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Mahlberg Sechs Kirchen mit allen Sinnen erleben

Die beiden evangelischen Schuldekane Hans-Georg Dietrich (links) und Herbert Kumpf kennen die Kanzel der Mahlberger Kirche aus eigener Erfahrung. Bei der Kirchen-Exkursion dürfen auch Laien hinaufsteigen. Foto: Masson

Ortenau/Mahlberg. Kirchen sind nicht nur zum Beten da. Man kann sie auch als Architekturräume und Kunstwerke verstehen. Das soll eine Exkursion zeigen, die am Samstag, 24. Juni, von der evangelischen Erwachsenenbildung Ortenau und den Schuldekanaten angeboten wird – für alle, ob gläubig oder nicht. Gleich sechs Kirchen stehen auf dem Tagesprogramm.

 

Kirchenraumpädagogik heißt die Lehre von der Vermittlung des Sinngehalts von Kirchengebäuden mit technischen, künstlerischen, symbolischen und spirituellen Dimensionen. Das sei nicht so trocken, wie es sich anhöre, versichern die beiden Schuldekane des Kirchenbezirks, Hans-Georg Dietrich (Region Lahr/Offenburg) und Herbert Kumpf (Region Kehl). Anhand der Oktogon-Kirche in Mahlberg demonstrierten sie, wie das vonstattengeht: Nicht mit erschlagenden Jahreszahlen, sondern erst mit einem Rundgang. So soll jeder seinen eigenen Bezug zum Gebäude herstellen. Ob wie in Mahlberg die heute seltene achteckige Form, Uhrzeiger mit Sonne und Mond als Erinnerung an die früher angebrachte Sonnenuhr oder eine Frauenfigur mit Schwert – alles lässt sich selbst entdecken.

Auch der Innenraum soll individuell mit allen Sinnen erfahren werden, etwa der Hall beim Singen oder die Akustik beim Lesen auf der Kanzel. Wer sich in Mahlberg auf eine Kirchenbank legt, sieht die heilige Katharina von Alexandrien an der Decke in gleich acht Lebensbildern. Sie wurde einst geköpft – darum steht draußen auch die Frau mit Schwert auf dem Sims.

Aber die Exkursion soll nicht in wissenschaftliche Kunst- oder Kirchengeschichte ausarten, versichern die Dekane. Wichtiger sei, dass jeder Besucher im jeweiligen Kircheninneren seinen eigenen Lieblingsplatz ganz ohne Gottesdienste finde – wenn er will. Statt ausufernder Vorträge sollen die Kirchengebäude erlebt werden, etwa mit hochsteigenden Luftballons, um die teils beträchtlichen Deckenhöhen zu demonstrieren.

Im Hanauerland und im Kinzigtal gab es solche Kirchen-Erlebnisse bereits, jetzt startet das Kirchenpädagogik-Projekt auch im Raum Lahr – begleitet auch vom ehemaligen Kirchenpädagogik-Leiter Hartmut Rupp. Dabei müssen nicht alle sechs Kirchen der Exkursion besucht werden: Man kann auch an einzelne Orte nachkommen. In jedem Fall wird um Anmeldung unter Telefon 0781/ 2 40 18 oder per E-Mail an eeb.ortenau@kbz.ekiba.de gebeten.

Den Beginn macht am Samstag ab 9 Uhr die Burgheimer Kirche in Lahr (Schutterlindenbergstraße 13) wo es erstmal Kaffee gibt. Ab 11 Uhr ist die evangelische Kirche Mahlberg (Rathausplatz) an der Reihe, ab 12.10 Uhr die evangelische Kirche Nonnenweier (Allmannsweierer Straße 1). Um 13 Uhr ist ein Mittagessen in der Bauernschenke Frenk in Nonnenweier vorgesehen. Ab 14.15 Uhr wird die evangelische Kirche Ottenheim (Kirchstraße) besichtigt, ab 15.15 Uhr die in Meißenheim (Kirchstraße) und ab 16.15 Uhr die evangelische Kirche Altenheim (Kirchstraße). Für Zug-Anreisende werden Fahrgemeinschaften gebildet. Für die Exkursion samt Führungen, Kaffee und Mittagsimbiss fallen 15 Euro an.

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