Mahlberg Schöner Klang durch alle Register

Vorfreude auf Weihnachten: Beim Konzert des Musikvereins in der Mahlberger Kirche stimmte auch das Ambiente Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Zu einem besinnlichen Konzert als Einstimmung auf die Adventszeit hatte die Kapelle des Musikvereins Mahlberg in die Kirche St. Leopold gebeten. Hunderte Gäste folgten der Einladung – und sollten ihr Kommen nicht bereuen.

Mahlberg. Im Dunklen leuchteten nur noch Lämpchen vor den Notenblättern im Altarraum. Sie wirkten wie Sterne und der Dirigentenstab von Rüdiger Müller wie ein kleines Lichtschwert.

Fröhlich-feierlich ob der nahenden Geburt Jesu erklang eingangs das barocke "Tochter Zion" von Friedrich Händel, gefolgt von einem gefühlvollem "Aria d’Amore" von Florian Ziller als musikalischer Liebeserklärung. Da zeigte sich eine Melodie durch sämtliche Register und Klangfarben des Orchesters wandernd, zart, aber auch kraftvoll. Aus der Feder von Thiemo Kraas stammt ein "Mentis" als kleine Adventsfantasie zur Besinnung, beim Konzert kompositorisch eingebaut das festliche "Macht hoch die Tür" und ein inniges "Maria durch ein’ Dornwald ging" mit Schlichtheit und viel Tiefe.

Nicht religiös motiviert, dank klingender Schlittenglöckchen jedoch zur Weihnachtszeit passend, kam "Cinderella’s Dance" daher, die bekannte Titelmelodie des tschechischen Märchenfilms "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Auch da hatten Schlagzeuger eher dezente, dennoch effektvolle Einsätze.

Dirigent Müller wählt moderne Stücke

Religiös-geistlich motiviert war das US-amerikanische "Prayer and Jubilation" von James L. Hosay. Wer Dirigent Müller kennt, weiß, dass er gerne moderne Stücke auswählt, die sämtliche Register seiner Kapelle fordern und hervorheben. So auch in diesem Fall.

Nach einem meditativen, getragenen ersten Gebetsteil zeigte sich das Orchester des Jubels über das Nahen Christi Geburt fröhlich und dynamisch. Dafür ist die Kapelle bekannt: Sie stellt sich musikalischen Herausforderungen auch in der Adventszeit mit einer anspruchsvollen Liederauswahl. Etwa dem amerikanisch-lieblichen Kirchenlied "Jesus, Name above all Names", wiederum vom ansonsten eher als Militärmusiker bekannten James L. Hosay für Blaskapellen arrangiert. Zwar gefühlvoll-schmelzend, jedoch mit fundamentalem Orchester-Finale.

Mit "Choral and Rock Out" von Ted Huggins schloss die stimmungsstarke Kapelle ihr einstündiges Konzert, beginnend, wie schon der Name verrät, einem modernisierten Kirchenlied und endend mit schwungvollem Rock samt barock inspirierter Anklänge. Der Schlussapplaus bewies: Müller und sein Mahlberger Orchester hatten die Gratwanderung zwischen herkömmlicher Kirchenmusik und moderner Adventsbesinnung blendend bewältigt, ausdrucksstark und auch im Zusammenspiel gewohnt beeindruckend.

Wer das Konzert verpasst hat oder noch mal in den Genuss des Spiels kommen will, hat bereits am kommenden Sonntag und Montag Gelegenheit dazu. Blechbläser des Musikvereins sind beim Mahlberger Weihnachtstreff und -markt zu hören.

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