. "Diese Entwicklung ist alternativlos", so der Landrat. Der Standort Lahr solle keinesfalls geschwächt werden.

Ein Versprechen, das Scherer mit Zahlen untermauerte. Allein in seiner Amtszeit seien 70 Millionen Euro in den Erhalt und Ausbau des Krankenhausstandorts Lahr geflossen. Für die geplante Sanierung und Erweiterung des Klinikums will der Kreis 183 Millionen Euro investieren. Scherer: "Das ist ein Wort, alles andere sind vergiftete Worte." Geplant seien drei neue Gebäude, ein neues Funktionsgebäude, das Bettenhaus Nord und eine Erweiterung des Bettenhauses West. "2033 steht in Lahr quasi ein neues Haus", betonte Scherer.

Stadt Lahr stehe zur Klinikreform

Oberbürgermeister Markus Ibert dankte zu Beginn für Scherers klare Worte, die "schon einen Teil meiner Rede vorweggenommen haben". Die Stadt Lahr stehe zur Klinikreform unter der Maßgabe, dass sowohl Offenburg als auch Lahr Häuser der Maximalversorgung werden sollen. Es gelte, Synergien auszubauen, sodass "beide Standorte ihre Stärken ausbauen können". Zugleich forderte Ibert, die Agenda-Beschlüsse "zeitnah mit Leben zu erfüllen". Dazu werde die Stadt ihren Teil beitragen – mit benötigten Flächen und dem weiteren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs vor allem in Richtung Bahnhof.

Lahr habe starke Kompetenzen entwickelt, unter anderem in der Kardiologie. Ibert rief Klinikum und Herzzentrum dazu auf, stärker zu kooperieren. Ibert warb außerdem für den Flugplatz Lahr als Standort für den Rettungshubschrauber in der Ortenau. Dass zuletzt auch Offenburg als Standort diskutiert wurde, könne er nicht verstehen.

Medizindirektor Peter Krämer schlug einen Bogen vom "Armenspital" im 13. Jahrhundert bis zum heutigen Klinikum. Den Festvortrag hielt Giovanni Maio, Professor für Bioethik und Medizinethik an der Universität Freiburg. Sein Thema: "Über die Identität des Krankenhauses in einer Zeit des Umbruchs – eine ethische Analyse". Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Helmut Dold und Philipp Moehrke.

Die Geschichte des Krankenhauses geht auf das Jahr 1837 zurück, als an der Kreuzstraße ein Krankenhaus für Dienstboten und Handwerksgesellen eröffnet wurde. Bald erwies es sich als zu klein, sodass 1890 ein Neubau geplant wurde. Am 1. Mai 1900 nahm das Bezirkskrankenhaus Lahr auf dem Gelände der heutigen Klinik seinen Betrieb auf. Der Bau hatte 160 Betten und wurde 1929 durch ein Wöchnerinnen-Wohnheim und 1952 durch ein Bettenhaus ergänzt. 1961 beschlossen Stadt und Landkreis Lahr den Abriss des alten und den Bau eines neuen Krankenhauses. Dieses wurde am 24. September 1971 eröffnet.

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