Mahlberg War es wieder der Feuerteufel?

Erneut ist ein Fahrzeug in Mahlberg in Flammen aufgegangen – die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus. Foto: Künstle

Mahlberg - Der Feuerteufel in der südlichen Ortenau hat sich vier Monate lang ruhig gehalten. Doch am Montag brannte in Mahlberg erneut ein Auto: Totalschadden. Die Kriminalpolizei will Brandstiftung nicht ausschließen.

Insgesamt sind in den vergangenen zwei Jahren in der Region mehr als 60 Fahrzeuge angezündet worden, der Schaden beträgt längst mehr als eine halbe Million Euro. Immer wieder war die Serie buchstäblich aufgeflammt und dann wieder für längere Phasen erloschen. Der letzte Fall ereignete sich August dieses Jahres.

Die Pause des ominösen Brandstifters beruhigte die Gemüter in den betroffenen Gemeinden. Doch in Polizeikreisen, so war zu hören, traute man dem Frieden nicht so recht. Der Kriminelle könne jederzeit wieder zuschlagen, hieß es besorgt. Allerdings war er bei einem seiner letzten Anschläge von Passanten gesehen worden. Das hatte ihn möglicherweise vorsichtiger gemacht, hieß es.

Nun könnte er doch wieder zugeschlagen haben. Am Montagabend wurde durch Anwohner ein Fahrzeugbrand in Mahlberg gemeldet. An einem geparkten Renault entwickelte sich im Frontbereich ein Feuer, welches durch die Feuerwehr gelöscht werden musste.

Beamte der Kriminalpolizei nahmen die Ermittlungen auf. An dem Fahrzeug entstand ein wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von 4000 Euro, meldete die Polizei. Nach ersten Erkenntnissen könne eine vorsätzliche Brandlegung derzeit nicht ausgeschlossen werden, Gewissheit werde jedoch erst die Untersuchung der Spurensicherer geben.

Zeitgleich tagte der Gemeinderat

Der aktuelle Fall ereignete sich am Montagabend just an derselben Stelle am Parkplatz der Schlossauffahrt, in der Nähe des Rathauses, wo schon ein anderer Wagen angesteckt worden war. Im Rathaus tagte am Montag zeitgleich der Gemeinderat, bekam jedoch von dem Brand nichts mit, bis die alarmierte Feuerwehr laut anrückte. Beim dem mutmaßlichen neuen Brandstiftungsfall hat es nun das Auto einer Bewohnerin der alten Burg in Mahlberg erwischt. Voriges Mal hatte es an nahezu der gleichen Stelle das Fahrzeug einer Mahlberger Rathausmitarbeiterin getroffen. Damals stand das jetzt abgebrannte Auto direkt daneben und konnte von der Feuerwehr gerade noch erfolgreich abgeschirmt werden. Nun hat es das Fahrzeug doch noch mit Totalschaden erwischt.

Auch dieses Mal war die Freiwillige Feuerwehr Mahlberg mit zwei Löschfahrzeugen wenige Minuten nach Alarmierung extrem schnell am Einsatzort, konnte dadurch einen Fahrzeug-Vollbrand verhindern, samt Übergiff auf ein daneben stehendes Auto. Der mutmaßliche Brandstifter hatte offensichtlich einen gezündeten Brandbeschleuniger auf dem vorderen linken Autoreifen des Renault deponiert, um sich, wie bislang stets, unbeobachtet zeitig entfernen zu können. Mit dieser Masche waren auch die anderen mehr als 60 Fahrzeuge in der südlichen Ortenau angezündet worden.

Ein Bewohner der Burg hörte am Montagabend nach Informationen der Lahrer Zeitung einen Reifen-Platzknall und sah Feuer. Da stand das Auto schon in Flammen. Auch die Polizei war sogleich zur Stelle.

Rund eine Stunde nach der Brandmeldung trafen auch Komissions-Experten der Kriminalpolizei mit Blaulicht ein, um Beweismittel sicher zu stellen. Sie dürften erneut Stoff bekommen, die Fahndungsschlinge nach dem Auto-Zündler enger zu ziehen.

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