Mahlberg Zaun nein, Video-Überwachung ja

Aktuell ist der Grundschulhof in Mahlberg aufgrund von Vandalismus mit einem provisorischen Bauzaun abgesperrt. Einen dauerhaften Zaun lehnte der Gemeinderat ab.Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Vandalismus auf dem Pausenhof der Grundschule hatte Schulleiterin Johanna Herrmann dazu bewogen, eine Umzäunung zu beantragen. Ihr Wunsch wurde vom Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt – eine Videoüberwachung soll es jedoch geben.

Mahlberg. Zur Sprache gekommen war die gewünschte Umzäunung für den Pausenhof schon in einer vergangenen Sitzung (wir berichteten). Nun hatten Rolf Baum und Thomas Schwarz im Vorfeld zur Sitzung am Montag beantragt, dass der Zaun aus dem Haushaltsplanentwurf gestrichen werden soll.

Laut des Angebots wäre der Zaun 82 Meter lang gewesen und in drei Abschnitte untergliedert worden und hätte über vier Zugangstore verfügt. Die Abschnitte hätten sich in einen Bereich zwischen der Aula und dem bestehenden Zaun beim Anwesen Maier am hinteren Eingang in den Keller der Stadthalle unterteilt. Einen weiteren Abschnitt hätte es zwischen dem Anwesen Schmidt, Seeweg und dem Schulgebäude sowie einen dritten Abschnitt entlang des Verbindungswegs des Treppenabgangs von der Bromergasse in die Brunnenstraße gegeben. Die Kosten waren auf 14 000 Euro veranschlagt.

Ob die genannte Summe ausreichen würde, bezweifelte Schwarz. Beantragt war der Zaun worden, weil Jugendliche den Schulhof als Treffpunkt nutzen würden. Sollte man dies mit einem Zaun unterbinden, so Schwarz, würde der Treffpunkt Jugendlicher und der damit verbundenem Vandalismus nur an eine andere Stelle verlagert werden. Ihm pflichteten später Barbara Frieden und Manuel Hilß bei. "Auch an anderen Stellen gibt’s Dreck und Hundekot", sagte Hilß. Frieden sah die unschöne Situation als ein gesellschaftliches Problem. "Das können wir nicht mit einem Zaun lösen."

Nicht jeder Dreck wird von Jugendlichen zurückgelassen, auch Erwachsene seien Verursacher – allerdings "nur" von Abfall oder Hundekot, wie Benz zu bedenken gab; in der Vorlage war auch explizit von Glasscherben, benutzten Kondomen und teilweise benutzten Spritzen die Rede gewesen.

Bürgermeister Dietmar Benz sah das Bedürfnis von Jugendlichen sich zu treffen und erkannte, dass der Schulhof allgemein von Anwohnern und Spaziergang als Durchgang genutzt wurde – aktuell ist der Schulhof wegen Corona mit einem provisorischen Bauzaun abgesperrt. Die Sicherheit von Grundschülern gehe für ihn aber vor, die von Schulleiterin Johanna Herrmann angeführten Sicherheitsbedenken nannte er nachvollziehbar und verständlich. Ulrike Kesselring erwähnte zudem, dass Sorgerechtsstreitigkeiten auf dem Schulhof ausgetragen würden, so habe ein geschiedenes Elternteil Kontakt zum Kind auf dem Pausenhof gesucht.

Beim Thema Sicherheitsaspekte waren Jannick Obergföll und Nikolaj Blasi gegensätzlicher Meinung. In anderen Gemeinden wäre der Schulhof auch eingezäunt, so Obergföll. Nicht notwendig sei ein Zaun, so Blasi weil der Pausenhof "aufsichtstechnisch völlig unproblematisch" sei. Generalistisch sah’s Bernd Sannert. Ein Zaun war für ihn die "allerletzte Möglichkeit", Probleme zu lösen.

Letzten Endes wurden die Mittel für einen dauerhaften Zaun um dem Pausenhof mit großer Mehrheit gestrichen. Drin bleiben aber die Kosten für die Videoüberwachung des Schulhofs und des Platzes am Tabakmuseum zwischen Tabaktrockenschopf und Kassenraum. Die Einwände Baums, der Bedenken wegen des Datenschutzes hatte und wissen wollte, ob es sich dabei um öffentliche Plätze handle, hatte Benz zurückgewiesen.

Hinsichtlich des Pausenhofs wurde auch der Vorschlag von Barbara Frieden diskutiert. Sie hatte vorgeschlagen, dass der Betreuer des Jugendzentrums Kontakt mit Jugendlichen aufnehmen solle, die sich auf dem Schulhof und an anderen Plätzen treffen würden. Einen weiteren Vorschlag Friedens nach Polizeikontrollen empfand Dietmar Benz als "wirkungslos", er selbst wollte auch nicht als "Ortspolizist" tätig werden.

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