Mahlberg Stadt Mahlberg lässt Autos bewachen

Mahlberg - Sicher ist sicher: Nach mehreren Autobränden rund um das Rathaus hat die Mahlberger Stadtverwaltung einen Wachdienst beauftragt. Auch beim Fahrzeuglogistiker Mosolf wurden nach LZ-Informationen Schutzmaßnahmen ergriffen.

Mahlberg ist von der Autobrandserie besonders gebeutelt. Etwa ein Viertel der mehr als 60 Fahrzeuge, die seit September 2017 in der südlichen Ortenau in Flammen aufgegangen sind (siehe Info), wurde in der Stauferstadt angezündet. Auch in unmittelbarer Nähe des Rathauses hat es schon zweimal gebrannt, im Oktober 2018 und jetzt erst wieder kurz vor Weihnachten. Obschon die Polizei diese beiden Fälle nicht der Serie zurechnet. "Wie bereits beim ersten Feuer ist auch das Motiv für die zweite Brandlegung nach aktuellem Stand im persönlichen Bereich zu suchen", erklärte Polizeisprecher Wolfgang Kramer nun gegenüber der LZ. Auch die jeweilige Spurenlage am Tatort deute nicht auf das Werk des Serienbrandstifters hin, so Kramer.

In Mahlberg geht man auf Nummer sicher. Bürgermeister Dietmar Benz bestätigte am Dienstag LZ-Informationen, wonach ein privater Wachdienst während der Gemeinderatssitzungen das Gelände rund um das Rathaus bewacht: "Beide Feuer wurden gelegt, während im Rathaus das Gremium tagte. Ich will nicht riskieren, dass das Eigentum von Mitarbeitern oder ehrenamtlichen Gemeinderäten weiteren Schaden nimmt." Hintergrund: Der Brandanschlag vom Oktober 2018 galt dem Auto einer Verwaltungsangestellten.

Laut Benz war es am Montagabend das dritte Mal, dass ein Wachmann vor Ort war, für eine weitere Gemeinderatssitzung habe er das Lahrer Sicherheitsunternehmen bereits gebucht. "Das hat die Verwaltung eigenständig entschieden, die Kosten von 150 Euro pro Abend sind überschaubar und aus meiner Sicht absolut verhältnismäßig."

Im Rat selbst, räumt Benz ein, sei seine Maßnahme am Montag nicht-öffentlich "durchaus kon­trovers" diskutiert worden. "Durch die Vorfälle der vergangenen Wochen ist eine große allgemeine Verunsicherung entstanden. Durch den privaten Wachdienst soll das subjektive Sicherheitsgefühl wieder steigen", rechtfertigt der Rathauschef sein Vorgehen. Er selbst, sagt Benz, gehe mittlerweile zu Fuß zu den Ratssitzungen.

Eine ganze andere Nummer als der Rathausplatz in Mahlberg ist freilich das 94 Hektar große Gelände des Fahrzeuglogistikers Mosolf zwischen Kippenheim und Lahr. Das Areal an der B 3, auf das 32 000 Autos passen, ist umzäunt, Einlass gibt es nur über die Tag und Nacht besetzte Pforte. Dennoch setzt das Unternehmen nach LZ-Informationen wegen der anhaltenden Brandserie seit geraumer Zeit auf präventive Maßnahmen. Auch dort hat man einen Sicherheitsdienst engagiert. Denn: Nicht alle Fahrzeuge stehen hinter dem Zaun. Wie viel Personal um das Gelände patrouilliert und wie viel sich das das Unternehmen kosten lässt, war am Dienstag nicht zu erfahren; die Mosolf-Geschäftsführung ließ eine entsprechende Anfrage unbeantwortet.

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