Mahlberg "Sie geben einem eine Lebensaufgabe"

Esther Kolb mit vier ihrer fünf Hunde (von links): Diva, Cherie, Sunny und Kira Foto: Göpfert Foto: Lahrer Zeitung

Zum sechsten Mal veranstaltet Esther Kolb am Samstag, 28. Juli, ein Hundefest, um den rumänischen Straßenhunden zu helfen. Auch die Präsidentin der Vereinigung für Tierschutz in Rumänien, Carmen Arsene, wird auf dem Fest sprechen.

Mahlberg/Kappel-Grafenhausen. Glänzendes Fell, wohlgenährt und aufgeweckt und dazu ein Frauchen, das sich liebevoll um sie kümmert. Es ist kaum zu übersehen: Diva, Cherie, Sunny, Kira und Baby führen ein glückliches Hundeleben. Doch das war nicht immer so. Die fünf stammen aus der Smeura im rumänischen Pitesti, dem größten Tierheim der Welt. Und hätte Esther Kolb sie nicht gerettet, würden sie heute wohl nicht mehr leben.

"Das Elend hört und hört und hört nicht auf", sagt Kolb betroffen über die Situation der Straßenhunde in Rumänien. Die Zahl der streunenden Hunde dort wird auf bis zu zwei Millionen geschätzt, allein in der Hauptstadt Bukarest mit ihren 1,7 Millionen Einwohnern leben zwischen 40 000 und 60 000 Straßenhunde – ein Erbe des Diktators Nicolae Ceausescu. Dieser zwang die Landbevölkerung in enge Plattenbauten in die Städte, in die sie ihre Hunde nicht mitnehmen konnten. Die daraufhin "freigelassenen" Tiere vermehrten sich unkontrolliert.

Brutales Vorgehen gegen Straßenhunde

Ein lohnendes Geschäft für Hundefänger, deren Strukturen viele Tierschutzorganisationen als "mafiös" bezeichnen. Die Fänger gehen bei ihrer Arbeit oft grausam vor, ohne dass sich an der Situation in den Straßen Rumäniens, die für sie sehr einträglich ist, etwas ändern würde. In den Tierheimen werden die Hunde oft misshandelt oder ohne Futter und Trinken gelassen, bevor sie schließlich getötet werden. Auch die Bevölkerung hält die Hunde größtenteils für wertlos.

Für Kolb sind sie es jedoch nicht, sie fühlt mit ihrem Leid. Um Hunde in Rumänien zu retten, sammelt sie regelmäßig Sach- und Geldspenden und veranstaltet einmal Mal im Jahr ein Hundefest, dessen Erlös verschiedenen Initiativen und dem privaten Tierheim Smeura mit seinen 6000 Hunden zugute kommen. Das nächste gibt es am Samstag, 28. Juli, ab 12 Uhr auf dem Hundesportplatz Kappel-Grafenhausen. Auf diesem wird auch Carmen Arsene, die Präsidentin der Vereinigung für Tierschutz in Rumänien, einen Vortrag über die Straßenhunde in Rumänien halten. Sie ist es auch, die die von Kolb gesammelten Sachspenden zum Tierheim Smeura bringen wird. "Wenn jemand dorthin eine Fahrt macht, machen wir das Auto immer bis unters Dach voll", sagt Kolb.

"Was ich tun kann, ist nur ein Tropfen", erklärt Kolb. Aber wenn viele Menschen ihren Tropfen beitragen, können wir etwas bewegen", ist sie sich sicher. Besonders freut sie sich, wenn jemand einen Straßenhund aufnimmt und dem Tier so in Deutschland eine gute Heimat schenkt. "Ich kann die Hunde zwar nicht vermitteln, aber ich kann helfen, mit den Ansprechpartnern in Kontakt zu kommen", erklärt sie.

Sie jedenfalls würde ihre fünf Lieblinge nicht mehr hergeben, ihr gesamter Tagesablauf ist auf die Tiere abgestimmt "Sie bringen mir so unglaublich viel Freude, ich bin mit ihnen reich gesegnet", betont Kolb und fügt hinzu: "So viele ältere Leute fühlen sich einsam, aber so ein kleiner Hund kann alles umkehren, weil er einem wieder eine Lebensaufgabe gibt und dazu so unendlich viel Liebe schenkt."

Programm: Auf dem Hundefest am Samstag, 28, Juli, ab 12 Uhr auf dem Hundesportplatz ist ein umfangreiches Programm geboten. So wird es ein Hunderennen über eine Strecke von 100 Metern geben. Die schnellsten drei Hunde werden einen Preis bekommen. Zudem können sich Hundebesitzer mit ihrem Liebling von einer professionellen Fotografin ablichten lassen. Hundesachen und anderes finden die Besucher auf einem Flohmarkt. Zusätzlich zu den Informationen über rumänische Straßenhunde wird es auch welche über die Situation von Hunden in China geben. Auch für das leibliche Wohl der Besucher ist gesorgt. So gibt es auf dem Hundefest Flammkuchen, veganes Gulasch, Quiche, Kuchen und Salate sowie alle Arten von Getränken auf Spendenbasis.

Spenden: Der Erlös des Hundefests fließt größtenteils in ein Kastrationsprojekt von Tierschutz-Präsidentin Carmen Arsene. Sie will eine Woche lang mit Tierärzten durch die Dörfer Rumäniens fahren, um dort Hunde zu kastrieren und so deren Vermehrung einzudämmen. Der Rest geht an die Tierheime Smeura und Campulung (1000 Tiere), um die Arbeit mit den Hunden dort zu unterstützen und ihnen Futter zu kaufen.

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